Blutige Bilanz eines Horrorjahres

17. Juni 2009, 21:42
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2008 das "zweittödlichste Jahr" des vergangenen Jahrzehnts - Fast eine Viertelmillion Menschen sind bei Naturkatastrophen umgekommen

2008 starb weltweit fast eine Viertelmillion Menschen durch Naturkatastrophen. Vorsorge und Frühwarnsysteme sollen derartig hohe Opferzahlen in Zukunft vermeiden helfen, fordern Hilfsorganisationen.

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Genf - Im vergangenen Jahr sind fast eine Viertelmillion Menschen bei Naturkatastrophen getötet worden. Laut dem Weltkatastrophenbericht der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) kamen 2008 knapp 243.000 Menschen bei Erdbeben, Fluten, Stürmen und ähnlichen Unglücken ums Leben. Damit, so der Bericht, sei 2008 das "zweittödlichste Jahr" des vergangenen Jahrzehnts gewesen.

Flutwelle und Zyklon

Nur im Jahr 2004, als ein Tsunami im Südwestpazifik die Küsten mehrerer Staaten verwüstete, gab es dem Bericht zufolge noch mehr Tote: 230.000 Menschen starben allein infolge der Flutwelle. Die schlimmsten Katastrophen im Jahr 2008 waren demnach der Zyklon "Nargis" in Myanmar (Burma) mit rund 138.000 Toten und das Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan, bei dem mehr als 87.000 Menschen starben.

Extremwetterrisiken

Die IFRC kritisierte, dass Katastrophenwarnungen einschließlich der jüngsten Warnung vor dem Klimawandel nicht ernst genommen würden. Trotz steigender Extremwetterrisiken durch die globale Erwärmung habe es bei Präventionsmaßnahmen und Frühwarnsystemen vor Naturkatastrophen nur geringe Fortschritte gegeben. "Die steigenden Gefahren des Klimawandels erfordern von den Regierungen eine ähnliche Antwort wie jene zur Bekämpfung der globalen Finanzkrise", sagte IFRC-Generalsekretär Bekele Geleta. Es gebe jedoch "viel Widerstand" gegen das Bestreben, etwas zu ändern. Der Fokus liege immer noch mehr auf Nothilfe nach dem Ausbruch von Katastrophen als auf deren Vermeidung.

Wirbelstürme

Einzig bei der Hurrikanserie 2008 in Haiti konnten sich durch die frühe Warnung tausende Menschen in Sicherheit bringen und höhere Opferzahlen vermieden werden. Die Wirbelstürme "Fay", "Gustav", "Hanna" und "Ike" hatten im Sommer 2008 Texas, Florida und Kuba verwüstet. Trotz Warnungen forderten die Hurrikane jedoch mehr als 550 Todesopfer in Haiti.

Uno warnt vor Klimawandel

Auch die Uno warnt vor "Mega-katastrophen" durch den Klimawandel in einigen der größten Städte der Welt. Wegen der Erderwärmung werde es mehr und heftigere Naturkatastrophen geben. Einige der größten Städte der Welt mit Millionen von Einwohnern seien durch ihre Lage in Küstennähe zunehmend bedroht, warnt Holmes. Bei künftigen Katastrophen werde es wesentlich mehr Tote geben als bisher. (mteed, DER STANDARD Printausgabe 18.6.2009)

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    Nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" gedachten Hinterbliebene ihrer Angehörigen mit Porträts im zerstörten Gebiet

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