Arcandor-Chef will Zerschlagung von Konzern verhindern

18. Juni 2009, 09:31
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Eick will Arcandor mit drei Säulen erhalten - Liquiditätssicherung für Quelle vorrangig - Insolvenzverwalter legt heute ersten Bericht vor

Frankfurt/Essen - Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick will im Rahmen des Insolvenzverfahrens eine Zerschlagung des Handels- und Touristikkonzerns verhindern. "Die Sanierung durch das Insolvenzverfahren bringt die einzigartige Chance, Ballast abzuwerfen und sich von alten Verträgen zu befreien", sagte Eick am Mittwochabend in Frankfurt. Ziel sei es, die drei Konzernsäulen - die Karstadt-Warenhäuser, die Versandhandelssparte Primondo und die Touristiktochter Thomas Cook - zu erhalten. "Wir haben als Unternehmen sicherlich eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg", sagte Eick.

Kurzfristig habe es oberste Priorität, die Stabilität und Handlungsfähigkeit von Quelle sicherzustellen, da im Versandhandel das Geld erst einige Zeit nach dem Aussenden der Waren eingehe, sagte Eick am Rande der Veranstaltung. Karstadt, wo Kunden Waren direkt bezahlen, steht dagegen laut Eick relativ stabil da.

Eick skeptisch bei Karstadt-Kaufhof-Fusion

Skeptischer zeigte sich der Arcandor-Chef über den diskutierten Zusammenschluss von Karstadt mit den Kaufhof-Warenhäusern des Konkurrenten Metro. "Über das Thema wird seit zwei Jahren gesprochen, es steht derzeit aber nicht auf der Tagesordnung", sagte Eick. Letztlich müsse der Insolenzverwalter entscheiden, ob eine Sanierung von Karstadt oder eine Verschmelzung der beiden Warenhäuser die bessere Alternative sei.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will am Donnerstag der Öffentlichkeit eine erste Einschätzung der Lage des angeschlagenen Essener Handels- und Touristikunternehmens vorlegen. Bisher hat das Unternehmen Insolvenzanträge für die Muttergesellschaft Arcandor AG und 18 Töchter vorgelegt. Mit Spannung wird eine Einschätzung des Insolvenzverwalters zu einer möglichen Zusammenlegung der Metro-Tochter Kaufhof mit der Arcandor-Tochter Karstadt erwartet. Auf dem Prüfstand steht auch die Zukunft der weitgehend an die Banken verpfändeten Anteile an der profitablen Tourismustochter Thomas Cook. (APA/Reuters/dpa)

 

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