Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
US-Außenministerin Hillary Clinton hat die Intervention ihres Ministeriums beim Internetdienst Twitter zur Verschiebung von Wartungsarbeiten inmitten der dramatischen Ereignisse im Iran verteidigt. "Wir fördern das Recht auf freie Meinungsäußerung", sagte sie am Mittwoch auf entsprechende Fragen von Journalisten.
Ein Aspekt dieses Rechts sei die Nutzung von Twitter, nicht nur von Menschen im Iran, sondern zunehmend in der ganzen Welt. Diese Kommunikationskanäle offenzuhalten und Menschen zu ermöglichen, Informationen auszutauschen und sich zu organisieren, sei besonders wichtig zu einem Zeitpunkt, da es nicht sehr viele andere Informationsmöglichkeiten gebe, fügte Clinton hinzu.
Wartungsarbeit verschoben
Das US-Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, Twitter um die Verschiebung gebeten zu haben, damit Iraner weiter über die Plattform kommunizieren können. Twitter wird insbesondere von Gegnern des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad benutzt, die dessen Wiederwahl am vergangenen Freitag auf massive Wahlfälschung zurückführen und Protestdemonstrationen veranstalten. Twitter hatte die für Montagabend angekündigte einstündige Abschaltung für Wartungsangaben verschoben und erst am späten Dienstagabend vorgenommen. Der Internetdienst verwies zugleich darauf, dass er die Verschiebung wegen der derzeitigen Bedeutung von Twitter im Iran selbst beschlossen habe. (APA/AFP)
"Wir fördern das Recht auf freie Meinungsäußerung"
Darüber darf man ruhig einmal eine Runde nachdenken.
Die Anekdote veranschaulicht wie sträflich leichtsinnig es ist, dass der unser boomender, virtueller, öffentlicher Raum (Facebook, Google, Twitter, ...) im Privateigentum von kaum transparenten (US-)Konzernen stehen (die Anweisungen der US-Regierung umsetzten, aber Österreich oder die EU wären weitgehend machtlos)
Öffentlicher Raum muss in öffentlicher Hand sein, oder verteilt über so viele Hände, dass wir uns nicht den Interessen einiger Konzerne vollständig ausliefern. In diese Richtung geht es derzeit, und das ist gründlich verkehrt.
Erstens muss das nicht so sein – auch Straßen und Gehsteige gehören der öffentlichen Hand, und wir verlassen das Haus ohne Bescheid und Stempelmarke. Und zweitens gibt es eine andere gute Alternative: ein Markt mit vielen Teilnehmern, auf die sich der virtuelle öffentliche Raum verteilt.
Ob sich diese Alternative auf Dauer verwirklichen lässt, darf allerdings bezweifelt werden. Im vorherrschenden Wirtschaftssystem streben theoretische natürliche Monopole auch in realitas zu Mono- oder eventuell noch Oligopolen. Virtueller öffentlicher Raum ist ein typisches natürliches Monopol.
Derzeit streben wir in puncto virtueller öffentlicher Raum die schlechteste aller Möglichkeiten an: wenige undurchsichtige (US-)Konzerne besitzen immer mehr davon.
Ich hab keine erschöpfende Antwort. Offene Standards wären auf jeden Fall ein guter Anfang. Ich würde auch nicht vor gesetzlichem Zwang zur Einhaltung offener Standards zurückschrecken, wenn wesentliche öffentliche Interessen davon abhängen.
Schon die Bewusstmachung der Entwicklung, wie ich sie hier hoffentlich betreibe, hilft. Man muss ja nicht unkritisch dem Hype hinterher hecheln, zum Beispiel, indem man die Aktivitäten der iranischen Opposition zu einem unverdient großen Teil der Firma Twitter zuschreibt, oder diese in Artikeln mit "Twivolution" in der Headline abfeiert, ohne ein kritisches Wort über die Entwicklung zu verlieren.
Genau das wünsche ich mir auch! Es sollte aber nicht bei Officedokumenten Schluss sein, sondern auch APIs usw. betreffen. Mobile IPs, wie sie IPv6 möglich macht, wären in Verbindung mit offenen DNS ganz sicher auch ein Schritt in diese Richtung. Glaubst du, europäische Politiker wollen das wirklich?
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.