Energie

Satellitensolarparks sind bald realisierbar

17. Juni 2009, 14:48

Neuartige Ansätze versprechen wirtschaftlichen Betrieb im Weltraum

Das US-Unternehmen PowerSat hat einen Patentantrag für zwei Technologien zur Generierung von Solarstrom im Orbit der Erde eingebracht. Deren BrightStar-Konzept sowie die SPOT-Technologie (Solar Power Orbital Transfer) lassen den Einsatz von Satelliten als Solarstromerzeuger in technischer wie wirtschaftlicher Hinsicht um vieles realistischer erscheinen. Solarparks, bestehend aus hunderten mit Spiegeln und Solarmodulen bestückten Minisatelliten, würden laut Angaben von PowerSat die 25-fache Leistungskapazität von vergleichbaren Anlagen am Erdboden aufweisen. Der mit speziellen Photovoltaik-Modulen erzeugte Gleichstrom solle in Form von gebündelten Mikrowellen übertragen und von Receivern am Erdboden rekonvertiert werden. "Das Einbringen dieser Patentanträge ist richtungsweisend für PowerSat und die gesamte Branche", sagt William Maness, CEO von PowerSat.

In Ferne

"Das Konzept scheint überzeugend, wenngleich eine Realisierung innerhalb der nächsten Jahre wegen der vielen zu lösenden technischen Probleme nicht realistisch ist", meint hingegen Sven Seren, Gruppenleiter neue Materialien im Fachbereich Photovoltaik an der Universität Konstanz. Neben der Übertragung des erzeugten Stroms würde eine spezielle Zelltechnologie benötigt werden, da das auftreffende Sonnenlicht die Atmosphäre nicht passiert. Aufgrund der ionisierenden Strahlung kämen siliziumbasierte Materialien nicht in Frage. Ein entsprechender Wirkungsgrad sei daher nur mit auf Dünnschichttechnologien basierten Mehrschichtsystemen erzielbar, was wiederum mit deutlich gesteigerten Fertigungskosten verbunden sei.

Strahlungsenergie

Die Strahlungsenergie der Sonne übertrifft im Erdorbit jedoch die in Wüstengebieten registrierbaren Niveaus bereits um das Fünffache. Solarstrom könnte 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und unabhängig von der jeweiligen Wetterlage gewonnen werden. Der so erzeugte Gleichstrom sei am besten mit Hochfrequenztechnik übertragbar, heißt es auch bei SpaceEnergy, einem in Schaffhausen ansässigen Unternehmen. Die Übertragungsdistanz wäre mit rund 36.000 Kilometern jedoch deutlich größer als die bei bisherigen Tests erzielten 148 Kilometer. Theoretisch könnte dafür auch ein in den Orbit geführtes Kabel zum Einsatz kommen, das durch die Erdrotation gespannt werden würde. Kohlenstoff-Nanomaterialien mit der nötigen Zugfestigkeit können von der Industrie aber noch nicht in der erforderlichen Menge hergestellt werden.

Bündelung

Die von PowerSat zur Patentierung angemeldete Technologie BrightStar sieht vor, dass die Sonnenstrahlung über viele kleinere Satelliten gebündelt werden soll. Bei SPOT handelt es sich um ein Antriebskonzept, welches vorsieht, dass auch die Schubdüsen der Satelliten mit Hilfe der erzeugten Solarenergie betrieben werden, um die Satelliten in Position zu halten. "Dies wäre jedoch nur bei leichten, kompakten Satelliten in Form eines Ionenantriebs realisierbar", gibt Seren zu bedenken. Das Gewicht der Satelliten würde sich PowerSat zufolge durch SPOT schon um 67 Prozent verringern. Ein Prototyp für das Einsatzgebiet, den geosynchronen Orbit, ist für 2015 geplant. Die kommerzielle Produktion soll im Idealfall um das Jahr 2020 anlaufen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb müssten Satellitensolarparks jedoch mindestens 2,500 Megawatt Leistung erbringen, was aus heutiger Sicht mit Investitionen von vier bis fünf Mrd. Dollar pro Anlage verbunden wäre. Alternativen wie riesige Solarparks in Afrikas Wüsten scheinen mit weniger Aufwand verbunden. Einem Spiegel-Bericht zufolge sollen 20 deutsche Konzerne 400 Mrd. Euro in Ökostromprojekte investieren, da die für eine vollständige Elektrifizierung Europas nötigen Flächen im Vergleich mit der Sahara verschwindend klein wären. (pte)

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PowerSat

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Fritz234
00
22.6.2009, 18:46

Wie verdient eine Firma mit sowas Geld? Ich meine selbst wenn es wirtschaftlich und technisch realisierbar wäre ist es noch in sehr weiter Zukunft.
Schreiben die nebenbei(*hust) noch ScienceFiction Bücher?

Das Konzept ist auch eher Käse - weder Weltraumkabel noch µWellen scheinen eine machbare/praktikable Lösung zu sein.

Martin Frager
00
Während du das liest,

wird die Gegenwart zur Vergangenheit. Wir arbeiten schon an der Science Fiction.

The Real Zet
 
00
20.6.2009, 18:37
DESERTEC ist ein ausgereiftes & machbares Konzept.

Das hier ist science fiction auf zweifelhafter Basis

Walter Mautner
 
00
20.6.2009, 18:00
35.000 km lange Kabel :)

Auch wenn die letzten 5 km durch die Rotationskräfte (Fliehkraft) und die Erdferne fast kein Gewicht mehr hätten, der Rest würd sich ganz schön an den Satelliten (der bei der geostationären Bahn grad sein eigenes Gewicht auf Position halten kann) dranhängen und ihn doch runterzerren. Das müßte zu einer beschleunigten Umlaufbahn führen, d. h. das Kabel würde schräg und immer schräger, aber nicht länger.
Der Satellit tät das Kabel fast einmal (35.000/40.000 km) um den Äquator wickeln, bevor er etwa 5000 km von der Bodenstation entfernt einschlagen würde.
Alles klar?

Walter Mautner
 
00
20.6.2009, 17:49
Buckykabel und Mikrowellensatelliten

... der Gute hat in seiner Firma viel Zeit um Science-Fiction zu sehen oder zu lesen :)
Ein (nicht isoliertes) Kabel aus Nanoröhren, sofern es überhaupt sein eigenes Gewicht halten könnte, hätte einen ziemlichen Widerstand - Stromtransport wäre daher nur mit Höchstspannung möglich. Das Seil würde - wie die geostationären Satelliten auch - wohl gerade am Äquator runterkommen, nicht etwa direkt als Stromleitung nach Europa.
Der Satellit, welcher aus 35.000 km Entfernung einen Punkt von wenigen 100m im Quadrat mit einem Mikrowellenstrahl anvisieren müßte, könnt schon durch einen miesen fiesen Sonnenfleck so irritiert/abgelenkt werden, daß er statt dessen die nächste Stadt rösten tät.

hmmm...
00
18.6.2009, 21:58

Also das mit dem Kabel ist keine gute Idee.
Da kommt die Atomkraftmafia und schneidet das ab.

StGarg
 
00
18.6.2009, 16:08
Urwald

Hoffentlich fürt das Kabel nicht durch Urwald-Gebiete.
Es würde sicher einige Affen verleiten darann hochzuklettern.

M L3
00
19.6.2009, 13:22
Die würden nicht sehr hoch klettern

Kälte und dünne Luft machen es nach wenigen km ungemütlich. Aber das Kabel wird eher nicht in den Dschungel führen, da die Affen nicht so viel Strom brauchen.

vanderbehren
02
19.6.2009, 14:23
lol

jetzt ham die Affen scho wieda den Strom o'draht!!!!

Der Unkurze
00
18.6.2009, 14:38

hmm schade das fs3 nicht hier ist..

der gedanke an ihm hat mir gerade eine tolle idee eröffnet :) man könnte ja die, von seinem heißgeliebten EU, fließenden ströme im all einfach anzapfen und so die energieprobleme lösen :)

hlg
00
18.6.2009, 17:17
daran wurde schon gedacht, glaub ich...

hab mal so eine spinnerei (wie hier) gelesen

dottore
05
18.6.2009, 09:37
gebündelte mikrowellen

wenn da ein vogelschwarm durchfliegt regnets gebratenes vom himmel, wie im schlaraffenland =)

Dr. Seltsam
 
00
18.6.2009, 11:33

Lol

Pumuckel Salzstreuer
00
18.6.2009, 11:02
Ja schon aber...

was wenn ein Flugzeug gegen eine solches Orbitalkabel fliegt?

Tesla hätte sicher eine bessere Lösung parat gehabt. Nicht praktikabel vielleicht, aber eleganter.

McErer
00
18.6.2009, 10:54

Aber wer soll die gebratenen Vögel essen? Am Boden ist im Umkreis von zig Kilometern alles tot.

hlg
00
18.6.2009, 00:07
hier gehts glaub ich eher um gebündelte...

dollarnoten.

die risken wären grösser als die bei atomstrom...

und die kosten ein vielfaches.

pi_rat
00
18.6.2009, 11:33
welche risiken meinen Sie?

auf die schnelle fällt mir nichts ein, das mit radioaktiver strahlung mithalten könnte

Der Unkurze
01
18.6.2009, 11:53

naja hochenergetische mikrowellenstrahlung hats auch in sich ;) stellen sie sich mal vor was passiert wenn der sattelit defekt ist und der strahl mal quer durch eine stadt wandert

pi_rat
00
18.6.2009, 20:38
dürfte recht leicht zu verhindern sein


erstens wird man so ein teil wohl in der wüste bauen (weniger wolken und so) oder irgendwo hoch oben (weniger weg durch die atmosphäre und somit weniger verlust), also eher weg von größeren ballungszentren

und es dürfe wohl kein ding der unmöglichkeit sein, die ausrichtung des satteliten mit einer notabschaltung zu koppeln, so dass das ding ausschaltet, sobald eine gewisse tolerantzabweichung überschritten wird

sicher wird ein risiko bestehen, aber an einen gau oder das problem der endlagerung reichen sie meiner meinung nach nicht mal ansatzweise heran

hlg
00
18.6.2009, 22:17
na wenn ich MIR richtig erinner, wars schonmal spannend ;-)

renegade22
01
17.6.2009, 19:06
Mikrowellen Satelitenkraftwerk

Gabs sowas nicht schon bei SimCity 2000?

Pumuckel Salzstreuer
00
18.6.2009, 11:03
Genau...

und wer's dort je gebaut hat wird sich an die erschreckenden Nebenwirkungen erinnern...

Paolo64
00
17.6.2009, 17:53
Das der CEO von PowerSat...

... diese Idee vertritt liegt in der Natur der Sache.

"Solarstrom könnte 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche..." ja aber nicht wenn die Satelliten geostationär dort positioniert sind wo sie gebraucht werden.

Für ein fünffaches an Sonneneninstrahlung ein Vielfaches an technisch nicht gelösten Problemen... abgesehen von der Wahnwitzigen Idee einen Mikrowellenstrahl auf die Erde zu schicken.... na ja - abgesehen davon - sollen nur die Satellitensegel die Fläche liefern die mit "Wüstensolarkraftanlagen" auf einigen km2 relisierbar sind?

Die Zensur gibt nach langer Beratung frei:
00
17.6.2009, 19:10

Natürlich geht das 24 Stunden pro Tag.

Manchmal - aber selten - wären die Satelliten im Erdschatten. Das wäre aber ca. um Mitternacht und somit recht egal weil in der Nacht nicht so viel Strom gebraucht wird.

lordderringe
03
17.6.2009, 17:39
...in Form von gebündelten Mikrowellen...

Sehr praktisch, wenn die Sateliten verrückt spielen, kann man damit auch noch die Bevölkerung grillen. Vielleicht sollten sie sich bei den Militärs um die Finanzierung bemühen.

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