Die Risken der strah­lenden Handyzukunft

17. Juni 2009 22:29
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    Foto: apa/herbert pfarrhofer

Belgien senkt radikal die Grenzwerte für die Handymasten-Strahlung. Die zugrundeliegende Studie ist umstritten, in Österreich warnen Experten vor einem allzu dichten WLAN-Netz in den Innenstädten

Brüssel/Graz - Belgien senkt seine Grenzwerte für Emissionen aus Mobilfunkanlagen. Die neuen Werte sind 14-mal niedriger als die in Österreich gültigen Richtlinien. Grundlage für den radikalen Schritt in Belgien ist eine Studie, die gesundheitliche Belastung durch Handystrahlung anhand von Tierversuchen nahelegt.

Diese Studie ist eigentlich eine Dissertation, die bereits mehr als ein Jahr alt ist. Dirk Adang von der Katholischen Universität Löwen hatte Ratten bis zu 18 Monate lang verschiedenen Strahlungen ausgesetzt. André van der Vorst, der Betreuer der Doktorarbeit, zeigte sich bereits vor einem Jahr vorsichtig, inwieweit diese Ergebnisse direkt auf den Menschen übertragen werden könnten. Was ebenfalls gegen die unmittelbare Relevanz der Studie spricht: Auch noch nach einem Jahr ist sie nicht in einer wissenschaftlichen oder medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht worden und damit auch noch keiner Begutachtung durch Fachkollegen unterzogen.

Doch auch selbst wissenschaftliche Veröffentlichungen müssen in dem heißumstrittenen Feld noch nichts heißen. International beachtete Studien der arbeitsmedizinischen Abteilung der Med Uni Wien, die schädigende Auswirkungen von Handystrahlen auf menschliche Zellen herausgefunden haben wollten, wurden erst vor wenigen Monaten widerrufen.

Vor Belgien hatten bereits Italien und Luxemburg die Grenzwerte gesenkt. Im Nachbarland Liechtenstein soll der Grenzwert bis 2013 sogar um 90 Prozent gesenkt werden. Die Betreiber der Mobilfunkanlagen reagierten auf den dortigen Landtagsbeschluss mit einem Investitionsstopp und drohen mit dem Rückzug aus dem Fürstentum. Wirtschaftsverbände versuchen, die Entscheidung mit einem Volksbegehren zu kippen.

Strahlenquelle WLAN

Die Diskussion um die Strahlenbelastungen könnten sich noch ausdehnen. Mit großer politischer Euphorie kündigte etwa die Grazer Stadtregierung dieser Tage an, dass bereits in einigen Monaten in der City flächendeckend Hot Spots mit freiem Internetzugang - wie in anderen europäischen Städten - eingerichtet werden. An Haltestellen, Straßenlaternen, Verkehrsschildern oder auch in den Parks sollten WLAN-Stationen installiert werden. Bis Oktober würden in Graz 80 derartige Internetzugänge offenstehen, heißt es.

Ob es dadurch zu vermehrter Strahlenbelastung kommen könnte, wurde bisher von der schwarz-grünen Stadtregierung nicht thematisiert. Der Strahlungsforscher Hans-Peter Hutter, Oberarzt am Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien, jedenfalls warnt: Bevor derartige WLAN-Stationen installiert werden, sollten die möglichen Risken genau untersucht werden. Hutter zum Standard: "Wir haben es hier mit einer anderen Frequenz als bei den Handys zu tun, und die Abstrahlung von den WLAN-Stationen ist zwar geringer als von Handymasten. Das Problem ist allerdings, dass sie näher dran sind bei den Menschen. Da könnte es natürlich zu höheren Belastungen kommen. Das ist knifflig."

Ob Handymasten oder WLAN: Es sei ein grundsätzliches Problem. Sowohl die Industrie als auch die Politik habe es verabsäumt, die Folgen der neuen Technologien abzuschätzen. Hutter: "Man lebt noch immer in einer elektronischen Goldgräberstimmung. Aber wir müssten Grenzwerte zur Vorsorge einziehen." (Walter Müller/Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2009)

 

In Österreich gilt bei Handy-Funkmasten der Grenzwert von 4500 Milliwatt pro Quadratmeter. Dieser Richtwert misst die so genannte Leistungsflussdichte und ist eine Empfehlung der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung, die von der WHO, der EU - und eben in die ÖNorm übernommen wurde. Der neue belgische Wert von 3 Volt misst die Leistung, ist kompliziert umzurechnen und beträgt etwa 25 Milliwatt. Zum Vergleich: der Richtwert in Salzburg beträgt 1 Milliwatt, der für Wiener Gemeindebauten 10 Milliwatt. (tasch)

Nachlese

Keine Grenzwertsenkung in Österreich

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 146
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motte77
11.07.2009 22:57
Sinnlose Entscheidung!!!

Ich find die Entscheidungen von manchen Politikern echt lustig. Die Leistungen der Handymasten wird heruntergefahren. Folge ist, dass die Handies, die immer mit minimum Leistung fahren um Akku zu sparen, mit mehr Leistung senden und direkt das Gehirn wegbraten. Egal wie relevant eine Studie ist oder nicht, elgal wie schädlich eine Strahlung ist, die Sinnhaftigkeit von gewissen Entscheidungen sollte man genauer überlegen. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sollten solche sinnlosen Entscheidungen gut überlegt sein. Weniger Sendeleistung bedeutet viel mehr Sendemasten. Ob das jeder Mobilfunkbetreiber schafft? Wieviele Arbeitsplätze sind dadurch gefährdet? Die schädliche Strahlung noch näher zum Menschen bringen?

Analog-Käse
25.06.2009 22:52
bei den meisten politikern

kann die handystrahlung keinen schaden mehr anrichten.

Leech
23.06.2009 09:14

ist die natürlcihe Strahlenbelastung nicht um einiges höher als das was von den antennen ausgeht?

soletti2000
23.06.2009 09:52
Die natürliche Hintergrundstrahlung der Erde..

ist geringer.

Ist ne recht komplexe Thematik, bei der nicht nur die Intensität betrachtet werden darf (Langwellen sind z.B. recht schädlich...).

Für eine detaillierte Auflistung können Sie ja folgenden Link besuchen:
http://www.iddd.de/umtsno/gespo.htm

mfg,
Soletti

soletti2000
23.06.2009 09:49
Die natürliche Hintergrundstrahlung der Erde..

ist geringer. Auch weist sie differente Frequenzspektren auf.

Die ganzen Überlegungen kann man also nicht rein auf die Intensität runterbrechen. Ist eine recht komplexe Geschichte (wie man mittlerweile weiß sind z.B. Langwellen sehr schädlich)

Eine Auflistung findet man für interessierte Leser hier:
http://www.iddd.de/umtsno/gespo.htm

mfg,
soletti

martinus
 
22.06.2009 21:31

Die einen reden von Handystrahlen, die anderen von Magnetfeldtherapie. Hätte man Handies vom Anfang an als gesundheitsförderndes Gerät verkauft, weil die Strahlen vielleicht das Gewebe erwärmen und somit die Durchblutung fördern (ob sie das wirklich tun oder nicht ist nebensächlich), hätten wir wahrscheinlich 100 mal höhere Grenzwerte.

Werner Auer
 
25.06.2009 17:03
Physik wohl nicht aufgepasst -

Bei 100 x höheren Grenzwert hätten wir 1 KW /m² gepulste Mikrowellenstrahlung. Das entspricht einen Mikrowellenofen mit höchster Leistung. Ein rohes Ei würde bereits nach einigen Sekunden von den Wänden abkratzbar sein, also vollkommener Nonsens.
Ein Handy funktioniert etwa noch einwandfrei bei
0,00000001 W/m² Leistungsflußdichte.

soletti2000
22.06.2009 12:45
dieser Dirk Adang (Ratten Doktorant)

hat übrigens schon einige Papiere (peer-reviewed=überprüft) publiziert:

Has a 970 MHz Pulsed Exposure an Effect on the Memory Related Behaviour of Rats?

Long-term epidemiological study on low-level microwave exposure of rats

ich komm da leider nicht dazu :/ aber vielleicht kann da ja mal wer reinschauen...

nur deswegen weil ich schon oft das Argument gelesen hab, dass seine Doktorarbeit ja noch nicht von "dritten" evaluiert wurde.

politint
21.06.2009 13:23

Die Menschheit war immer schon - und wird es immer bleiben - das Versuchskaninchen für Technik und Wissenschaft. Das traurige ist nur, daß das kein Wissenschaftler und Techniker öffentlich zugeben wird.

Josef Wöss
19.06.2009 12:20

röngten, contergan, asbest, titanic,
und lauter gscheite schlaumeier im forum.

Ich bin der Meinung...
19.06.2009 08:48
Vielleicht sollte man den Esoterikern

Höhlenwohnungen anbieten. Selbstverständlich unbeheizt. Denn auch Wärme-Strahlung(!) kann tödlich sein. Absolut tödlich sogar wenn man sich verendete Tiere oder Plfanzen in Steppen anschaut.

Außerdem wird die Sendeleistung der Sonne bis dato von keiner ÖNORM geregelt und kann daher beliebig hohe - natürlich auch unerlaubt hohe - Werte annehmen.

Heute ist ja wieder mal so ein Tag wo die Sonne in Leistunsbereichen stahlt, die wirklich durch Grenzwerte geregelt werden sollten ;-)

Werner Auer
 
23.06.2009 15:14
Zurückhaltung mit Ihrer Meinung wäre schön

Watt = Watt stimmt eben nicht. Eine 100 W Lampe z.B. liefert ein Spektrum verschiedener "Mikrowellenstrahlungen" und ist in 0,3m Entfernung sowohl in der Wärme- als auch in der Lichtstrahlung über längere Zeit sogar angenehm.
Gleiche 100 W Mikrowellenofen-Strahlung, 0,3m Entfernung und vielleicht nur 10 Sekunden, kann zu irreparablen Schäden führen.

Erzsébet Lucas
19.06.2009 12:32

Man muss kein Esoteriker sein, um das Vorsorgeprinzip ernst zu nehmen.

mika33
18.06.2009 15:59
"Der neue belgische Wert von 3 Volt misst die Leistung, ist kompliziert umzurechnen und beträgt etwa 25 Milliwatt. "

Der neue Wert von 3V misst die Leistung, da stellts einem ja die Haare auf! Man könnte sich ja auch fragen, wie gewichtig ein Artikel ist, der von Autoren verfasst wurde, die offensichtlich absolut keine Ahnung von dem Thema haben. Ok, wir fragen uns aber nicht, das ganze wurde ja irgendwo übernommen ...

Es ist ja ur lieb, dass der Standard da schreibt, dass die Umrechnung kompliziert ist, für BWL-Studenten ist sie das vielleicht ;-)))

Also Leistung = Feldstärke²/377 heißt S=E²/Z
Z=377Ohm ist die Freiraumimpedanz, die ist immer gleich.
Also Belgien:
23mW=(3V)²/377

Österreich:
4500mW=(40V)²/377

Das ist jetzt alles gerundet aber man sieht die Leistung hat ein Verhältnis von rund 14² und die Feldstärke von 14.

Werner Auer
 
25.06.2009 16:43
Etwas "Haarspalterei" betreiben Sie schon

Fachleute wie Sie ist es klar, dass es V/m heißen muss. Nichtfachleute allerdings finden 3 V/m nicht bedrohlich, sie können sowieso kaum etwas damit anfangen. Bei gepulsten Mikrowellen, eben die von der Mobilfunktechnik, sind bereits 3 V/m, oder weniger harmlos ausgedrückt etwa 23.000 Mykrowatt/m² Leistungsflussdichte schon recht hoch. Bei der REFLEX-Studie treten bereits Zellschäden bei 10 Mykrowatt/m² auf. Ebenso EEG-Störungen des Gehirns. Diesen Wert hat auch Prof. Leitgeb im Schlafforschungsbericht bemerkt. Im Standard wurde seinerzeits berichtet, dass sich bei einem schlafenden Probanden sich das EEG chaotisch änderte wenn ein Handytelefonierer auf der Strasse vorbeiging. Den Standard-Artikel finde ich sehr informativ und gut!

mika33
25.06.2009 17:08
Grüssigott Herr Auer, ich hab schon mal von ihnen gehört - Stichwort Geobiologische Beratung (Falls sich nicht jemand anderer hinter Ihrem Namen verbirgt)

Also: Sie finden es schlecht, wenn etwas nicht bedrohliches (3 V/m) auch so bezeichnet wird. Wie wärs denn mit 23 Millionen Nanowatt? Hört sich noch besser an! Physikalisch ist das alles gleich, nur Menschen wie sie verwenden lieber Einheiten wo man eine schön hohe Zahl verwenden kann um den Menschen Angst zu machen. Gut für Ihr Geschäft!

Sie wissen aber schon was mit der REFLEX-Studie passiert ist? Sie wurde für ungültig erklärt, da eine Mitarbeiterin im Labor sich sämtliche Messwerte einfach ausgedacht hat anstatt wirklich zu messen, um ein gewünschtes Ergebnis zu erhalten.

Wenn ein EEG durch ein Handy gestört wird, dann sicher durch die Einkopplung in die EEG Leitungen und nicht durch Veränderungen der Gehirnströme.

Werner Auer
 
27.06.2009 22:30
REFLEX-Studie von Wien vielleicht manipuliert, aber

13 weitere Labors in mehreren Ländern kommen zu dem gleichen Ergebnis. Also wesentliche Schädigungen in der DNA auch bei den anderen Instituten in Doppelblindstudie signifikant bestätigt.
Die Hintergründe für den Fälschungsvorwurf sind auch heute noch unklar, denn die Fälschungen waren ziemlich klar ersichtlich, so dass sie eventuell sogar auffallen mußte. Vielleicht sollte auch die Studie gezielt in Wien nochmals unter Aufsicht wiederholt werden.

werwolfi
19.06.2009 20:01

naja, alles was über addition und maximal vielleicht noch subtraktion rausgeht, ist kompliziert - und quadrieren UND dividieren in einem ausdruck, jessas.... ;oP

luis trew
18.06.2009 14:36

Und wieder erklären uns die allwissenden Handyjunkies in diesem Forum, wie gesund "Handystrahlung" doch eigentlich ist.

Ob die wirklich wissen, dass Handys ungefährlich sind?

Naeich
 
18.06.2009 19:47
Jedenfalls ...

gibt es keinerlei Hinweise darauf dass es gefaehrlich ist, noch gibt es vernuenftige Theorien warum es gefaehrlich sein koennte.
Also, Paranoiker, raucht euch eine an, trinkt ein paar Bierchen waehrend die LKWs am Schanigarten verbeibrausen und fuerchtet euch vor der boesen Handystrahlung.

x-und
18.06.2009 19:39
rauchen ist gesund!

Dr. Marlboro

Marlon62
18.06.2009 16:51
Ich hatte vor eineinhalb Jahren

ein Gespräch mit Technikern von Telekom/Mobilkom.
Jene Serviceleute, die auf die Handymasten klettern müssen, tragen dabei Schutzkleidung. Dennoch sind sie danach ca. einen Tag lang impotent.

Nett, dass derartige Dinge von den Providern nicht veröffentlicht werden.

Erich Hofbauer
24.06.2009 11:44

Handy als Verhütungsmittel ;-)

Werner Auer
 
24.06.2009 23:25
Ja, Dummheit soll aussterben - Selbstschutz der Natur!

M L3
20.06.2009 17:09
Könnte am Gewicht der Schutzanzüge liegen

Sind sie allerdings wirklich impotent, können also keinen Ständer bekommen oder sind sie Zeugungsunfähig, haben also verminderten Samen?

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