Erstmals Bonobos im kongolesischen Urwald ausgewildert

16. Juni 2009, 21:03
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Fünf Männchen und vier Weibchen per Flugzeug in die Region von Basankusu gebracht

Kinshasa - Erstmals sind in der Demokratischen Republik Kongo neun Bonobo-Affen im Urwald ausgewildert worden. Die fünf Männchen und vier Weibchen wurden per Flugzeug von einer Schutzstation nahe der Hauptstadt Kinshasa in die Region von Basankusu gebracht, wie der Verband der Freunde der Bonobo Kongos (ABC) am Dienstag berichtete. Dort wurden die Zwergschimpansen in einem sumpfigen Waldgebiet freigelassen, aus dem die Tierart seit rund zehn Jahren verschwunden ist.

Das älteste der ausgewilderten Tiere sei 25 Jahre alt, das jüngste ein vier Jahre altes Affenkind, sagte ABC-Chefin Claudine Andre. Die Aktion sei sehr gut verlaufen, die Bonobos seien während des Transports nicht gestresst gewesen. Die Auswilderung war über drei Jahre hinweg vorbereitet worden. Die Bonobo-Gruppe soll künftig ständig von einer Gruppe von Rangern beobachtet werden. Acht weitere Zwergschimpansen sollen Ende des Monats in die Region gebracht werden.

Bestand stark dezimiert

Bonobos gibt es nur im Kongo. Durch jahrelange Kriege in der Region und Wilderei wurde ihr Bestand stark dezimiert. Von 100.000 Tieren im Jahr 1980 ging er Schätzungen zufolge auf inzwischen 10.000 bis 20.000 Tiere zurück. Die Organisation ABC hat nahe Kinshasa eine Auffangstation für Bonobos eingerichtet, die dort auf 30 Hektar in begrenzter Freiheit leben. Dabei handelt es sich hauptsächlich um verwaiste Tiere, deren Eltern von Wilderern getötet und als sogenanntes Bushmeat verkauft wurden. (APA/AFP)

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    Kriege und Wilderei haben die Bonobo-Bestände im Kongo von ursprünglich etwa 100.000 Tiere im Jahr 1980 inzwischen 10.000 bis 20.000 Tiere reduziert.

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