Bertrand Piccard will mit Solarflugzeug die Welt umrunden

17. Juni 2009, 15:02
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Projekt "Solar Impulse" soll 2011 in die Praxis umgesetzt werden - im Heißluftballon hat der Schweizer die Weltreise bereits geschafft

Wien - Mit dem Heißluftballon hat Bertrand Piccard die Erde bereits umrundet, nun soll das Solar-Flugzeug folgen: Zum ersten Mal in der Geschichte der Luftfahrt will der Schweizer völlig ohne Treibstoff und nur mit Sonnenenergie in einem eigens dafür konstruierten Flieger die Reise rund um den Globus absolvieren. "Ich bin kein professioneller Abenteurer", gab sich der Mediziner vor seinem Auftritt auf Einladung der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) am Dienstagabend in Wien bescheiden.

Die Idee zu dem Projekt "Solar Impulse" kam Piccard unmittelbar nach seiner Landung mit dem Ballon im Jahr 1999. "Wir sind mit 3,7 Tonnen Treibstoff gestartet und sind mit 40 Litern gelandet - wir wären also beinahe daran gescheitert", sagte der Schweizer. Damals schwor er sich, den nächsten Flug völlig unabhängig von Treibstoff zu absolvieren. Und dass das vor ihm noch nie jemand gemacht hat, hat den Pioniergeist des Mediziners erst recht beflügelt.

Groß und leicht

"Es reizt mich immer, etwas umzusetzen, das als unmöglich gilt", meinte Piccard. Für seinen Solar-Flug musste erst einmal ein Flieger konstruiert werden, mit dem eine Erdumrundung überhaupt möglich ist. Der Prototyp, der kommende Woche vorgestellt wird, ist auch ein technisches Wunderwerk: "Er ist so groß wie ein Airbus 340 und wiegt nur 1.600 Kilo", sagte der Abenteurer. Auf den Flügeln sind unzählige Solarzellen untergebracht, so dass über Tags genügend Energie gespeichert werden kann, um den Flug auch in der Nacht fortzusetzen.

Piccard reizt an dem Projekt nicht unbedingt die Herausforderung als Pilot. "Es geht darum aufzuzeigen, dass man mit alternativen Energien sogar um die Welt fliegen kann", erklärte der Schweizer. So können die Menschen sehen, dass Umweltschutz nicht mit Mobilitätsverzicht und anderen Einschränkungen verbunden sein muss. "Politikern fehlt die Vision, aber Umweltschutz kann sexy, spannend und voller Abenteuer sein", sagte Piccard.

Zeitplan

Der Start zur Weltumrundung soll 2011 erfolgen. Die Piloten planen, jeweils fünf Tage und fünf Nächte durchzufliegen. Die Zwischenlandungen werden dazu genutzt, Werbung für das Projekt zu machen. Und nachdem China den zweiten Versuch von Piccard, den Globus mit einer Verweigerung einer Überfluggenehmigung zunichtegemacht hatte, ging der Schweizer dieses Mal politisch auf Nummer sicher. "Ich war schon bei den Chinesen, sie erlauben es. Sie kennen mich aber auch schon und sind von dem Projekt begeistert", so der Extrempilot.

Was für Projekte nach "Solar Impulse" anstehen, wollte Piccard nicht verraten. Aber im Gegensatz zu seinem Vater und Großvater wird er nicht auch die Ozeane erforschen. "Mein Vater war schon auf dem tiefsten Punkt des Meeres, wie soll ich das übertreffen?", fragte der Abenteurer. Die Luftfahrt biete hingegen noch jede Menge Raum für Pioniertaten. (AP/redA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Captain Piccard geht auf (Solaren) Impuls.

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