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Emile Mario Vacano, Artist, Kunstreiter und Schriftsteller aus Österreich, schrieb in Vogl's Volkskalender 1886 einen Aufsatz über Kyselak. Dazu erschienen fünf Illustrationen, die auch in dem vorliegenden Buch abgedruckt sind.

Joseph Kyselak: Skizzen einer Fussreise durch Österreich.
Verlag Jung und Jung, Salzburg 2009
480 Seiten, 30 Abbildungen
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gabriele Goffriller
ISBN: 978-3-902497-52-9, 29 Euro
Sprayer suchen sich die unmöglichsten Plätze aus, um ihre Botschaften in die Welt zu setzen. Das ist schon seit fast 200 Jahren so - und fand in ganz Österreich statt. Urheber der "Schmierereien" war ein 25-jähriger Hofkammerbeamter aus Wien, dessen Namen man an manchen Stellen noch heute nachlesen kann: Joseph Kyselak.
Mit 30 Jahren starb der leidenschaftliche Alpinist an der damals grassierenden Cholera - bis dahin hinterließ er jedoch seine Spuren an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Mit schwarzer Ölfarbe pinselte er seinen Namen an Bergwände, Burgmauern, auf Felsen und Statuen. Sehr zum Ärgernis der Obrigkeit. Angeblich zitierte ihn der Kaiser höchstpersönlich zu einer Standpauke, nachdem er ein kaiserliches Gebäude mit seinem Namensschriftzug verziert hatte.
Seine Wanderungen schrieb er in einem Buch nieder. Die "Skizzen einer Fussreise durch Österreich" aus dem Jahr 1829 waren lange Zeit vergriffen und sind jetzt im Jung und Jung-Verlag in ungekürzter Originalfassung neu erschienen. Darin beschreibt er auf teils romantische, teils sarkastische und oft auch kritische Weise seine Wanderungen durch "Österreich, Steiermark, Kärnthen, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien".
Er sucht bei seiner viermonatigen Fußreise durch das Kaisertum Österreich nach Sehenswürdigkeiten, begegnet den Menschen in Dörfern und Städten und kraxelt auf die höchsten Berge, um seinen Namen wie ein Logo an die schroffen Felswände zu malen. Viele sind seinem Beispiel gefolgt, haben seinen Schriftzug kopiert oder abgewandelt.
Sein Wirken hat nach seinem Tode Dichter inspiriert, an manchen Stellen kann sein Name noch heute gefunden werden wie etwa auf einem Obelisken im Schwarzenbergpark oder auf dem Wehrturm von Perchtoldsdorf.
Neben der Neuauflage des Buches gibt es auch einen Film über Kyselak (Kyselak war da! Graffiti anno 1825), der einige Originalsignaturen zeigt und sich an den Reisebeschreibungen des Autors orientiert. Außerdem bringt der Film Interviews mit Sprayern aus Wien und dem Bergbuchautor Karl Lukan. (red)
Wir verlosen drei Exemplare der Neuauflage von Kyselaks Reisebuch, das zu den originellsten Beispielen österreichischer Reiseliteratur aus dem Biedermeier zählt. (red)
Mehr Informationen von der Herausgeberin Gabriele Goffriller unter www.kyselak.at
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