Splinter Cell: Conviction - Ein Mann sieht rot

18. Juni 2009, 13:47
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Agent ist zum Rächer gewandelt - Mit Anleihen an Hitman und Heroes zum Action-Thriller

Der Videospielhersteller Ubisoft präsentierte am Mittwoch vor Journalisten in Wien seinen kommenden Thriller Splinter Cell: Conviction. Wer nach den ersten Kapiteln des Hide-and-Seek-Spiels ein weiteres ultra-schwieriges Versteckspiel für Hobby-Agenten mit Drang zum Masochismus erwartet, irrt.

Mit seinem Ausstieg aus dem Berufsalltag ist Protagonist Sam Fisher zum massentauglichen und brutalen Rächer gewandelt, der eben ganz nebenbei über die Fähigkeiten eines Elitesoldaten verfügt. Auf der Suche nach den Mördern seiner Tochter macht er sich die Gangsterwelt zu Spielwiese.

Neue Frisur, alte Tricks

Die präsentierte 10 minütige Demo zeichnete ein grundlegend neues Bild Fishers. Der ergraute Recke treibt sich in der Unterwelt herum und schlägt, würgt und schießt aus beliebigen Schurken Informationen heraus. Ohne Organisation im Rücken bewegt sich Fischer frei in den Straßen bekannter US-Städte und hält Ausschau nach dem Feind.    

Das Sandkasten-Prinzip, das in SCC implementiert wurde, sollte aber nicht mit dem lebenden Minimundus eines GTAs verwechselt werden. Bürger treiben sich zwar auf Märkten und in malerisch gestalteten Szenerien herum, lenken allerdings nur ein wenig von den klar vorgegebenen Missionen ab. Angelehnt an TV-Serien wie "Heroes" weist allerdings kein typisches Computerspiel-Interface den Weg. Anstelle von Richtungspfeilen oder Mission-Briefings, werden die Aufgaben direkt in die Spielumgebung projiziert.

Stilvoll und knallhart

Missionsziele plakatieren ganze Mauern, die nächste Deckung wird direkt an Ort und Stelle untertitelt. Um ein Haus zu stürmen, ist man so nie ganz auf sich allein gestellt. Wie in Metal Gear Solid 4 steht es einem mehr als je zuvor frei, Probleme auf die individuell bevorzugte Art und Weise zu lösen. Rambos stürmen Räume mit Maschinengewehr und Granaten. Tüftler steigen über das Fenster ein und schalten Gegner lautlos aus.

Für Neulinge hält Fisher einige Hilfestellungen bereit. Beispielsweise können mehrere Feinde - sofern sie nahe genug sind - im voraus aus der Deckung anvisiert werden. Per Knopfdruck wird dann das automatisierte und sehr effiziente Blutbad angerichtet.

Filmisch

Auffallend am neuen Splinter Cell sind die geschmeidigen Animationen und die filmreife Inszenierung. Rückblenden werden wie die Kontextmenüs direkt in die Szenerien eingeblendet. Erinnerungen an die Tochter springen plötzlich aus Fassaden heraus. Fischer selbst macht sich die Umgebung für seine Angriffe zunutze, klettert Regenrinnen entlang oder schießt Luster von der Decke, um ahnungslose Wachen darunter zu begraben.

Negativ während der Demo fiel vor allem die scheinbar (noch) nicht vorhandene Intelligenz der Zivilisten auf. Weder reagierten diese korrekt auf öffentliche Schießereien, noch alarmierten sie herumliegende Leichen.

Ausblick

Insgesamt macht Splinter Cell: Conviction einen sehr homogenen, ausgereiften Eindruck und erinnert dabei ein wenig an die guten alten Zeiten eines allseits bekannten Auftragskillers. Neben Action-Adventures wie Uncharted 2 und Assassin's Creed 2 dürfte die Geschichte des Rächers Fisher für viele spannende Momente in der Weihnachtssaison sorgen.

Der Titel wird für PC und Xbox 360 umgesetzt. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 18.6.2009)

  • Splinter Cell: Conviction soll noch diesen Herbst für PC und Xbox 360 erscheinen.
    foto: ubisoft

    Splinter Cell: Conviction soll noch diesen Herbst für PC und Xbox 360 erscheinen.

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