Balkanländer ohne Visapflicht

16. Juni 2009, 18:54
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Serbien, Mazedonien und Montenegro auf "Weißer Liste"

Belgrad - Nach EU-Richtlinien haben Serbien, Mazedonien und Montenegro nicht nur die Bedingungen für sichere Drittstaaten erfüllt - was in Österreich zu einer Verschärfung des Fremdenrechts führt. Gleichzeitig kann in den drei Staaten die Visapflicht abgeschafft werden, was dort große Freude auslöste. Am Montag gab der EU-Ministerrat grünes Licht dafür.

Die Behörden reagierten erfreut. Man sei bereit, alle Bedingungen bis Jahresende zu erfüllen, hieß es. Schließlich arbeite man schon Jahre daran, auf die "Weiße Schengenliste" zu kommen. Neben sicheren Reisepässen, entsprechend ausgestatten Grenzen und ausgebildeten Grenzpolizisten müssen die Balkanstaaten unter anderem mit der EU kompatible Ausländer- und Grenzgesetze verabschieden, sowie eine Strategie für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen und vorweisen können.

Das größte Problem für Belgrad ist der Kosovo, dessen Unabhängigkeit die meisten EU-Staaten anerkannt haben, Serbien jedoch als einen Bestandteil seines Territoriums betrachtet. Um auf die "Weiße Schengenliste" zu kommen, werden serbische Behörden den Bürgern des Kosovo serbische Reisepässe verweigern müssen, was eine indirekte Anerkennung der Unabhängigkeit wäre. (iva, red, DER STANDARD Print-Ausgabe, 17.06.2009)

 

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