Tumoren der Schweißdrüsen als Fundorte

17. Juni 2009, 16:52
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Im Rahmen eines deutschen Projekts sollen neue Ansätze für die Krebstherapie erarbeitet werden

An der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf wollen Forscher erstmals mittels moderner Chiptechnologie systematisch in bösartigen Schweissdrüsentumoren nach Krebsgenen fahnden. Die Entstehung von Schweißdrüsenkarzinomen ist bislang weitgehend unerforscht, die molekulargenetischen Grundlagen daher völlig unbekannt. 

Identifizierung neuer Onkogene und Tumorsuppressorgene

Das Ziel des Projektes der Arbeitsgruppe um den Mediziner Roland Kruse ist die erstmalig genomweite Ermittlung der chromosomalen Regionen, die zugrundeliegende Onkogene und Tumorsuppressorgene tragen, das teilten die Forscher in einer Aussendung mit. Es werde davon ausgegangen, dass ein Tumor durch genetische Veränderungen (Mutationen) auf zellulärer Ebene entsteht. Diese somatischen Mutationen betreffen insbesondere Onkogene und Tumorsuppressorgene. Während Onkogene die Entstehung von Krebszellen fördern, hemmen Tumorsuppressorgene das Auftreten von unkontrolliertem Wachstum. Protoonkogene können durch Mutationen an Funktionalität hinzugewinnen und so zu Onkogenen werden, Tumorsuppressorgene können durch Mutationen inaktiviert werden. Wegen ihrer großen Bedeutung für die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen ist die Identifizierung eines jeden neuen Onkogens und Tumorsuppressorgens wegweisend.

Untersuchungsmaterial ist Schweißdrüsenkarzinomgewebe. Im Rahmen des Forschungsprojektes wird die Erbsubstanz (DNA) mit Methoden der sogenannten Mikrodissektion selektiv aus dem Tumorgewebe gewonnen. Diese Gewebs-DNA liefert eine wertvolle Grundlage für den nachfolgenden Einsatz der Chip-basierten Array-Technologie. Hierbei soll über die gesamte Erbsubstanz nach Kopienzahl-Veränderungen und andererseits gehäuften Allelverlusten gesucht werden. Diese weisen typischerweise auf Onkogene beziehungsweise auf Tumorsuppressorgene hin. Die erwarteten Ergebnisse von Roland Kruse und seiner Arbeitsgruppe sollen eine detaillierte Ermittlung der dortigen Gene erlauben. Die Identifizierung neuer Krebsgene ermöglicht nicht nur neue Einblicke in die Entstehung von Krebserkrankungen und die Etablierung neuer Methoden in der Krebsdiagnostik, sondern eröffnet auch die Entwicklung neuer Ansätze in der Krebstherapie. (red, derStandard.at)

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