Exxon muss 500 Millionen Dollar Zinsen zahlen

16. Juni 2009, 18:39
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20 Jahre nach Exxon-Valdez-Katastrophe: Insgesamt eine Milliarde Dollar wegen Ölpest

San Francisco - Zwanzig Jahre nach dem Tankerunglück vor der Küste Alaskas, erlitt der Ölkonzern Exxon Mobil nun eine empfindliche Niederlage vor Gericht. Der Konzern muss zusätzlich zu der bereits festgesetzten Strafsumme von 507 Millionen Dollar (rund 366 Millionen Euro), rückwirkend Zinsen in Höhe von rund 500 Millionen Dollar an Fischer und Anrainer im US-Staat Alaska zahlen. Das geht aus einem Urteil des Bezirksberufungsgerichts San Francisco hervor.

Dadurch verdoppelt sich der Entschädigungsbetrag von derzeit je rund 15.000 Dollar für die etwa 33.000 Betroffenen.

Die "Exxon Valdez" war mit ihrem betrunkenen Kapitän am 23. März 1989 im Prince-William-Sund auf Grund gelaufen. Dabei traten etwa 41 Millionen Liter Öl aus und verseuchten die Küste auf einer Länge von mehr als 2000 Kilometern. 250.000 Seevögel und Meerestiere fielen der verheerenden Ölpest zum Opfer.

In einem ersten Prozess hatte ein Gericht in Anchorage Exxon noch zu fünf Milliarden Dollar Abfindung verurteilt. Es folgten Berufungsprozesse, in denen die Entschädigungssumme mehrfach verringert wurde. Zuletzt, 2008, reduzierte das Oberste Gericht in Washington den Betrag von 2,5 Milliarden auf 507,5 Millionen Dollar.

Nur die Zinsfrage blieb ungeklärt und wurde nun in San Francisco verhandelt. Exxon argumentierte, dass die Zinsen erst seit der Festlegung durch das Oberste Gericht 2008 anfallen könnten, das Gericht entschied anders: Zinsen von 5,9 Prozent pro Jahr sind seit 1996 fällig, als die erste Strafsumme festgelegt wurde. (mteed, DER STANDARD Print-Ausgabe, 17.06.2009)

 

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    Die "Exxon Valdez" war mit ihrem betrunkenen Kapitän am 23. März 1989 im Prince-William-Sund auf Grund gelaufen.

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