Wachgeküsste Partnerschaft in Energiefragen

17. Juni 2009, 16:43
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Wenig Einsatz von Erneuerbaren in der Slowakei

Bratislava/Wien - Die seit rund zehn Jahren eher dahindümpelnde Energiepartnerschaft mit der Slowakei soll reanimiert werden. Insbesondere die Ankündigung der Slowakei von diesem Winter, bei anhaltender Gaskrise den erst Ende 2008 vom Netz genommenen zweiten Block des AKW Jaslovské Bohunice wieder hochfahren zu wollen, dürfte ausschlaggebend dafür sein, dass unter der Ägide von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (VP) die Energiepartnerschaft intensiviert werden soll. Und auch auf slowakischer Seite war die Gaskrise ein einschneidendes Erlebnis. Österreich habe damals Erdgas in die Slowakei geliefert, erinnert sich Umweltminister Viliam Turský: "Diese Hilfe wird diesen Winter eventuell wieder notwendig sein."

Die Slowakei hat im Bereich nachwachsender Energien ähnliche Voraussetzungen wie Österreich, doch ist der Anteil der Erneuerbaren um ein Vielfaches geringer. Insbesondere bei der Biomasse liegt die Slowakei beträchtlich hinter dem österreichischen Nutzungsgrad. Biomasse-Heizwerke wie das in Prešov sollen deshalb vermehrt gebaut werden. Dieses Heizwerk, das 9000 Wohnungen versorgt, wurde mit Beteiligung der Energiecomfort und einem Investitionsvolumen von drei Mio. Euro gebaut. "Genau zu dem Zeitpunkt, zu dem in der Slowakei das Gas knapp wurde, sind wir mit dem Heizwerk fertig geworden", sagt Paul Minarik von Energiecomfort. Die Energiecomfort ist eine Tochter der Wien Energie, die örtliche Wärmenetze baut. (ruz, DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2009)

 

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