Oberösterreich

Offen Rechtsextreme streben in den Landtag

19. Juni 2009, 06:23
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    foto: apa

    Das Zahnrad als Logo der NVP gleicht dem Logo der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront.

Die Nationale Volkspartei will bei den Landtagswahlen in Oberösterreich antreten - Die Wahlbehörde prüft das Ansinnen noch

"Früher waren wir tolerant, heute fremd im eigenen Land" - ein neuer Spruch der FPÖ aus der Edelfeder von Generalsekretär Herbert Kickl? Weit gefehlt. Eine Partei schickt sich an, den Freiheitlichen in Punkto Asylkritik, Nationalgefühl und Heimatbewusstsein den Rang abzulaufen. Die 2007 gegründete Nationale Volkspartei (NVP) möchte bei den Landtagswahlen in Oberösterreich am 27. September antreten - und sorgt damit für Aufsehen.

Denn der Gründer der NVP ist kein Unbekannter: Robert Faller ist ehemaliger Anführer der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) als "neonazistisch" eingestuften Gruppe "Kameradschaft Germania und Nationaldemokratisches Aktionsbüro" (NDAB) und Betreiber der Homepage Stop3g, einer Initiative zur Abschaffung des Wiederbetätigungs-Verbotsparagraphen. Diese sammelte unter anderem Spenden für Gerd Honsik, der im April 2009 zu fünf Jahren Haft wegen NS-Wiederbetätigung - nicht rechtskräftig - verurteilt wurde.

Ähnlichkeiten zu SS-Lehrplan

Da mutet es wenig überraschend an, dass der Verfassungsschutz auf Verdacht des Bündnis' "Lichter gegen Rechts" und des Autors Tibor Zenker das Parteiprogramm auf Ähnlichkeiten zu dem Lehrplan der SS aus dem Jahr 1944 untersucht. So heißt es zum Beispiel im SS-Programm: "Das einzelne Volk ist gewachsen aus den Kräften der Erbsubstanz und der Umwelt" und im Programm der NVP: "Das Volk sehen wir gewachsen aus den Kräften der Erbsubstanz und der Umwelt."

Auch das DÖW schätzt die NVP auf ihrer Homepage als eine "offen rechtsextreme Partei mit zahlreichen Berührungspunkten zum Neonazismus" ein. Ob sie bei den Wahlen antreten darf, entscheidet die Landeswahlbehörde nachdem der Wahlvorschlag der Parteien eingebracht wurde. Stichtag dafür ist der 11. August.

"Noch nicht klar"

Der Chef der Wahlbehörde Oberösterreichs Michael Gugler sagt im Gespräch mit derStandard.at: "Momentan ist noch nicht klar, ob die NVP antreten darf. Aber wir beginnen bereits jetzt damit, das zu recherchieren." Ein bis zwei Wochen nach dem Stichtag würde in einer Sitzung der Behörde über das mögliche Antreten entschieden werden.

Wie diese Entscheidung ausgeht ist für den Juristen Alfred Noll "eine Frage des politischen und demokratischen Mutes." Denn es sind die Beamten, die recherchieren und kontrollieren müssen, ob es einen begründeten Verdacht gibt, der Partei das Antreten zu verweigern. "Indizien wären in dem Fall, dass Robert Faller bereits einschlägig bekannt ist", sagt Noll. Beim Verfassungsgerichtshof angefochten werden kann die Entscheidung in jedem Fall: Entweder durch die nicht zugelassene Partei oder andernfalls durch alle anderen Personen, die gegen einen Antritt der NVP sind.

"Deutlich rechts der Mitte"

Doch selbst wenn die NVP bei den Wahlen antreten darf: Der Pool potenzieller Wähler scheint in Oberösterreich in Bezug auf die vorangegangene Nationalratswahl 2003 gering. Damals erhielt die ÖVP 43,4 Prozent und bildet seither mit den Grünen die Landesregierung. Die SPÖ erhielt 38,3 Prozent, die FPÖ 8,4. Damit liegen die Freiheitlichen deutlich unter dem Bundestrend. Einer aktuellen SORA-Umfrage nach wollen außerdem sechzig Prozent der Oberösterreicher die Grünen auch künftig in der Landesregierung. Kein günstiger Nährboden für eine derart rechtsextreme Partei, wie die NVP.

"Diese Partei ist in Wortwahl, Sprachduktus und Inhalt deutlich rechts der Mitte und damit ein Minderheitenprogramm", sagt Meinungsforscher Peter Hajek im Gespräch mit derStandard.at. "Sie hat in Österreich keine Chance." Vom Überwinden der Vier-Prozent-Hürde um den Einzug in den Landtag gar nicht zu reden. Das einzige, was die NVP bewirken könnte, wäre die Chancen der FPÖ zu vergrößern. "Die kann ihr Profil dadurch schärfen, indem sie sagt: 'Schauts, die sind wirklich rechts!'", sagt Hajek.

Mit einer dermaßen rechten, nationalen Politik wie sie die NVP propagiert, wollen die Österreicher seiner Meinung nach, nichts zu tun haben: "Man hat schon am Ergebnis der EU-Wahl gesehen, dass die Causa Graf der FPÖ geschadet hat. Das Anstreifen an Gedankengut von nationalistischen Burschenschaften ist den meisten Österreichern zu steil."

"Lächerliches Unterfangen"

Doch auch der harte Kern dieser Szene dürfte die NVP nicht wählen. "In großen Teilen der eigenen Kreise wird diese Partei nicht ernst genommen sondern angefeindet", sagt ein Mitarbeiter des DÖW im Gespräch mit derStandard.at. Diese Kritik betreffe fast ausschließlich die Person Robert Faller. "Die Art und Weise wie er dieses Projekt aufgezogen hat - und andere davor - stößt auf große Ablehnung. Auch intern hat es vor etwa einem Jahr eine Auseinandersetzung gegeben."

Momentan besteht die Kandidatenliste der NVP nur aus vier Personen. Im Forum der neo-nationalsozialistischen Homepage Alpen-Donau wird die Parteigründung Fallers als "lächerliches Unterfangen" gewertet. "Fallers Aktivitäten werden entweder belächelt oder beschimpft", sagt der DÖW-Mitarbeiter. Der Grund: "In der Vergangenheit hat er angekündigte Aktivitäten oft nicht eingehalten. Zum Beispiel wurden angekündigte Kundgebungen nicht gesetzt oder ähnliches. Das hat dazu geführt, dass Faller als ein nicht tragbarer Bündnispartner gesehen wird."

Faller, der nach Eigenangaben momentan als Gemeindearbeiter und zeitweise als Kellner arbeitet, sieht die NVP jedenfalls als "patriotische Alternative", wie er auf der Partei-Homepage schreibt. Und sein Ziel? "Ich möchte meine Kinder nicht in einem kapitalistisch, kommunistisch oder gar islamisch geprägten Österreich aufwachsen oder leben sehen." (Saskia Jungnikl, derStandard.at, 19.6.2009)

Kommentar posten
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ordy
01
20.7.2009, 08:51

Dort wo 2 oder 3 Glatzen versammelt sind, da bricht die künstliche Panik aus.
Erinnert an die Wehrsportübungen von Langelois. Damals wurde wegen ein paar die im Wald Krieg spielen so getan als stünde Ö unmittelbar vor einem Nazi-Putsch.
Nazi sells.

Franz A.
01
22.6.2009, 21:11
Samma froh

Ich bin nur froh, dass die Rechte in sich so zerstritten und zerstueckelt ist, dass es fuer die meisten Gruppen nicht fuer einen Einzug in ein Parlament oder einen Landtag reichen wird.

Schon alleine, wenn man BZOE/FPOE aufsummiert kommt man auf einen unangenehm hohen Stimmenanteil.

Pompeianus
01
22.6.2009, 12:13
ob der bundesbildungsbeauftragte der nvp

schon weiß, dass der 2. wk vorbei ist?

ordy
00
20.7.2009, 09:12

Dann erzähl das mal der UNO, damit die Feindstaatenklausel entfernt wird.

Mahlzeit!
00
30.6.2009, 23:01
KA... allerdings stellt sich die frege ob so mancher links aktivist dies weiß

walter helfmann
02
22.6.2009, 00:25
hofrat mag. lißl


wird - bei seiner unbedarftheit - überrascht sein, dass es in oösistan

rechtsextrimus und somit auch -misten gibt.



djang
01
21.6.2009, 12:29
fremd im eigenen land...

http://www.youtube.com/watch?v=3_3ejI8P7TM

danke advanced chemistry für dieses großartige stück deutscher musikgeschichte!

JWH
00
22.6.2009, 02:02

PUSH!

Das nenn ich Ownage.

Man muss unseren rechtgesinnten Mitbürgern nur mit Schlagfertigkeit und Wortwitz den Wind aus den Segeln nehmen. Dann wird man sehn wie schnell sie aufhören Fahrt aufzunehmen und am politischen Ozean verloren gehn.

Mit Gewalt und Verboten hat man noch keinen langfristig ausgeschaltet.
Unser ganzer Staat muss "Nein zu Rechts!" sagen.

Haben wir ja bereits angeblich.
Aber i.wie fruchtet es doch nicht

Der Kritiker 5
 
10
22.6.2009, 19:23

Ob die Politik, die Sie sich da gerade vorstellen auch wirklich gut gehen kann, das wage ich mit "gutem Recht" zu bezweifeln.
Obwohl Österreich in der Politik schon länger nicht mehr ganz mittig, sondern etwas mehr rechts steht, wird immer noch mit Staatsbürgerschaften herumgeworfen als wären sie nichts wert! Es wandern so viele aus den Ostländern (allen voran aus der Türkei) ein, die sich keine Bemühungen machen sich auch nur ansatzweise zu integrieren, die Staatsbürgerschaft erhalten sie schließlich aber trotzdem... Damit ist es nur logisch zu meinen: "Wer sich in Österreich nicht zurechtfinden kann, oder will, der muss draußen bleiben"
Ich möchte nun nicht als Rassist dastehen, aber ich denke das das in der Tat zu weit geht.

Bobokox
00
23.6.2009, 11:55

Der Großteil unserer Staatsbürgerschaften geht an gebürtige Deutsche.
Und erklär doch bitte wie "man sich selbst" integrieren soll? Da hamma wohl an Strache-nachplapperer....
Integration ist die Zusammenführung zweier oder mehrer Gruppen zu einem Ganzen, und dazu brauch es beide Gruppen.
Und ich will dich jetzt nicht als Rassist oder Fremdenfeind beschimpfen, aber deine Ansichten scheinen mir doch recht medienmanipuliert und/oder xenophobisch.

wildkater
00
24.6.2009, 13:20

...und das genau ist das Problem Österreichs: rechtes Gedankengut wird - v. a. durch die FPÖ - über die Medien so oft verbreitet, dass es sich schon als "normal" eingebürgert hat, manche extremen (stereotypischen und klischeehaften) Meinungen auch ganz harmlos offen kund zu tun.
Statt die FPÖ politisch auszugrenzen, wie es z. B. mit der NPD in D geschieht, wird z. B. einem H.C. S. und Graf noch die Bühne in TV und Print gegeben, weiter Hetze zu betreiben.
Unterträglich, diese Gesichter in der Öffentlichkeit zu sehen und dann noch das hirnlose, populistische Gesabbere täglich lesen / hören zu müssen.

Der Kritiker 5
 
00
23.6.2009, 14:27

Das ist schon richtig, dass beide Gruppen für eine erfolgreiche Integration mithelfen müssen, keine Frage, aber es beginnt ja schon einmal damit die Sprache des Landes zu erlernen, in das man einreisen will.
Kann man sich zB nicht auf deutsch mit Österreichern unterhalten, so bleibt einem nichts anderes über, als sich mit anderen Einwanderern aus dem/der gleichen Staat/Region zu unterhalten. Somit sind Gruppenbildungen bereits vorprogrammiert.
Da kann man als Österreicher keinen Einfluss nehmen und muss die Situation eben so hinnehmen, wie sie ist, oder man denkt nach und versucht daran etwas zu ändern.

Und ich bin nicht manipuliert (zumindest nicht so wie du das meinst) denn auch ich empfinde die FPÖ kaum als wählbare Partei.

Bobokox
00
24.6.2009, 11:32

Geb dir recht, dass die Sprache wahrscheinlich einer der Hauptgründe für Paralellgesellschaften ist, allerdings kann man nicht verlangen, dass ein Migrant (vlt. gar ein Asylwerber) bereits beim einwandern deutsch spricht.
Solche Paralellgesellschaften bilden nicht ausschließlich durch Sprachbarrieren... Wenn ich als Migrant einen Deutschkurs absolviere, und nachher gut genug sprechen könnte um auf "Schuldeutsch" (also Fremdsprache) mit einem gebürtigem Österreicher zu kommunizieren, fehlt mir immer noch massig Praxis, um wirkliche Gespräche führen zu können. Und wenn ich an diverse Wahlplakate und Aussagen denke, würd ich mich als Migrant hier nicht wirklich willkommen fühlen und auch unter Meinesgleichen bleiben....

Der Kritiker 5
 
00
24.6.2009, 17:40

Ja, ich versuche gar nicht zu leugnen, dass die Österreicher selbst teilweise auch Schuld an der mangelnden Intergration der Ausländer haben. Aber jeder weiß, dass sich bei einem so hohen Ausländeranteil, wie bsp. Rudolfsheim-Fünfhaus (32%), oder diversen Schulen mit 90%-igen Anteil nicht-deutschsprachiger, usw., das rechte Gedankengut nie vollständig verbieten lassen wird. Und auch aus allein aus diesem Grund wird Österreich nicht zum Sammelbecken für alle möglichen Einwanderer, denn soetwas wäre bei den Grünen schon vorstellbar.
Es bleiben also nur 2 Lösungen:
- die Einwanderer einem Kurs zu unterziehen, der sie die dt. Sprache etc. lehrt und ihnen Chancen gibt miteinander auszukommen ...oder...
- die Einwanderung einzuschränken.

che_guevara
02
21.6.2009, 08:27
Ich habe gestern die Rede von Gregor Gysi beim Parteitag der Linken gesehen.

Traurig, dass wir in Österreich keine vergleichbare Partei haben!
Dann hätten Strache und Konsorten weitaus weniger Chancen...

apfelkuchen
Stefanie Klamuth
00
21.6.2009, 15:42

und ich hätte eine echte alternative um bei wahlen ggf meinen protest auszudrücken.

Christoph ************
01
21.6.2009, 01:50

Warum sagt her Faller anstatt der Dinge die er nicht will, jene die er will. Offensichtlich will er seine Kinder in einem nationalsozialistischem Österreich aufwachsen lassen.

Es ist traurig das es anscheinend noch immer Leute wie Herrn Faller gibt.

Michl52
00
21.6.2009, 00:46
Stehen die innerhalb der Verfassung?

Wenn die innerhalb der Verfassung stehen, sind sie zur Wahl zuzulassen.
Stehen sie mit ihren Aktivitäten außerhalb der Verfassung, sind sie zu untersagen - jetzt, nicht erst anlässlich der Kandidatur zu einer Wahl.

wildkater
00
24.6.2009, 13:23

Steht die FPÖ denn wirklich innerhalb der Verfassung? Oder Bürscherltreffen wie "Olympia"?
Das Problem wird sein, dass es nicht wenige Richter und Anwälte gibt, die Mitglied oder Sympathisanten dieser Partei oder von rechtsnationalen Zirkeln sind. Man könnte sagen, das System ist bereits infiltriert...

Zinnmo
 
01
20.6.2009, 23:50
Was sind das für Typen, denen selbst der Strache zu links ist?!?

Unglaublich...

roland-p
00
22.6.2009, 14:25

Hat Lothar Höbelt auch unlängst in einem Interview gesagt, dass ihm die Blauen manchmal zu weit nach links abdriften

MsLiberty
00
20.6.2009, 22:06

Ich habe für links gar nichts über, aber wenn ich das lese, über diese neue Möchtegern-Partei, dann wird mir schlecht.

Der Tod als Ziel
00
20.6.2009, 21:04
"Ich möchte meine Kinder nicht in einem kapitalistisch, kommunistisch oder gar islamisch geprägten Österreich aufwachsen oder leben sehen."

In einem liegt Faller zu 100% richtig: Auch ich möchte meine Kinder nicht in einem islamisch geprägten Österreich aufwachsen sehen.

Auch kapitalistisch geprägt wäre total verzichtbar, mit einer kommunistisch geprägten Nation hätte ich dagegen gar kein Problem!
Frei nach Unart: "Kapitalismus ist Feudalismus der Gegenwart"

walter helfmann
00
22.6.2009, 00:21
besser, sie lassen das mit dem


nachwuchs bleiben.

besser für ösistan und besser für ein miteinander von kulturen.

Clint Ostwald
21
20.6.2009, 21:46
Da passt Ihr Nickname

denn ein kommunistisches Regime bedeutet Stillstand. Da geht nix weiter. Tod. Zur Inspiration empfehle ich Bilder aus Nordkorea. Kann man googeln.

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