Offene Kontextverschiebungen

Raum und Zeit eignet sich die Künstlerin Sonia Leimer unter anderem mit filmischen und installativen Mitteln an - Sie schafft "Situationen"

Den Dachboden darf sie aufgrund von Brandschutzbestimmungen zwar nicht benutzen, aber beim Atelier, das sich Sonia Leimer mit ihrem Kollegen Josh Müller teilt, ist das auch nicht unbedingt notwendig: Unverputzt und für den Abriss freigegeben, steht ein Häuschen mit großen Fenstern hinter dem perfekt renovierten Hauptgebäude der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst. Der frühere Bau der veterinärmedizinischen Universität war einmal Teil des Anatomiegebäudes. Neben jeder Menge Stauraum fasst es zwei großzügige Ateliers mit einer Gesamtfläche von rund 150 Quadratmetern - Platz genug also in dieser etwas skurrilen und patinierten Arbeitsinsel mitten am Uni-Parkplatz, die luftiger nicht sein könnte.

"In rund drei Jahren soll das Gebäude abgerissen werden," sagt Sonia Leimer, die gerade von einer Recherchereise aus New York zurückgekommen ist: "Aber dieses Datum verschiebt sich immer wieder nach hinten - hoffentlich." Die New-York-Reise hat sie sich über ihr Staatsstipendium für bildende Kunst finanziert, so wie sich viele ihrer Reisen und die dazugehörigen verwobenen Erzählungen durch Einladungen, Stipendien und nicht zuletzt durch den Zufall ergeben.

Rückblicke

Während des MAK-Schindler Stipendiums in Los Angeles etwa hat Sonia Leimer den im Jahr 2007 verstorbenen Schiftsteller Steven Lowe kennengelernt hat. Lowe, langjähriger Freund, Wegbegleiter und Assistent von William S. Burroughs, hat bis zu seinem Tod das Beat Hotel in Desert Hot Springs mitten in der kalifornischen Wüste betrieben. Von ihrem Besuch dieses Ortes erzählt sie: "Das war eine schöne Begegnung mit einem Mann, der sehr viel Energie in diese Mischung aus Hotel und Museum steckte. Es wurde von ihm als Symbiose der beiden historischen Beat Hotels aus den 1960er Jahren in Paris und Tangier konzipiert."

Der Ort, der seine Aura in detailgetreuen architektonischen Nachbildungen der 1950er und 1960er Jahre und in unzähligen Relikten aus der Zeit der Beat-Generation entfaltet, fungierte für Leimer während ihres Aufenthaltes in Los Angeles gleichzeitig als ein Ort des Rückzugs und der Vertiefung in die Geschichte einer ganzen Generation: "Was jetzt nach Steven Lowes Tod mit dem Gebäude passiert, bleibt offen. In einem Video-Interview, das ich damals mit dem Schritsteller geführt habe, beschreibt er sein Hotel als 'interpretative site'", ist die Künstlerin von diesem Begriff angetan.

Kreuzungspunkte

Ihre Begegnung mit dem Autor, den Besuch des Hotels und ihre Recherchen zur Beat Generation hat Sonia Leimer schließlich künstlerisch in der Arbeit The Last Museum (2007) im Wiener bell street project space umgesetzt. Ausgangspunkt für die Installation in diesem Ausstellungsraum sind Begriffe, die William S. Burroughs immer wieder aus den Texten seiner Mutter Laura Lee Burroughs entlehnte. In Homes and Flowers beispielsweise, eines ihrer Bücher zum Thema Blumenarrangements zur Innenraumgestaltung, beschreibt sie ein Piratenschiff aus Blumen, das Steven Lowe und ihrem Sohn unmittelbar als Inspirationsquelle für den Roman Cities of the Red Night dienen sollte.

"Zum einen sind die Frauen in der Beat-Generation völlig untergegangen - dem wollte ich etwas entgegenhalten", sagt die Künstlerin, "zum anderen fußt die Arbeit auch auf der Idee, die unterschiedlichen Generationen miteinander zu verbinden." Diese Schnittstellen zwischen den Zeiten formuliert Sonia Leimer, indem sie Laura Lee Burroughs Vorschläge für heute extravagant und mondän wirkende Blumenanordnungen im Stil der 1950er Jahre in die Tat umsetzt. Ganze Bücher von William S. Burroughs - etwa Junkie oder Nova Express - faltet sie zu Origami-Blumensträußen und arrangiert sie zu floralen Textgebilden. In diesen Papierskulpturen setzt sie die Cut-Up-Technik der Beatniks mit dem ästhetischen Empfinden einer Zeit in Relation und überträgt diesen Vorgang in den Ausstellungsraum der Gegenwart.

Notwendigkeiten

Auf die Frage nach Vorbildern für ihre künstlerische Arbeit antwortet Sonia Leimer - wider Erwarten - nicht mit den Beatniks. Während ihres Studiums der Architektur an der Technischen Universität sowie der Akademie für bildende Kunst Wien habe sie sich lange Zeit mit der Situationistischen Internationale um Jacqueline de Jong, Asger Jorn und Guy Debord auseinandergesetzt. "An dieser Bewegung interessiert mich, dass ihre VertreterInnen aus unterschiedlichen Richtungen kommen: Literatur, Soziologie, bildende Kunst." Als Vorbild würde sie die SituationistInnen aber nicht bezeichnen: "Eher als etwas, das einen prägt."

Dass die Rolle der Stadt in Kunst und Politik eine zentrale Rolle einnimmt, zeigt sich immer wieder an Sonia Leimers Interventionen im öffentlichen urbanen Raum, die durchaus in der Tradition der SituationistInnen zu verstehen sind. Mit der poetischen Arbeit Not enough detail is given for a reconstruction, however (2009) bespielt die Künstlerin im Moment die Fahnenmasten vor dem Wiener Künstlerhaus mit so genanntem Greenbox-Stoff, der bei Filmaufnahmen eingesetzt wird und dessen Oberfläche es erlaubt, nach den Dreharbeiten digitales Bildmaterial hinzuzufügen.

"Die Fahnen können als Projektionsflächen für digitale und fiktive Geographien, Zeiten und Gemeinschaften gelesen werden", so Leimer. Die Installation wird durch eine Postkarte ergänzt: Auf der Voderseite eine monochrome grüne Fläche, ist auf ihrer Rückseite der innere Monolog einer Schauspielerin zu lesen, die über die Widersprüche ihrer unterschiedlichen Identitäten als Schauspielerin und Mensch im Laufe der Zeit nachdenkt.

Übergangsräume

Mit den Überlagerungen historischer künstlerischer Kontexte und deren Zusammenführung und Weiterentwicklung in einem zeitgenössischen Umfeld, referiert Sonia Leimer immer wieder auf die Wahrnehmung von Zeit: "Das ist beispielsweise auch bei den SituationistInnen der Fall, wenn sie mit Psychogeographien arbeiten. Es gibt immer mehrer Zeitebenen: die historische Zeit, die filmische Zeit und schließlich jene Zeit, die ich dann mit einer künstlerischen Bearbeitung darüber lege."

Um ein stark temporales Moment geht es auch in ihrer Videoinstallation Chinese Wall (2008), die sie in der Mongolei realisiert hat. Sonia Leimer wurde während einer Residence von einer finnischen Künstlerin eingeladen, an einem Austausch zwischen den beiden Städten Helsinki und Ulan Bator teilzunehmen. Auf ihrer Reise durch die Mongolei hat sie in der Steppe die verwaiste Filmkulisse einer Chinesischen Mauer gefunden, die einmal für den Dreh einer BBC-Dokumentation über Dschingis Khan gedient hatte.

Möglichkeiten

In diesem markanten Setting hat sie mit der selben mongolischen Filmcrew, die auch von der BBC engagiert worden war, ein Video gedreht. Das Ergbnis dieser Verdoppelung und Rekonstruktion zeigt sie nun parallel zur BBC-Doku im Ausstellungsraum, überlagert damit den ursprünglichen Zweck der Filmruine und fiktionalisiert sie neu. "Obwohl es in der Mongolei nicht an technischen Geräte fehlt, dauert dort alles sehr lange," sagt Leimer, "und die Zeit dehnt sich zusätzlich durch die langen Distanzen und durch die Hitze noch einmal mehr aus." Für eine Szene von Chinese Wall, in der sie Schafe vor der Filmkulisse aufnehmen wollte, musste sie mit Hilfe der mongolischen Filmcrew Hirten fragen, ob sie nicht am Weg zur Wasserstelle einen Halt einlegen wollen.

"Alles hätte passieren können, aber auch nichts, manche der Hirten sind gekommen, manche nicht." Der Zufall scheint sich wie ein roter Faden durch Sonia Leimer Begegnung mit Menschen und Themen zu ziehen. "Der Zufall," sagt sie etwas nachdenklich, "entwickelt sich in Situationen, die man offen lässt ..." - Je offener, desto besser: dérive. (fair, derStandard.at, 29.06.2009)

 

Zur Person:
Sonia Leimer wurde 1977 in Meran (Italien) geboren und lebt und arbeitet in Wien. Sie hat an der Technischen Universität und an der Akademie der bildenden Künste Wien Architektur studiert und ist Trägerin des Staatsstipendiums für bildende Kunst (2009), des Margarethe Schütte-Lihotzky Stipendiums (2007) sowie des MAK-Schindler-Stipendiums (2005). Neben zahlreichen Interventionen im öffentlichen Raum in Wien und Ausstellungen im In- und Ausland wurde zuletzt eine ihrer Arbeiten bei der Manifesta 7 in Südtirol gezeigt.

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18 Postings

Für den, dem es gefällt ist es sicher toll.

die moderne als unendliches Reservoir stets frei zu zitierender avandgardeanekdoten und das formal-ästhetische Vokabular aus dem Baumarkt?
Man kann es auch einfach als ressourcenschonende Bespielung der Gegenwart ansehen.Wozu immer ein neues Brötchen essen?Sind doch genug alte da!

SituationistInnen?

"An dieser Bewegung interessiert mich, dass ihre VertreterInnen aus unterschiedlichen Richtungen kommen: Literatur, Soziologie, bildende Kunst."
das Interesse am Situationismus auf den Background der Beteiligten zu reduzieren, da entgeht ja einem faktisch alles!!!

Sehr fein,

mir gefällt dieses Gefühl für Räume und deren Geschichten, und die formalen Übersetzungen sind überraschend und humorvoll. Mir gefällt das, gerade auch wenn es "an den Haaren herbei gezogen scheint", denn genau darum geht es doch in der Kunst, nur so können neue Sichtweisen entstehen. Will ich das nicht, dann schau ich mir lieber Wissenschaftssendungen im ORF an und denk mir die Welt kerzengerade, auch wenn ihr das nie gerecht werden kann.

Mehr Fantasie! Weiter so!

sinnnfreies hirngewichse

ist jetzt kunst
soetwas kann ich auch konzipieren
wer kann denn noch videowalls sehen ?
das reiche töchterchen mimt künstlerin um
zu förderungskohle zu kommen
es ist der niedergang der kunst

"reiches töchterchen"... Tut das eigentlich weh, wenn man so einen Blick auf die Welt hat wie Sie?


soetwas kann ich auch konzipieren

-> dann tu´s!
wenn du der künstlerin ihr leben in saus und braus so neidig bist, und es so einfach ist, an "förderungskohle" ranzukommen, dann steht dir dieser weg doch offen.

ansonsten, viel spass noch beim drüberstehen!

hm...schon recht, kritisieren ist eins, machen ein andres..aber: allerdings muss man anmerken, es ist immer eine frage des standpunktes, und der "szene" - um nicht auch zu sagen des "kontextes", da schon so viel darüber geredet wird hier, in was man wie wo weshalb "etwas" stellt. und das ist, vielleicht, oft etwas an den haaren herbeigezogen....oder projiziere ich hier nur meine fiktion?

Ein Kontext ist ein Zusammenhang

in der Sprache, Kunst, Erzählung, im Sozialen z.B. Verschiebungen erfolgen auf einer Fläche, haben etwas Zweidimensionales. Offen ist nicht geschlossen. Also: Was ist eine offene Kontextverschiebung außer irgendwas Rausgesabbertes dieser ausgelatschten Kunstakademie/uni-Sprache, die einfach überhaupt nichts mehr aussagt? Es ist zum semiotischen Weinen. Im Artikel wird nichts Kontextverschiebendes oder -verschobenes beschrieben. Die Frau ist mit Steuergeldern in die Mongolei gereist und hat dort Kulissen von früheren Filmarbeiten gesehen. Sie hat ein Hotel in den USA besucht, dessen Besitzer vor kurzem gestorben ist. Sie hat 1e Postkarte gefunden, auf der eine Schauspielerin über sich & ihre Arbeit schreibt. Früher & jetzt, die Zeit, und?

"Es ist zum semiotischen Weinen."

Sorry, aber dieser Satz unterscheidet sich gar nicht von dem, was Sie kritisieren. Von wegen Gesabber!

Und was haben Steuergelder in ihrer Argumentation zu suchen? Wahrscheinlich reicht es bei einer durschnittlichen Ö3-Hörerin wie Ihnen aber nicht weiter als bis zum Horizont der 80er-Jahre Italo-Rockpop-Röhre, auf die sich sich mit ihrem Pseudonym beziehen.

Die Arbeit mit der chinesischen Mauer finde ich ein bisschen langweilig, die anderen beiden sind aber ziemlich schön.

Schlusspunkt.

Da habe ich ja ins Schwarze getroffen!

Witzig wie diese Künstler immer beleidigt sind und noch witziger, wie schnell sie dann beleidigend werden. Und noch kurioser, wie sie telepathisch auf mein persönliches Radio-Verhalten schließen (Ich hör so gut wie nie Radio). Sie haben keine Ahnung von Semiotik, das wollte ich damit ausdrücken. Zusätzlich keine Ahnung vom klaren Formulieren, was dann auch einen Rückschluss auf unklares Denken zulässt. Ich hab zufällig einige Künstler in meiner Umgebung und daher den Hinweis auf die öffentlichen Gelder, die für diese Reisen verwendet werden, mit grosser Absicht gemacht. Bei so teuren Kurztrips kann man sich mit einer Kultur gar nicht auseinandersetzen, das dient ausschließlich der Angeberei. Wie Sie autoritär: "Schlusspunkt".

Sie scheinen aber auch telepathisch begabt zu sein. Sie erkennen einen Kurztrip, auch wenn die Dauer der Reise in dem Text nicht genannt wird. Sie wissen von Steuergeldern die dafür flossen, obwohl auch da im Text keine Zeile darauf hinweist. Also schreiben sie hier vielleicht doch eher über die Künstler aus ihrem Umfeld? Den Text zumindest scheinen sie nicht sehr aufmerksam gelesen zu haben: sie schreiben beispielsweise von einer gefundenen Postkarte, auch wenn im Text kein gefunden zu finden ist.

Worum geht es ihnen eigentlich? Ach ja, um den Kontext. Ein Begriff von dem sie leider keine Ahnung zu haben scheinen. Zumindest lässt ihre Kontextbeschreibung am Beginn ihres ersten Postings darauf schliessen.

aller à la dérive: abgetrieben werden, ja das ist es wohl

Words must mean something (Obama). Mir geht es nämlich wirklich um etwas, mir geht es u.a. um die Sprache der Kulturkritik. Ich empfinde als Katastrophe, wenn sich die Kultur nur mehr auf eine Szene und Geschwafel reduziert. Diese Art des Kulturtreibens kann ich nur mit einer Autoimmunkrankheit vergleichen, als ob sich die Kunst selbst den Aids-Virus injiziieren würde, um ja schnell draufzugehen. Die Welt ist in einem wilden Zustand, der nach künstlerischem Ausdruck schreit, aber nein, man filmt nur mehr Gefilmtes auf Kurztrips. Ein Nachmachen. Eine echte Auseinandersetzung passiert nicht. Außer über den Zeitbegriff erfahren wir hier nichts über uns, über die Welt, über die Mongolen. Gut, dass im Artikel auch fehlt, wo man es sehen könnte.

Sie schwafeln aber auch gerne

Was ist denn eine "echte" Auseinandersetzung mit der Welt, die sich im "wilden" Zustand befindet?
Ihre Definition von Kunst kann ich nicht teilen. Sie wollen der Kunst Regeln und Zwecke aufzwängen, damit Sie mit ihr besser umgehen können.
Kunst ist doch immer ein Produkt der Auseinandersetzung eines Menschen mit einer Welt, wie er/sie diese wahr nimmt. Für die Künstlerin ist es also "echte" Auseinandersetzung.

Gegen Zensur und für Qualität. Nach Ihrer Definition langt es schon, wenn ein Mensch etwas wahrnimmt,

dann ist er/sie Künstler/in und dann wäre es eine echte künstlerische Auseinandersetzung. Der Echtheitsbegriff ist problematisch, da gebe ich Ihnen schon recht. Das Medium "Posting" lässt Komplizierteres schlecht zu. Aber zurück zur künstlerischen Auseinandersetzung: Die setzt eine Techné voraus, ein Können, durch das diese Wahrnehmung gleichsam "durch" muss. Dieses handwerkliche Können hat sich entwickelt. Heute nimmt man die Welt mittels Malerei anders wahr als zu Giottos Zeiten. Heute filmt Frau anders als Dziga Vertov. Wahrnehmung + Techné ist künstlerische Auseinandersetzung, Wahrnehmung alleine nicht. Ein Qualitätsanspruch ist etwas Anderes als Zensur, hinter Zensur steht ein politisches verbietendes Interesse und kein künstlerisches.

jo eh

Das ist eh klar, dass es auch ein Medium braucht zur künstlerischen Auseinandersetzung (auch Sprache z.B.). Welches das ist, steht dem Künstler frei - wie er damit umgeht auch. Das heißt, er muss nicht altmeisterlich malen können um als Maler anerkannt zu werden.

Wo ist das handwerkliche Können bei konzeptioneller Kunst?? Kunst ist vor allem Geisteswerk nicht Handwerk!

hochsensibel

ich finde Schade, dass auf Inhalte bisher nicht differenzierter eingegangen wurde zu Gunsten einer Neiddebatte. Dabei wird vergessen, wie viel Energie in die künstlerische Arbeit investiert wird und wie sehr ein Künstler sich exponiert und angreifbar macht. Ich persönlich finde den Ansatz, eine emotionale Brücke zur Beatnik-Generation über die Origami-Blumen,zur Position des Frauenbildes dieser Generation zu suchen, reizvoll. Kunstvoll und edel bleiben sie letztlich unlebendig- Papier versus echte Blumen, Worte versus Gefühle, auch als Ausdruck der emotionalen Distanz zwischen Burroughs und seiner Mutter?: "I said, Yes Mother, not feeling anything at all" Kann Origami-Kunst (ohne Bindestoffe) den Bindestoff Liebe durch Ästhetik ersetzen?

Vielen Dank für Ihre klaren Worte

Mit Ihrer Antwort sagen Sie etwas, sagen etwas aus. Der von mir kritisierte Artikel tut das nicht. Unser kleinster gemeinsamer Nenner ist offenbar, dass wir wollen, dass es eine künstlerische Aussage gibt. Wenn ein/e Künstler/in sich darum bemüht, ist öffentliches Geld dafür völlig legitim. Denn es geht hier NICHT um Neid, sondern um Inhalte. Die Mongolengeschichte erschien mir flach, denn worin sollte denn die neue Fiktionalisierung, der überlagernde Narrativ bestehen? Anhand der Ausstellungen vorher und nachher ist die Kürze des Aufenthalts ablesbar.Den Geist meiner Kritik habe ich u.a. im Straßburger Manifest der Situationisten von 1966 wiedergefunden,das die Illusionen von geistig und künstlerisch Tätigen aufs Korn nimmt. 1 toller Text.

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