ARD rechnet mit 15 Prozent weniger Einnahmen

16. Juni 2009, 17:27
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Engere Kooperation zwischen den Sendern - Großes Sparvolumen ausgereizt

Bremen - Die ARD fürchtet für die kommenden Jahre alleine durch den demografischen Wandel Mindereinnahmen von 15 Prozent und mahnt noch engere Kooperationen zwischen den Sendern an. "Das große Sparvolumen ist ausgereizt. Die Lage sieht so aus, dass wir uns in den nächsten zehn Jahren auf drastische Mindereinnahmen einstellen müssen." Dies sagte der Intendant des Südwestrundfunks (SWR) und ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust am Dienstag nach der Tagung der Intendanten in Bremen.

Man brauche in der ARD strukturelle Veränderungen und eine noch engere Zusammenarbeit. "Das wird das Kernthema der nächsten Jahre", sagte Boudgoust, der nach dem Willen der Intendanten ein weiteres Jahr Vorsitzender bleiben wird. Modelle zur Unterstützung der chronisch unterfinanzierten kleinen Sender Radio Bremen und Saarländischer Rundfunk würden geprüft und sollten nach der Sommerpause der Politik vorgelegt werden. Der scheidende Radio-Bremen-Intendant Heinz Glässgen sieht indes in einer Verschmelzung kleiner mit großen Sendern keine Lösung. "Wir reden von Kooperationen nicht von Fusionen."

Neue Serien geplant

Für den Sommer soll es im Abendprogramm zwei neue Serien und und eine neue Staffel von der "Der Dicke" mit Dieter Pfaff geben. Am Donnerstagabend nach den "Tagesthemen" seien zudem Blockbuster mit Tom Cruise, Robert Redford oder Jennifer Lopez eingeplant. Zudem soll es kommendes Jahr wieder eine Themenwoche geben. Möglich sei diesmal das Thema Armut, das nach Auffassung von Boudgoust die nächsten "Jahre prägen wird". Kritik übten die Intendanten an Unterhaltungsprogrammen anderer Sender. Ein Format wie "Erwachsen auf Probe" sei bei der ARD undenkbar. Die Schamgrenze sei gesunken.

Die Intendanten waren für ihre Tagung in die Hansestadt gekommen, um Radio-Bremen-Intendant Glässgen zu verabschieden. Glässgen stand seit Oktober 1999 an der Spitze des kleinsten ARD-Senders. Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus. Nachfolger wird zum 1. August der bisherige Leiter der ZDF-Redaktion "heute journal", Jan Metzger. (APA/dpa)

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