Alle lebenswichtigen Bauch-Arterien geschient

18. Juni 2009, 13:04
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Menschen mit einem Aneurysma haben "eine Zeitbombe in sich schlummern" - Krankenhaus der Elisabethinen in Linz zeigt Innovation bei Behandlung

Linz - In der Behandlung von Bauchaorten-Aneurysmen meldet das Krankenhaus der Elisabethinen in Linz eine Österreich-Premiere: Laut Auskunft des Spitals wurden bei einem 79-jährigen Patienten erstmals alle vier lebenswichtigen Arterien geschient. Durch das zunehmende Alter der Bevölkerung sei die lebensbedrohliche Erkrankung stark im Steigen begriffen, berichteten der Ärztliche Direktor Franz Harnoncourt und Primar Manfred Gschwendtner am Donnerstag in einem Pressegespräch. Mehr als 700.000 Europäer seien davon betroffen.

Maximum an Schienen

Ein Aorten-Aneurysma ist eine Ausbuchtung einer Hauptschlagader, die durch den Blutdruck an einer Stelle mit geschwächtem Gewebe entsteht. Für den Patienten besteht eine permanente Lebensgefahr durch innerliches Verbluten, wenn das Aneurysma plötzlich aufbricht. Die Elisabethinen führen seit 1995 Schienungen von Aneurysmen durch. Bisher sei der Eingriff nur an Stellen möglich gewesen, an denen keine Arterien abzweigen oder darunter, erklärten die Mediziner. Vor 14 Tagen erfolgte die Behandlung des 79-Jährigen - mit dem Maximum an Schienen, so Gschwendtner. Früher wäre der Mann, der ein Aneurysma direkt am Abgangsbereich der Nierenarterien sowie der Darm- und Leberarterie hatte, inoperabel gewesen. Dank der Neuentwicklung konnte er vor einer Woche das Krankenhaus verlassen.

"Schlummernde Zeitbombe"

Menschen mit einem Bauchaorten-Aneurysma hätten "eine Zeitbombe in sich schlummern", sagte Harnoncourt. Die Zahl der aktuellen Fälle sei nur die Spitze des Eisbergs. In Europa betreffe die Erkrankung heute etwa vier bis acht Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen über 65 Jahre, berichtete Gschwendtner. Risikofaktoren sind Rauchen, Übergewicht oder Bluthochdruck, Diabetes, aber auch Arteriosklerose. Die Erkrankung ist besonders gefährlich, weil sie keine Symptome erzeugt und daher oft nicht rechtzeitig erkannt wird. (APA)

  • Besonders gefährlich sind Aneurysmen, weil sie keine Symptome erzeugt und daher oft nicht rechtzeitig erkannt wird
    foto: elisabethinen linz

    Besonders gefährlich sind Aneurysmen, weil sie keine Symptome erzeugt und daher oft nicht rechtzeitig erkannt wird

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