User fragen, derStandard.at antwortet

Warum teilt man Parteien in links und rechts ein?

19. Juni 2009, 11:20
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Und: Gilt diese Einteilung auch international? derStandard.at hat nachgefragt - Fragen? Posten!

User Walter Hill fragt: 

Immer wieder hört und liest man in diversen Medien, dass Parteien links, liberal oder rechts ausgerichtet. Woher kommt eigentlich diese Einteilung und nach welchen Kriterien wird diese Einteilung durchgeführt? Gilt diese Einteilung auch international?

derStandard.at hat bei Otmar Höll, Direktor des Österreichischen Instituts für Internationale Politik (OIIP) nachgefragt:

Die politische Einteilung in rechts und links stammt aus der Zeit der Französischen Revolution und der Sitzordnung in der Pariser Nationalversammlung. Damals saßen die Progressiven, also die Bürger, links; die Konservativen, also der Adel, saß rechts. Heute passt dieses Schema nicht mehr so ganz in unsere politische Landschaft. Das hat vor allem historische Gründe. Durch das Ende des Kommunismus 1989 wurde die Idee einer real existierenden, linken Gesellschafts- und Staatsordnung stark diskreditiert, die rechte Seite aus historischen Gründen ebenso. Darum konzentrieren sich alle großen Parteien in Westeuropa und auch in Nordamerika stark auf die Mitte. Ein gutes Bild, um sich die Bipolarität von rechts und links vorzustellen, ist ein Hufeisen: rechts- und linksradikale Parteien sind an den beiden äußeren Enden. Das symbolisiert, dass Rechts- und Linksradikale mitunter ähnliche Dinge vertreten, etwa die Gewaltbereitschaft und heute auch die Kritik am Kapitalismus.

derStandard.at: Und wie kann man Parteien einordnen?

Otmar Höll: Grundsätzlich kann man sagen, dass die Linke eher für Solidarität, die Rechte mehr für Eigenverantwortung steht. Früher hieß es, dass die Linke tendenziell für mehr Staat steht, die Rechte nur insofern, als dass der Staat für Sicherheit zu sorgen hat. Und links steht in der Theorie für die Einbeziehung von Minderheiten, rechts eher für Exklusivität. Aber eindeutige Kriterien, wann welche Partei als links oder rechts zu bezeichnen ist, gibt es heutzutage überhaupt nicht mehr.

derStandard.at: Aktuelles Beispiel Mahmoud Ahmadi-Nejad. Ist der iranische Präsident ein Rechter oder ein Linker?

Otmar Höll: Natürlich ein Rechter, wenn auch ein untypischer, weil er gerade bei den armen Bevölkerungsschichten punktet. Das liegt aber auch daran, dass der Iran wie viele sogenannte "Dritte Welt"- und Schwellenländer unter anderen Kategorien laufen, was das links/rechts-Schema betrifft. Allgemein gesprochen erscheint die Aufweichung dieser Kategorien in vielen Weltregionen völlig unterschiedlich ausgeprägt. (red)

 

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 182
1 2 3 4 5
Lichtfreak
00
4.11.2009, 08:13
50% der Zeit stehen, nicht sitzen sollen die...

Ist gesund, durchblutet auch das Gehirn besser.

Herr und Frau Österreicher
 
10
30.9.2009, 10:29
"Das symbolisiert, dass Rechts- und Linksradikale mitunter ähnliche Dinge vertreten, etwa die Gewaltbereitschaft und heute auch die Kritik am Kapitalismus."

...ich kenne viele linksradikale, die erklärte pazifisten sind - bei den radikal rechten geht das ja nicht, da gewalt teil der ideologie ist!

G e o r g
01
30.9.2009, 16:53

Die von Höll zitierte Hufeisentheorie ist auch reichlich ideologisch vorbelastet und damit Unsinn. Sie dient der Legitimation eines Konstrukts von "Mitte" als sauberes Ideal, das von bösen Rändern bedroht wird, die eigentlich alle ähnlich sind.
Damit kann einerseits verdrängt werden, dass Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Ressentiments auch in der sog. "Mitte" erschreckend weit verbreitet sind, und andererseits fortschrittliche Politik, die sich gegen Herrschaft, Gewalt und Unterdrückung richtet, denunziert werden, indem sie mit einer Politik gleichgesetzt wird, die genau das Gegenteil will.

Tycoon
00
22.6.2009, 13:13
Die Sitzfleischgeographie ist spätestens seit der Veränderung...

....innerhalb der Parteienlandschaft überholt

Leukozyt
 
01
21.6.2009, 13:04
Ähäm

"Immer wieder hört und liest man in diversen Medien, dass Parteien links, liberal oder rechts ausgerichtet."

In dieser Grammatik liest man das nur im Standard, Österreichs Vorzeige-Zeitung.

a rebours
 
00
24.6.2009, 13:35

wäre zumindest eine nette Geste gewesen, die Userfrage einzudeutschen...

Open Mind 01
 
32
20.6.2009, 19:22
In Wirklichkeit schließt sich der Kreis

Extrem links = Extrem rechts
siehe Stalin - Hitler, beide hinterließen millionenfachen Tod und Verwüstung

Selbst die österreichischen Textilköpfe von grün / rot und blau / orange sind gegeneinander austauschbar.
Daher ist jedwede Verharmlosung, die von deren Anhängern getätigt werden, ekelerregend.

Herr und Frau Österreicher
 
00
30.9.2009, 10:27
also nein, das stimmt nicht!

hitler hat die ideologie gelebt und angewandt, hat dadurch millionen menschen auf dem gewissen, ist DESHALB ein radikaler rechter.
stalin hat alles andere getan, als den "wissenschaftlichen sozialismus" anzuwenden, ABER millionen menschen auf dem gewissen.

wurzen sepp
 
14
22.6.2009, 08:49
SCHNARCH!

das ist dieser gleichsetzungsunsinn mit null erkenntniswert, mit dem uns prinzipiell die rechten schon seit jahrtausenden nerven.

Anarchon
03
20.6.2009, 22:05

Und was hat Stalinismus mit linker Ideologie zu tun? Stalin war totalitärer Diktator. Sein Regime war geprägt von Zentralismus, Intoleranz und Terror.

Jericoacoara
01
20.6.2009, 17:32
Die Einteilung finde ich auch sinnlos.

Diese links/rechts Einteilung finde ich auch sinnlos. Besser wäre eine oben/unten Einteilung.

Mal grob eingeteilt:

ÖVP: rechts oben
Grüne: links oben
SPÖ: links unten
FPÖ und BZÖ: ist rechts unten

Linke und rechte sind nicht unbedingt gegen den Kapitalismus, sondern eher für eine soziale Marktwirtschaft und gegen die extremeren Kapitalismusformen wie freie Marktwirtschaft bzw. Globalisierung.

DieBo
02
20.6.2009, 14:31
Zu den Schlafsälen im Parlament gelangt man am schnellsten durch den mittleren Ausgang.

Links gehts zu den Toiletten, rechts zur Bar

nukularteilchen
20
20.6.2009, 13:18
Links und rechts ist nur Ablenkung um zu verschleiern wer wirklich das sagen hat

und die Bürger glauben auch noch daran das es da Unterschiede gäbe. In letzter Zeit wirds aber immer offensichtlicher das links und rechts nicht mehr existiert.

___
Nur eine Diktatur braucht Zensur!

FinalDestinati0n
00
20.6.2009, 12:45

Man könnte sie auch nach Farben einteilen,doch wo bliebe da die Sinnhaftigkeit?

Man könnte sie auch nach Mitgliederzahlen einteilen,wie Fanclubs,doch...s.o.


Wenn schon philosophische Fragen gestellt werden,sollten diese wenigstens einen Sinn ergeben...

Lieber Freiheit in Armut als Wohlstand in Ketten
 
12
20.6.2009, 12:30

Der Unterschied zwischen Linken und Rechten ist, dass die Linken (noch) an das Gute im MEnschen glauben und die Rechten glaube an das Gute im Menschen nicht (mehr).

Neben Rechten und Linken gibts dann die bösen Kapitalisten, diese Wählen ÖVP, und gegen diese Kapitalisten ist Linke und Rechte Politik gerichtet. Die bösen Menschen sind auch für Recht, weil in einer rechtlosen Gesellschaft, wo die Liebe regiert, sie die verlierer wären!

Gianna Nannini
 
01
20.6.2009, 11:11
Parteien werden in links und rechts eingeteilt, weil sie unterschiedliche Interessen vertreten

(Vorausgeschickt: Ich poste generell nicht gegen andere Poster, sondern weil ich eine Meinung zum Artikel habe.) In jeder Gesellschaft gibt es unterschiedliche Interessen. Das Wort PARTei sagt es schon, eine Partei vertritt TEILe einer Gesellschaft, die miteinander in politischem/öffentlichem Dialog/Wettbewerb stehen. LINKE Parteien vertreten eher die Seite der Abhängigen, der Arbeiter und Arbeitnehmer, RECHTE Parteien eher die Seite der Arbeitgeber, Chefs, Betriebsbesitzer. In der politischen Praxis ist diese Unterscheidung nicht immer so klar, weil es Linke gibt, die sich bereichern wollen, Rechte, die auch für Arbeitnehmer eintreten, Linke gibt, die ihre Interessen nicht durchsetzen können (Koalition!), Rechte gibt, die Pleite gehen...

dr.no3
01
20.6.2009, 10:59
wendeltreppe dreht sich rechts herum

weil man das schwert normaler weise mit der rechten hand führt

darum is es besser man sitzt rechts neben jemandem der möglicher weise bewaffnet ist

her wig
00
20.6.2009, 20:24

Gegen die linkshändigen Waffenträger hilft dann nur die Statistik... ;-)

Kafka Tamura
00
20.6.2009, 13:28

eine wendeltreppe dreht sich rechtsrum, wenn man hinaufgeht oder? beim hinuntergehen ist es nach links.
d.h. der obenstehende (rechtshändler) hat den Vorteil.
Hab ich die argumentantion richtig verstanden?
Sind wirklich alle wendeltreppel gleich gedreht??
interessant...

gastrosoph
00
20.6.2009, 14:24
Rechtshänder

Sowohl der Rechts- als auch der Linksverkehr geht darauf zurück, dass die meisten Menschen Rechtshänder sind. Der einzige einigermaßen erhellende Grund für einen Seitenentscheid ist die Mehrheit der Rechtshänder unter den Menschen. Und ihre dementsprechende Neigung im Verkehr - zumindest für Reiter und Fiaker - war stets der Linksverkehr.
Und achten Sie mal, wie ein Supermarkt logistisch beschaffen ist: immer von links nach rechts herum. Dem Ganzen liegt aber keine politische Deutung/Ursache zugrunde.

spaceshuttle
00
20.6.2009, 13:43

jetzt erklärt sich auch der zweck einer doppelwendeltreppe ;-)

Kafka Tamura
00
20.6.2009, 15:15

ausgleichende gerechtigkeit oder wie?

Proudhon
03
20.6.2009, 10:38
ob links oder rechts

die unten werden von denen oben immer von vorne bis hinten besch.....

gastrosoph
00
20.6.2009, 11:01
'unten' genauso

viele wünschen sich ein Penthouse; aber so zu leben, um dort hinzukommen, das wollen sie nicht. egal auf welcher Gesellschaftsstufe: jeder will sich abgrenzen.

Freakinger
06
20.6.2009, 02:17
Ich finde das Modell mit 2 Achsen keine schlechte Weiterentwicklung

http://www.politicalcompass.org/
Bsp: http://www.politicalcompass.org/germany2005

x-Achse: Kommunismus - (Neo) Liberalismus
y-Achse: Anarchismus - Faschismus

Gäbe wohl eine spannende Diskussion, wenn man versuchte, die österreichischen Parteien einzuordnen.(Anregung an die Redaktion)

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