Zehn US-Großbanken zahlten Staatshilfen zurück

18. Juni 2009, 06:16
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Rückerstattung von mehr als 68 Milliarden Dollar

New York/Washington - Zehn US-Großbanken haben sich am Mittwoch durch die Rückzahlung von milliardenschweren Staatshilfen von der Kontrolle der US-amerikanischen Regierung befreit. Allein die Großbank J.P. Morgan Chase zahlte 25 Milliarden Dollar (18,1 Mrd. Euro) zurück, von den Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs kamen jeweils zehn Milliarden Dollar, wie aus Mitteilungen der Institute vom Mittwoch hervorgeht.

68 Milliarden an das Finanzministerium

Bei American Express, der Bank of New York Mellon und fünf weiteren Geldhäusern waren es Beträge zwischen 1,6 und 6,6 Milliarden Dollar. Insgesamt flossen von den Banken über 68 Milliarden Dollar an das Finanzministerium zurück.

Bei Goldman Sachs und Morgan Stanley werde sich die Transaktion im Quartalsergebnis niederschlagen, kündigten die beiden Banken an. Bei Goldman Sachs werde das Ergebnis im zweiten Quartal etwa 77 Cents je Aktie geringer ausfallen, bei Morgan Stanley kommt es den Angaben zufolge zu einer einmaligen Belastung von 892 Millionen Dollar.

Rückzahung nach Genehmigung möglich

Die Regierung hatte die Rückzahlung erlaubt, weil sie zu dem Schluss gekommen war, dass die Banken die Mittel nicht mehr brauchen. Gleich mehrere Finanzhäuser hatten sich in den vergangenen Wochen durch die Ausgabe neuer Aktien am Finanzmarkt frisches Kapital in Milliardenhöhe beschafft. Damit erfüllten sie eine Voraussetzung für die Erstattung der Staatshilfen. Einige Experten hatten allerdings auch vor einer verfrühten Rückzahlung gewarnt, da die Krise noch nicht ausgestanden sei.

American Express zahlte nach Angaben vom Mittwoch 3,39 Milliarden Dollar zurück, die Bank of New York Mellon drei Milliarden und U.S. Bancorp 6,6 Milliarden. Von Capital One kamen 3,57 Milliarden Dollar, von State Street 2,0 Milliarden, von Northern Trust 1,58 Milliarden sowie von BB&T 3,1 Milliarden Dollar. Bereits zuvor hatte die US-Regierung 22 kleineren Banken die Rückzahlung der Hilfsgelder gestattet. Dabei ging es aber lediglich um eine Summe von 1,9 Milliarden Dollar.

Rückzahlung soll Einfluss des Staates minimieren

Viele Banken wollen die Gelder aus dem sogenannten TARP-Programm rasch zurückgeben, um den Einfluss der Regierung auf Managergehälter und Dividendenzahlungen zu beenden. Zudem haben einige Institute erklärt, sie benötigten keine Hilfen, und die Einmischung der Regierung sei ein Wettbewerbsnachteil. Dagegen will die Regierung sicherstellen, dass die Banken auch nach Rückzahlung der Gelder stark genug sind, die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.

Die US-Regierung hatte die Nothilfen aus dem Troubled Asset Relief Program (TARP) ausgezahlt, als die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im vergangenen Herbst die Finanzmärkte erschütterte. Mit 125 Milliarden Dollar griff sie Großbanken unter die Arme, damit diese während der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten genügend Kapital für die Vergabe von Krediten haben. (APA/Reuters/dpa)

 

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