Offene Fragen um Standesamt

17. Juni 2009, 11:49

Mit einer Generalklausel, die eingetragene Partnerschaften in allen Gesetzen gleichstellt, würde sich die Politik eine Menge Arbeit ersparen, aber einige Konflikte einhandeln

Was lange währt, wird darum noch nicht unbedingt gut - zumindest könnte das in Österreich auf Gesetzesvorhaben zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften zutreffen. Bis Jahresende soll die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle zwar "auf jeden Fall" kommen, verspricht das Justizministerium (derStandard.at berichtete). Was aber genau wie geregelt wird, darüber gibt es noch Unklarheiten. Besonders umstritten ist die Frage, wie nötige "Folgegesetzesänderungen" in einzelnen Gesetzen, etwa in Strafrecht und Familienrecht, vorgenommen werden. 

Hier gibt es zwei Varianten. Einerseits das sogenannte Schweizer Modell, das von Homosexuellen-Organisationen favorisiert wird. Dafür müsste eine Generalklausel geschaffen werden, die eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit gemischtgeschlechtlichen Ehen gleichstellt, überall dort, wo im Gesetz das Wort "Ehe" oder "Ehepartner" vorkommt. Damit wäre eine Gleichstellung unmittelbar mit Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes in allen Bereichen gegeben. Etwaige politisch gewünschte Ausnahmen müssten dann extra aufgezählt werden - etwa im Bereich des Adoptionsrechts oder auch im Namensrecht.

Die zweite Variante, die momentan von der Politik angestrebt wird: Das Gesetz wird zwar geschaffen, aber ohne Generalklausel. Die einzelnen Ministerien werden dann in der Situation sein, "ihre" Gesetze selber anpassen zu müssen.

"Riesenaufwand" und Rechtsunsicherheit

Und darin, befürchtet etwa Marco Schreuder, grüner Gemeinderat in Wien, liegt die Tücke. "Das bedeutet einerseits einen Riesenaufwand, andererseits eine lange Rechtsunsicherheit", so Schreuder zu derStandard.at. Wenn die Ministerien die Gesetze nämlich nicht rechtzeitig ändern, können Betroffene zwar klagen - das kann aber dauern. "Wir befürchten tatsächlich, dass in vielen Bereichen nichts weitergeht und wir das dann einklagen müssen", meint Schreuder. Etwa seitens der Innenministerin habe es in den letzten Jahren "wenige positive Signale" gegeben.

Ein legistischer Angestellter eines der betroffenen Ministerien meint gegenüber derStandard.at: "Natürlich würde man sich mit einer Generalklausel einige Arbeit ersparen. Aber man würde sich einige Konflikte einhandeln - wo und wie genau gleichgestellt wird, darüber herrscht nämlich keine Einigkeit".

Immer noch nicht geklärt ist außerdem die Frage, ob die "Homo-Ehe" beim Standesamt oder bei einer anderen Behörde eingetragen werden soll. "Das wird politisch zu klären sein. Dort wo es am praktischsten ist, wird es am gescheitesten sein", so Justizministerin Bandion-Ortner.

Dass es die fixe Zusage gibt, bis Ende des Jahres ein Gesetz zu präsentieren, sieht der grüne Gemeinderat mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Mir wäre es lieber, es dauert ein bisschen länger und wir wissen, was genau kommt." Die Grundpositionen der Homosexuellen-Organisationen seien seit Jahren bekannt, so Schreuder. "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden - das Ministerium weiß, was wir uns wünschen". (az, derStandard.at, 17.6.2009)

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Posting 1 bis 25 von 180
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Superwolf
00
15.7.2009, 21:37

ähmm apropos legistischer unsinn: Minisiterien machen in Österreich keine Gesetze, die macht noch immer die Legislative: das Parlament

super Typ
01
16.7.2009, 00:23
machen/beschließen

Die Gesetze werden im Parlament beschlossen.
Normalerweise werden aber Gesetzesvorlagen in den zuständigen Ministerien von Beamten ausgearbeitet, von den Fachministern im Ministerrat vorgeschlagen und dann als Regierungsvorlage eingebracht.

Kremser
10
16.7.2009, 09:56

wäre ich beamter in einem der zuständigen ministerien, ich würde die mitarbeit an einem solchen "gesetz" verweigern!
beamte sind halt auch nicht mehr das ...

konski
25
27.6.2009, 18:18
Jetzt Außenminister

„Ich bin strikt gegen eine Zeremonie am Standesamt, wo zuerst die Hetero- und dann die Homosexuellen drankommen. … Und es ist ja so, dass am Standesamt zur schönen Jahreszeit besonders gerne geheiratet wird – das führt automatisch zum Kontakt zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren.“
damals NRAbg. Michael Spindelegger, Zweiter Nationalratspräsident

Freggel_Huber
11
Impfung

Ich habe schon mal gehört, dass man sich impfen lassen kann! Das würde ich Ihnen dringend raten. Homosexualität ist nämlich ansteckend! Davon bekommt man ganz große rote Pusteln wo drauf steht "Ich bin homosexuell". Wenn Sie sich rechtzeitig impfen lassen bekommen Sie nur kleine rote Pusteln mit "ich bin NICHT homosexuell"!

A Voice
11
29.6.2009, 14:53
Man fragt sich

wovor er Angst hat - Ansteckung?

Ratzeputz
 
00
15.8.2009, 21:19

...Vielleicht davor, dass ein heterosexuelles Paar ein homosexuelles "verdirbt" oder dass gar ein Hetero- und ein Homopaar am Ende zu viert nach Hause gehen ?

Sowas aber auch!
Wie Bundesminister denn denken!? ... ;-)

Marilynn E.
01
25.6.2009, 23:20

Ich verstehe die ÖVP nicht. Jene ihrer Wähler, die gegen die Homoehe sind, sidn auch dagegen, wenn sie nicht am Standesamt stattfindet. Jene, die kein Problem damit haben, finden dieses herumeiern nur lächerlich. was versucht sie damit zu gewinnen?

karakal
00
16.7.2009, 10:14
Tja...

In der Verzweiflung, dass ihnen die Stammwähler abhanden kommen versucht die ÖVP am rechten Rand zu fischen... Das könnte auch nach hinten los gehen ;-)

R. Pertinger
22
20.6.2009, 21:43
Aktuelle Videos zum Thema:

http://ichmachpolitik.at/questions/459
(Video Plakatpräsentation)

Super Rede von M. Schreuder:
http://ichmachpolitik.at/questions/461

sowie eindeutige Frage von Wahala:
http://ichmachpolitik.at/questions/471

WANN PASSIERT ENDLICH WAS ?

Leo Laokoon
02
22.6.2009, 19:17

sehr aufschlußreich, danke!

cuvert_
21
18.6.2009, 18:17

"wir wollen homosexuelle nicht diskriminieren, aber auch nicht gleichstellen."
- raten sie mal von wem das zitat stammt!

nur so nebenbei:
in deutschland wird bald die sog. transgender-ehe
möglich sein.

und ausserdem:
warum tun sich viele unserer politiker so schwer die worte "schwul" und "lesbisch" auszusprechen?

Hafner
00
29.6.2009, 13:48
Weil sie z.B.

im Standard-Forum die Erfahrung machen mussten, dass sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ihre Beiträge gelöscht werden.

cuvert_
13
18.6.2009, 17:49

Zitat Molterer:"Wir wollen Homosexuelle nicht diskriminieren, aber auch nicht gleichstellen"

nur so nebenbei:
In Deutschland wird demnächst die Transgender-Ehe erlaubt!

und ausserdem:
warum trauen sich viele politiker nicht die worte "schwul" und "lesbisch" auszusprechen?

hurchzua
154
18.6.2009, 16:27
Nicht alles in einen Topf schmeißen!

Eine Beziehung zwischen Personen gleichen Geschlechts ist keine Ehe! Das muss auch im Gesetz Berücksichtigung finden.

Es ist nicht einzusehen, warum der Steuerzahler etwa auch noch für Witwen(r)pensionen für Homosexuelle Paare aufkommen soll.

Die haben und nur dort eine Berechtigung, wo ein Partner wegen Kindererziehung zumindest zeitweise keiner Erwebstätigkeit nachgehen konnte.

Hubert Ungeist
 
00
1.10.2009, 14:11
Sowieso Vergangenheit

Witwerpensionen gibts bald nicht mehr

Freggel_Huber
12
Pension

Die Homosexuellen können aber schon Ihre Pension mitbezahlen, da sehen Sie kein Problem drin? Übrigens Homosexuelle sind auch Steuerzahler, das sind auch MENSCHEN, die einer Arbeit nachgehen und nicht irgendwelche Schmarotzer. Hier geht es um Rechte (Menschenrechte)! Homosexuelle haben auch Rechte und vor allem Wünsche!

living reef
24
20.6.2009, 09:12
dann dürfen auch alle heteros nicht heiraten

die von vornherein schon beschlossen haben keine kinder zu wollen, beziehungsweise müssen dann alle ehen amtlich geschieden werden wo kein kinderwunsch - aus welchen gründen auch immer - verwirklicht wurde!

True Earl Grey
62
22.6.2009, 13:37
Dieses törichte Argument -....

- es wird hier immer wieder gebracht- ist total
widersinnig. Heterosexuelle Paare KÖNNEN Kinder
haben, Homosexuelle per se nicht. Endlich kapiert?

leitfaden
00
1.10.2009, 11:49
also muss meine zweite kinderlose ehe jetzt amtlich aufgelöst werden?

hinweis: ich ging sie nach der menopause ein...

A Voice
04
29.6.2009, 14:55
bledsinn

atürlich gibt es heterosexuelle Paare, die keine Kinder bekommen KÖNNEN.

Kremser
00
16.7.2009, 10:04

nun, machen wirs einfacher: heterosexuelle können geschlechtsverkehr haben, homos nicht.

True Earl Grey
10

Ich habe in der Mehrzahl gesprochen! Dass einzelne
Paare, Männer und Frauen natürlich, unfruchtbar sind, stellt die Kernaussage nicht in Frage.

galiontariaho
15
23.6.2009, 13:12
unfassbar..

ist das so?

also können wirklich NUR heterosexuelle paare heiraten, die kinder bekommen können oder ist es ihrer meinung nach so, dass ALLE heterosexuellen paare kinder bekommen können?

ich stell die frage nur um herauszufinden wie weit entfernt von der realität sie beheimatet sind...

übrigens können auch homosexuelle paare kinder bekommen, sei es durch adoption, fremdmutter oder durch künstliche befruchtung...

also ist ihnen bewußt wie töricht ihre argumentation ist oder begreifen sie die realität einfach nicht?

True Earl Grey
51
23.6.2009, 17:31

Die armen Kinder ......

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