Zehn Jahre Haft für Banküberfall mit Geiselnahme

17. Juni 2009, 15:55
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Feldkirch - Ein 43-jähriger Bosnier ist am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch wegen schweren Raubes, Nötigung und Freiheitsentziehung zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hat am 30. Oktober 2008 in Feldkirch-Tosters eine Bankfiliale überfallen und eine 37-jährige Angestellte als Geisel genommen. Er zwang die Frau, mit ihm in ihrem Auto fünf Stunden quer durch Österreich zu flüchten. Sie musste den Mann bis nach Oberösterreich fahren. Dem Opfer wurden 10.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der psychisch angeschlagene Mann nahm den Richtspruch reuig entgegen. "Ich hätte die Todesstrafe verdient", so seine etwas dramatische Reaktion. Mildernd wirkten sich sein Geständnis und die eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit aus, ebenso dass die Beute sichergestellt werden konnte. Erschwerend waren eine einschlägige Vorstrafe, sowie die Planung der Tat.  Dass er eine Waffe mitnahm, dass er sich die Fingerkuppen für die Tat mit Klebeband umwickelte und dass er die Bank einen Tag vor dem Überfall aufgesucht hatte.

In der Verhandlung war zuvor Gerichtspsychiater Reinhard Haller zu Wort gekommen. Haller diagnostizierte zwar ein "eingeschränktes Steuerungsvermögen" bei dem Mann, der Angeklagte habe aber gewusst, was er tat.

Die Angestellte ist bis heute beeinträchtigt, leidet unter Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen. Sie verfolgte den Prozess am Mittwoch als Zuschauerin.  (APA)

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