Handystrahlen

Keine Grenzwertsenkung in Österreich

17. Juni 2009, 20:29

Infrastrukturministerin Doris Bures: Handymasten nicht gesundheitsgefährdend

Während für die Wiener Grünen die belgischen Grenzwerte "vorbildlich" sind, sieht man im zuständigen Infrastrukturministerium keinen akuten Handlungsbedarf. Eine Senkung der Grenzwerte schließt Ministerin Doris Bures (SP) "für die Zukunft" zwar nicht aus, "aber natürlich nur auf Basis seriöser wissenschaftlicher Untersuchungen". Sie nehme die Sorgen der Bevölkerung "sehr ernst", sagt die Ministerin und beruhigt: "Bei Einhaltung der Grenzwerte kommt es zu keiner Gesundheitsbelastung". Bures beruft sich auf den "unabhängigen Wissenschaftlichen Beirat Funk", der jährlich internationale Studien prüft.

Zusammenarbeit

Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Wiener Grünen, bezweifelt die Unabhängigkeit des Beirats: "Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Mobilfunkbetreibern." Die Grünen fordern eine "unabhängige Studie, die Gegner und Befürworter erarbeiten". Ziel der Studie müssten "möglichst niedrige, gesetzlich verankerte Vorsorgegrenzwerte sein". Messlatte sind für die Stadtökos die Salzburger Werte von einem Milliwatt pro Quadratmeter. Weitere Forderungen der Grünen: Verankerung der Bürgermitsprache im Telekommunikationsgesetz und Information der Strahlungsintensität in Produktdeklarationen für Handy und Masten.

Die Wiener Freiheitlichen wollen die Umrüstung der 750 Handymasten auf Wiener Gemeindebauten auf niedrigere Grenzwerte. Wien habe bereits niedrige Werte, die 10 Milliwatt pro Quadratmeter würden in Prüfverfahren für jede Anlage festgelegt. Bei Überschreitung müssten Masten abgebaut oder umgerüstet werden, heißt es aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SP). Für Maresch sind die Wiener Grenzwerte "ein Schmäh", weil sie nur für den einzelnen Masten gelten. "Bin ich als Bewohner von mehreren Masten umgeben, komme ich auf viel höhere Werte." Bindend müsste, so Maresch, "die Summe der Werte" sein.

Handymasten sind für Standortvermieter ein Geschäft. Wiener Wohnen bekommt für die Mobilfunkanlagen auf Gemeindebauten vier Millionen Euro Miete jährlich. Das Geld fließt zu 25 Prozent in die Erträge des Wohnhauses, zu 75 Prozent ins Gesamtbudget. (Jutta Berger, DER STANDARD Printausgabe, 18 Juni 2009)

 

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19 Postings
Josef Wöss
00
20.6.2009, 08:44

das zeigt, wie sehr die wirtschaft VOR dem menschen kommt.
nicht die unschädlichkeit ist eindeutig bewiesen,
sondern die schädlichkeit ist nicht eindeutig bewiesen.

chrilan
01
18.6.2009, 23:34
Einerseits...

... will jede/r ÖsterreicherIn über 3G im ganzen Land lückenlos "superschnell" kostengünstig ins Internet und auf der anderen Seite bescherd sich Herr und Frau Österreich über die bösen Handystrahlen, für dessen schädliche Wirkung noch immer keine schlagkräftige wissenschaftliche Studie gibt. Die Telekom wird (hoffentlich) davon profitieren, wobei auch bereits jeder zuhause einen Funk-Router stehen hat...

Bumo1
00
19.6.2009, 15:01
Informieren ist der erste Schritt

Wie viele Jahrzehnte hat die Tabakindustrie abgestritten das Rauchen gesundheitsschädlich ist und in hunderten gesponserten Studien belegt das das stimmt.

Es war ein meilenstein als endlich die erzwungene Aufschrift auf die Pakungen kam (über Rauchverbote kann man dann schon diskutieren).

Aber wenn ich denke, wie komisch jugendliche wie meine Tocher angesehen werden, weil sie unpackbarer Weise kein Handy haben (dürfen) würde ich mir diese Regelung auch für Handys wünschen.

Bei jeder Tarifwerbung einblenden "Achtung: Telefonieren verdoppelt die Wahrscheinlichkeit an Hirnkrebs zu erkranken" (lt. australischen Studien belegt) und dann kann wenigstens jeder selbst entscheiden wie er damit umgeht

Tante Herbert
01
19.6.2009, 00:09
Andererseits...

...sollte jede/r ÖsterreicherIn einmal informiert werden was denn da alles durch Ihre Köpfe saust!

Christian_P
01
18.6.2009, 21:22
"Bei Einhaltung der Grenzwerte kommt es zu keiner Gesundheitsbelastung"

Sagt eine Politikerin. Danke, alles klar.

x-und
00
18.6.2009, 19:34

und wieder einmal wird die bevölkerung eines landes für einen großen medizinischen feldversuch herangezogen. sollte sich irgendwann gar nicht mehr leugnen lassen, dass die nutzung von mobiltelefonen gravierende gesundheitliche probleme verursacht, können wir immer noch die grenzwerte senken. und die vertreter der mobilfunkindustrie werden uns auch dann noch erklären, dass, was uns aus den nasenlöchern und gehörgängen wächst auch andere ursachen haben könnte.
wie lange haben die tabakbosse vor dem kongress alljährlich geschworen, dass ihre produkte nicht süchtig machen?

short cut
01
18.6.2009, 09:16
Kopfschüttel

Nokia entwickelte bereits ein Handy, welches die erforderliche Eneregie für den Standbybetrieb aus dem Elektrosmog erhält.
Hier wird einem ein X für ein U vorgemacht. Die Krebshäufigkeit (in den USA) ist in den letzten 10 Jahren auf 15% gestiegen. Die "Wissenschaftler" streiten sich noch herum, ob das auf die Belastungen der Handys mit der dazugehörendem Infrastruktur zu tun hat. Ich (als nicht Handynutzer) fühle mich in meiner Gesundheit bedroht.

TraLiTraLa
01
18.6.2009, 14:57

habens schon mal gemessen, wie hoch der elektrosmog ist, wenn ein zug vorbeifährt (nicht ein englischer)? sie würden staunen.

short cut
00
19.6.2009, 11:12
TraLiTraLa

Nein, habe ich nicht. Was meinen sie mit "nicht ein englischer"?

xiinch
00
18.6.2009, 09:27
Was soll ich da erst als nicht-autofahrer sagen...

short cut
00
18.6.2009, 10:10
@xiinch

...keine Ahnung was sie dazu sagen sollen. Bin übrigens auch Nichtautofahrer. na sagen wir so ich fahre vieleicht 1 - 2x pro Monat - kann mir leisten zu verweigern.

Cpt America
 
00
17.6.2009, 22:00
Geld regiert die Welt

Leider sind die Ergebnisse solcher Studien immer davon abhängig wer diese Studien auf Auftrag gab und was er damit erreichen will. Es wird wohl nie eine Studie von den Handybetreibern geben welche aussagt dass die Strahlung schlecht ist. Es wird aber auch wohl nie eine Studie der Gegner geben die besagt, dass die Strahlung harmlos ist. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo mittendrin. Unglücklicherweise müssen aber die Menschen welche in der Nähe von solchen Masten leben und schwer erkranken mit dem Leid leben, oder daran sterben.
So grausam es klingt, aber Geld ist viel mehr Wert als Menschenleben, so weit ist unsere Gesellschaft leider schon lange. Leider keine gute Entwicklung!

gutartiger Bösmensch
10
18.6.2009, 08:03
"Unglücklicherweise müssen aber die Menschen welche in der Nähe von solchen Masten leben und schwer erkranken mit dem Leid leben, oder daran sterben. "

Bisher konnte noch keiner nachweisen dass die Erkrankung damit zu tun hätte oder das in der Nähe von Masten auch nur irgendwie eine Steigerung irgendwelcher Krankheiten auftritt. Und manche Masten stehen doch schon 20 Jahre.

Das ist so wie mit den Rutengängern. Jeder kennt einen der das wirklich kann und nach dessen auspendeln alle Beschwerden weg waren. Nur die James Randi Challenge (die immerhin 1 Mill. Dollar für substantielle Beweise/Können vergibt) hat in 30 Jahren keiner geschafft.

Cpt America
 
00
18.6.2009, 10:35
Aber auch diese Entscheidung wird beeinflusst

Wer jedoch entscheidet ob Erkrankungen mit einem Masten zusammenhängen oder nicht. Da man dies ja nicht 100% zuordnen kann wird dies auch nicht so publiziert, denn das würde die Mobilfunker wieder auf den Plan rufen mit unendlichen Klagen wegen Rufschädigung usw. Auch hier ist wieder das gute alte Geld im Spiel.
Wenn Sie sich mit medizinischen Studien auseinandersetzen werden Sie feststellen, dass auch dabei klare Aussagen vermieden werden.
Als Beispiel die Schutzimpfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Pharmakonzerne sagen unbedingt machen weil es schützt, einige Ärzte und andere Fachleute sagen, bringt nicht viel da es Gegenargument gibt. Genau gleich verhält es sich mit den Handymasten. Erst die Zeit wird den Effekt zeigen.

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
01
18.6.2009, 21:53

Klagfreudig sind die Esoterikmarkenartikler, die werden nämlich wirklich empfindlich wenn man Beweise für Wirkzusammenhänge verlangt.

Alle anderen sind vergleichweise locker.

Robert Dunkelwand
 
01
18.6.2009, 10:06

Placebo/Einbildung ist nach wie vor ziemlich unterschätzt. ;)

Lambert Oitzinger
02
17.6.2009, 21:34
Ist nicht erst vor kurzem eine Studie ...

... veröffentlicht worden, die "bewies", dass die Strahlung von Mobiltelefonen harmlos ist.

Ich frage mich, wem man da noch glauben darf.

Grundsätzlich kann man sich nur mehr fragen, wem nützt es, wer profitiert davon und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Korruption, sprich Bestechung im Spiel ist.

Liefern Digitalreceiver die bessere Qualität, sind Energiesparlampen die bessere Lösung und ist die Wirtschaftskrise wirklich der Grund für Massenentlassungen und Kurzarbeit?

Und was bedeutet es, dass Korruption erst ab EUR 3.000,- als Korruption tituliert werden darf?

Kodama
 
00
18.6.2009, 09:28
einfach abwarten

Die ersten Hinweise, dass Asbest gesundheitsschädlich ist gab es bereits um 1900. Ein endgültiges Verbot dieses Baustoffs kam erst 1990. Es sind also 90 Jahre vergangen. Die ersten Hinweise, dass Mobilfunk schädlich ist, gibt es seit ein paar Jahren. Offene Bluthirnschranke, gebrochene DNA Stränge, tote Hühnerembrios, etc. Erst als Asbest nicht mehr für den Bau benötigt wurde, und man einen passenden Ersatz gefunden hatte, konnte die Industrie gerne darauf verzichten.

siehe;
www.maers.de

Lambert Oitzinger
00
18.6.2009, 23:19
Ich komme zum Schluss, ...

... das wir nichts wissen können.

Die Liste der Studien und Gegenstudien könnte man endlos anführen und wahrscheinlich über allem schwebt das Damokles-Schwert der Korruption respektive hat den Grund schon erreicht.

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