Quechua-Indianer könnten Kartoffeln der Welt retten

21. Juni 2009, 18:56
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Bauern in Peru verfügen über weltgrößte Sammlung von Kartoffelsorten

Tunis - Die Quechua-Indianer von Peru verfügen über die weltgrößte Sammlung von Kartoffelsorten und könnten damit die Kartoffelbestände der ganzen Welt retten. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht in der Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist.

Die indigene Bevölkerung des südamerikanischen Staates leistet im nun gegründeten globalen Fonds im Rahmen des internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft zur Erhaltung der Kulturpflanzen einen wesentlichen Beitrag. Danach sollen die Bauern zu den Wächtern der traditionellen und weltweit gefährdeten Kulturpflanzen werden. Dafür erhalten sie aus dem Fonds finanzielle Mittel.

Kartoffel-Rückversicherung

Seit Jahrhunderten pflegen die Quechuas ihre Kartoffelvarietäten, die an die Temperaturen in verschiedenen Höhenlagen und Klimate angepasst sind. Wenn der Kartoffelanbau in verschiedenen Regionen der Erde versagen sollte, gibt es in Peru die Möglichkeit, eine oder mehrere dieser Kartoffelsorten zu holen und sie weiterzuzüchten. Diese Rückversicherung ist das Ziel des Fonds. Ein weiteres Ziel ist es, die bisher vernachlässigten oder nur selten verwendeten Nahrungspflanzen für die Nachwelt zu erhalten.

Das internationale Vertragswerk, das bereits 2001 beschlossen wurde, aber erst zwei Jahre später in Kraft trat, war immer wieder Anlass zu Streitigkeiten unter den 120 Vertragspartnerstaaten. Uneinig war man sich in erster Linie darüber, wer wieviel in den Fonds einzahlen sollte. Anfang Juni haben sich die reichen Staaten bei einer Konferenz in Tunis darüber geeinigt, den 116 Mio.-Dollar Benefit-Sharing-Fund, der unter anderem auch das Kartoffelprojekt in Peru unterstützt, in einem Fünf-Jahres-Plan zu finanzieren. Konkret werden jene Projekte gefördert, die Bauern dazu animieren, traditionelle Sorten anzupflanzen anstatt auf profitablere kommerzielle umzusteigen. (pte/red)

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    Die Quechua-Indianer von Peru verfügen über die weltgrößte Sammlung von Kartoffelsorten.

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