"Das Streetfestival ist politisch"

17. Juni 2009, 19:38
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Organisator Michael Palliardi wehrte sich gegen die Vorwürfe der "Freeparade"-AktivistInnen und versteht sein "Happening" als Demonstration

"Musik verbindet Freunde, Völker und Kulturen. Großer Spaß und die pure Freude am Leben stehen im Mittelpunkt des kollektiven Straßen-Happenings. Wir möchten mit dem Streetfestival demonstrieren, dass Wien einfach eine coole, moderne Stadt und multikulturell ist", steht auf der Homepage des am Samstag zeitgleich mit der politischen Demonstration "Freeparade" (derStandard.at berichtete) in Wien stattfindenden Events namens "Streetfestival".

Die Aussage einer Freeparade-Aktivistin, dass "das Streetfestival die komplette Kommerzialisierung und Ausbeutung von Partykultur verkörpert", wies Streetfestival-Organisator Michael Palliardi am Mittwoch entschieden zurück. Laut Palliardi sei das "Straßen-Happening" "nicht kommerziell", es handle sich vielmehr um eine auch als solche "angemeldete Demonstration, das Streetfestival ist politisch und hat klare politische Inhalte, wie Friede, Liebe und Toleranz", so Palliardi.

Palliardi verwehrte sich außerdem gegen die Behauptung, dass das Etablissement "Goldentime" als Sponsor des Streetfestivals vorgesehen gewesen sein soll. Das Firmenlogo war deutlich auf der Homepage unter den anderen Sponsoren und Mitveranstaltern zu sehen und ist auf Betreiben des Freeparade-Kollektivs, welches bei der am Streetfestival beteiligten Jugendorganisation wienXtra diesbezüglich urgierte, von der Homepage entfernt worden. "Wir hatten nie Kontakt mit dem Goldentime", so Palliardi, der auf die Frage, warum das Logo dieses Etablissements dann auf der Homepage zu sehen war, lapidar antwortete: "das ist eine andere Geschichte".

Dass die Terminkollision von den Organisatoren der Freeparade als "feindseliger Akt" betrachtet wird, kann Palliardi nicht nachvollziehen. Man habe bei der Terminisierung zwar darauf geachtet, wann die Regenbogenparade stattfindet, dass aber jedes Jahr im Frühsommer auch die Freeparade stattfindet, hat der Organisator des "Straßen-Happenings" "nicht gewusst" und zum Zeitpunkt der Anmeldung seien keine anderen Veranstaltungen eingetragen gewesen. Es sei nicht üblich, sich mit anderen Paraden-Organisationen abzusprechen, aber man wolle die Freeparade nicht als Konkurrenz-Veranstaltung verstanden wissen. (Thomas Hirner, derStandard.at, 17. Juni 2009)

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