Emir spaltet Porsche-Clans

17. Juni 2009, 16:38
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Der geplante Einstieg des Emirats Katar bei Porsche gerät ins Wanken: Großaktionär Ferdinand Piëch selbst soll eine rasche Einigung verhindert haben

Stuttgart - Die fieberhafte Suche von Porsche nach einem Geldgeber zieht sich hin und sorgt angeblich für Streit bei den Eigentümerfamilien. Der Einstieg des finanzstarken arabischen Emirats Katar mit einer Minderheitsposition bei Porsche wackele, berichtete die Zeitung Financial Times Deutschland am Mittwoch. Zur Begründung hieß es, VW-Patriarch und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch habe bei einem Familientreffen Anfang der Woche Bedenken gegen den Einstieg des Investors geäußert.

Porsche sah sich daraufhin gezwungen, die Geschlossenheit der Familien herauszustellen. "Die gesamte Familie steht geschlossen hinter den Gesprächen" , teilte Porsche mit. Der Zeitungsartikel sei "ein durchsichtiges Störmanöver" .

Eine rasche Einigung mit Katar, das dem hochverschuldeten Porsche-Konzern mehrere Milliarden Euro in die Kasse spülen könnte, ist auch nach Abschluss der Buchprüfung nicht absehbar. Denn Katar will erst in zwei Wochen über den Ausgang der Gespräche mit Porsche informieren, wie Ministerpräsident Hamad bin Dschassem al-Thani der Zeitung Gulf Times vom Mittwoch sagte.

Die Familien Piëch und Porsche kontrollieren alle stimmberechtigten Aktien des Stuttgarter Unternehmens, könnten aber wegen der hohen Schulden gezwungen sein, erstmals in der Unternehmensgeschichte einem Fremden Mitsprachrechte bei Porsche einzuräumen. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat aus seiner Abneigung gegen einen neuen Miteigentümer wie Katar keinen Hehl gemacht. Er befürchtet eine Verwässerung seiner Anteile und befürwortet stattdessen eine Eingliederung von Porsche als zehnte Marke bei Europas größtem Autokonzern, was seine Macht stärken würde. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.6.2009)

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