Die neuen Hochschulen von A bis Z

16. Juni 2009, 18:48
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Bachelor für alle, 40-Prozent-Frauenquote und verpflichtende Studieneingangsphase

Wien - Was ändert sich mit der Novelle des Universitätsgesetzes an den Unis? Ein Auszug von A bis Z:

Autonomie: Die Reform der Uni-Reform 2002 steht unter dem ministeriellen Motto: "Autonomie der Unis stärken und die Qualität ausbauen" .

Bachelor: Künftig können alle Studien in Bachelor- und Master-Struktur angeboten werden, auch Lehramt, Jus oder Medizin. Arzt werden kann man aber nur nach einem sechsjährigen Studium. Bachelor-Studien können in Ausnahmefällen auch vier Jahre (bisher drei Jahre fix) dauern.

Chefs: Die Leitung von universitären Organisationseinheiten war bisher Professoren vorbehalten, künftig sollen auch andere Uni-Lehrer ("Mittelbau" ) damit betraut werden können

Eingang: In allen Studien ohne gesetzliche Zulassungsregeln müssen die Unis ab 2011/12 eine Studieneingangsphase (ein halbes bis zwei Semester) einrichten, die einen Überblick über die wesentlichen Studieninhalte vermittelt. Im Gegensatz zu bisher ist ein Weiterstudium nur bei positivem Erfolg aller Lehrveranstaltungen und Prüfungen der Eingangsphase möglich. Diese Prüfungen kann man - wie allgemein - jeweils dreimal wiederholen.

Notfall-Prozent: Der Minister kann zwei Prozent des Uni-Budgets als Reserve einbehalten und "bedarfsorientiert" vergeben. Hahn wird ein Prozent (rund 22 Millionen Euro) über den Wissenschaftsfonds FWF an die Unis vergeben und ein Prozent für Notfälle (z. B. Brand) einbehalten.

Quote: In allen Uni-Gremien (Uni-Räte, Senate etc.) soll eine 40-Prozent-Frauenquote gelten. Die Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen überwachen diese Quote, können aber auch Ausnahmen von der Quote zulassen (Opting-out-Klausel).

Rektor/in: Künftig schreibt nicht mehr der Senat, sondern der Uni-Rat den Rektorsposten aus. Die Bewerbungen werden von einer "Findungskommission" geprüft werden, die aus Uni-Rats- und Senats-Vorsitzendem besteht. Diese Kommission erstellt einen Dreiervorschlag, der vom Senat begründet geändert werden kann. Wie bisher wählt der Uni-Rat den Rektor. Erleichterungen gibt es für amtierende Rektoren: Mit Zweidrittelmehrheit von Senat und Uni-Rat können sie ohne Ausschreibung wiederbestellt werden.

Senat: statt bisher zwölf bis 24 Mitglieder künftig 18 oder 26. Die derzeit fixierte Professorenmehrheit (50 Prozent der Mitglieder plus ein weiteres) fällt, sie stellen künftig nur die Hälfte der Mitglieder. Dafür erhalten die Vertreter des akademischen Mittelbaus (z. B. Assistenten) gleich viele Mitglieder wie die Studierenden (derzeit 25 Prozent). Ein Sitz gehört dem allgemeinen Personal.

Zugangsregeln: Die Unis sollen für Master- und PhD-Studien "qualitative Zugangsbedingungen" festlegen können. Allerdings muss es für jedes Bachelor-Studium an einer Uni einen garantierten Master-Anschluss geben, der keine weiteren Zugangsbedingungen als die Absolvierung des Bachelor-Studiums hat. Bachelor-Zugang bleibt offen. (APA, nim/DER STANDARD-Printausgabe, 17. Juni 2009)

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