Bermudas Premier unter Druck

17. Juni 2009, 08:36
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Kritik an Regierungschef, weil er Uiguren ohne Konsultation mit Schutzmacht London aufgenommen haben soll

Hamilton - Rund tausend Demonstranten haben im Zusammenhang mit der Aufnahme von vier Uiguren aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo den Rücktritt des Regierungschefs der Bermuda-Inseln gefordert. Sie warfen Ministerpräsident Ewart Brown am Dienstag vor, er habe die Entscheidung nicht mit den zuständigen Gremien, der Polizei und Großbritannien abgestimmt. Sie seien nicht gegen die Aufnahme der Uiguren, die einsame Entscheidung Browns sei jedoch nicht tragbar. Brown sprach zu den Demonstranten, wurde jedoch ausgebuht.

Der britische Außenminister David Miliband hatte zuvor erklärt, er habe sich bei seiner US-Kollegin Hillary Clinton beschwert, dass London nicht konsultiert worden sei. Großbritannien ist für die Außenpolitik, Sicherheit und Verteidigung der Inselgruppe im Atlantik zuständig.

Die vier Uiguren kamen am Donnerstag auf den Bermudas an und sollen dort zunächst wieder an ein Leben in Freiheit gewöhnt werden. Später sollen sie auch eine Arbeit annehmen dürfen. Die Angehörigen einer chinesischen Minderheit waren als Terrorverdächtige in Guantanamo inhaftiert. Auch als ihre Unschuld bereits feststand, wurden sie noch Jahre festgehalten, da sie keine Land aufnehmen wollte. Eine Überstellung nach China schied aus, da ihnen dort möglicherweise Strafverfolgung oder Folter gedroht hätte. 13 weitere Uiguren sollen nun vom pazifischen Inselstaat Palau aufgenommen werden. Die Uiguren sind ein Turkvolk muslimischen Glaubens im Nordwesten Chinas. (APA/AP)

 

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