Fiat plant Rationalisierungsmaßnahmen

18. Juni 2009, 13:51
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Süditalienische Produktionswerke werden nicht geschlossen - Marchionne: Umweltvorschriften vorübergehend aussetzen

Rom - Angesichts der globalen Krise in der Autoindustrie sieht Fiat die Notwendigkeit zu Rationalisierungsmaßnahmen gegen die "chronische Überproduktionsfähigkeit". Dies betonte Fiats Geschäftsführer Sergio Marchionne bei einem Treffen mit Regierungschef Silvio Berlusconi und den Gewerkschaften am Donnerstag in Rom. "Es ist nicht einfach, angesichts dieser Notstandslage den aktuellen Beschäftigungsniveau zu bewahren", erklärte Marchionne.

Der Fiat-Chef erklärte, dass die süditalienischen Produktionswerke vorerst nicht wie von den Gewerkschaften befürchtet geschlossen werden. In Pomigliano d'Arco bei Neapel sollen bis 2010 weiterhin die Modelle Alfa 159 Berlina und Alfa 147 GT produziert werden. Danach sollen dort neue Modelle hergestellt werden. Fiat will weiterhin das Produktionswerk im sizilianischen Termini Imerese halten. Dort soll bis 2011 das Modell Lancia Y produziert werden, danach sollten dort nicht mehr Autos, sondern andere Fahrzeuge hergestellt werden.

Marchionne versicherte, dass Fiat trotz der starken internationalen Expansionsstrategie weiterhin seine italienischen Wurzeln bewahren werde. "Wichtig ist dabei, dass jeder seine Verantwortung übernimmt", um "schmerzhafte Folgen" zu vermeiden. "Ich glaube, dass es sich um eine Herausforderung auf unserem Niveau handelt", erklärte der Fiat-Chef.

Marchionne lobte die von den Regierungen in Europa ergriffenen Maßnahmen zur Unterstützung der Autoindustrie. Er kritisierte jedoch die Regeln in Bezug auf Umweltschutz, die für die europäische Autoindustrie jährliche Kosten von 45 Mrd. Euro bedeuten. Angesichts der Krise sollte man vorübergehend diese Vorschriften aufheben, forderte Marchionne. (APA)

 

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