Weniger US-Intervention

16. Juni 2009, 18:37
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Iran-Debatte am Rande der 30-Jahre-Feier des OIIP

Der Fokus lag nicht auf dem Iran, aber die Unruhen in Teheran wurden auch bei einem Festakt in Wien diskutiert: Das Österreichische Institut für Internationale Politik (OIIP), Österreichs einziger außenpolitischer Thinktank, der auf Initiative von Bruno Kreisky gegründet wurde, feierte am Dienstag sein 30-jähriges Bestehen. In vier Expertenpanels ging es um europäisch-amerikanische Beziehungen und gemeinsame Herausforderungen. Und da kam eben auch der Nahe Osten ins Spiel.

Othmar Höll, Direktor des OIIP, lobte am Dienstag im Hinblick auf den Iran vor allem den neuen Kurs der US-Administration unter Barack Obama. "Obama setzt völlig zu Recht im Gegensatz zu seinem Vorgänger weniger auf Intervention und mehr auf Verhandlungen" , sagte Höll dem Standard. Beeindruckend findet der Politologe, dass sich anhand der Proteste wieder einmal zeige, dass die Iraner viel prowestlicher seien als die Bevölkerung in arabischen Staaten.

Höll sprach aber auch über die finanziellen Schwierigkeiten in der Vergangenheit: "Die letzten 30 Jahre waren nicht leicht" , sagte er. Zunächst habe das Wissenschaftsministerium die Finanzierung des OIIP übernommen, 15 Jahre lang herrschte da zwischen ÖVP und SPÖ Konsens. "Das Ministerium hat seine Beiträge aber immer mehr reduziert" , erzählt Höll.

Der "Grenzgang" erreichte rund um das Jahr 2000 seinen Höhepunkt, als das OIIP kurz vor dem Aus stand. Inzwischen sei die Finanzierung gesichert, das Institut lebt neben der Auftragsforschung von Beiträgen des Bundes und der Stadt Wien. Seine Experten, darunter John Bunzl und Heinz Gärtner, sind regelmäßige Kommentatoren in den Medien. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2009)

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