Trotz zahlreicher Kündigungen in den vergangenen Monaten waren im 1. Quartal 2009 in Österreich 4.021.700 Personen erwerbstätig, mehr als in den ersten drei Monaten 2008
Wien - Trotz zahlreicher Kündigungen in den vergangenen Monaten waren
im 1. Quartal 2009 in Österreich 4.021.700 Personen - unselbstständig und
selbstständig - erwerbstätig, um immerhin 5.700 Menschen mehr als in den ersten
drei Monaten 2008. Zugenommen haben allerdings vor allem die Teilzeitstellen
(+59.200), während die Vollzeitstellen um 53.400 zurückgingen, geht aus der
Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria vom Donnerstag hervor.
Männer waren im 1. Quartal 2009 von der Wirtschaftskrise wesentlich stärker
betroffen als Frauen. Während in den ersten drei Monaten des Jahres die Zahl der
erwerbstätigen Frauen um 38.500 Frauen im Vergleich zum im 1. Quartal 2008
stieg, sank sie bei den Männern um 32.800. Der Anstieg der Erwerbstätigkeit bei
den Frauen war vor allem auf den Anstieg von Teilzeitbeschäftigten
zurückzuführen. 43,3 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiteten Teilzeit
gegenüber nur 8,4 Prozent der Männer. Die Teilzeitquote insgesamt stieg von 23,3
Prozent auf 24,7 Prozent.
Mit 112.700 arbeitslosen Männern und einer Arbeitslosenquote von 5 Prozent
(nach EU-Methode) im 1. Quartal 2009 erhöhten sich Zahl und Quote im Vergleich
zum Vorjahresquartal um 19.100 bzw. 0,9 Prozentpunkte. Die Anzahl der
arbeitslosen Frauen betrug 84.000, ihre Arbeitslosenquote 4,3 Prozent und war
somit fast unverändert zum Vorquartal (81.600 bzw. 4,2 Prozent).
Die Situation für Jugendliche, die vor dem ersten Einstieg in den
Arbeitsmarkt stehen, wird zunehmend schwieriger. Unter den 15- bis 24-Jährigen
waren in den ersten drei Monaten 54.200 ohne Arbeit, um 6.600 mehr als im
Vorjahreszeitraum. Die Jugend-Arbeitslosenquote kletterte um 1,1 Prozentpunkte
gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 9,2 Prozent. Ihre Arbeitslosenquote ist damit
fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt, der nach EU-Berechnungen bei 4,7
Prozent liegt.
Die wirtschaftliche Verschlechterung zeigte sich auch in einer Abnahme der
geleisteten Arbeitsstunden. In ihrer Haupttätigkeit arbeiteten die Österreicher
1,7 Milliarden Stunden, um 80 Millionen weniger als noch vor einem Jahr. Die
geleisteten Arbeitsstunden in der Zweittätigkeit reduzierten sich um 2 Millionen
Stunden auf 26 Millionen. Die Überstundenleistung verminderte sich um 12
Millionen Stunden auf 77 Millionen, die durchschnittliche Anzahl der pro Woche
und pro Überstunden leistender Person fiel von 8,8 auf 8,1 Stunden. (APA)