Der Helm fürs Auge kommt aus Tirol

16. Juni 2009, 16:23
30 Postings

Ein Tiroler Unternehmer will mit einer unzerstörbaren Sonnenbrille "Made in Austria" die Welt erobern

Wien - Weit über 500.000 Euro hat Christoph Egger investiert, bis die erste Brille am Tisch lag. Am 4. Oktober 2008 wurde sie ausgeliefert, denkt Egger zurück. So genau sagt der Tiroler Unternehmer das gar nicht gern - wegen der Eltern und Schwiegereltern, meint er augenzwinkernd. Sein Produkt liegt vor ihm auf dem Tisch. Auf den ersten Blick hat die Sonnenbrille auch gar nichts Besonderes an sich: klassisch, sportlich und ein bisschen cool, wie sich das für ein Produkt dieser Klasse geziemt, ist der Sonnenschutz für die Augen. Was das Ding dann so besonders macht, führt Egger - von Berufs wegen eigentlich Marketing-Experte und Geschäftsleiter der Firma IQ brand design & production - am liebsten ausgiebig vor. Der smarte "Jung-Unternehmer" nimmt die Brille in die Hand, zerknüllt und verbiegt sie mit einiger Kraftanstrengung, dreht das Innere nach außen. „Selbst ein 27-Tonnengefährt kann ihr nichts anhaben", beschreibt der Erfinder stolz sein Baby.

Bei dem einen oder anderen wird spätestens jetzt ein Déjà-vu-Erlebnis eintreten: Silhouette und seine Titanbrille. "Ja", sagt Egger, "die sind absolut ein Vorbild." Den Linzern, die mit ihrer Titanbrille die Welt erobert haben und mit einem einzigartigen Produkt neben den Großen der Welt wie Oakley bestehen können, will der Tiroler es gleichtun. Aber soweit ist es noch lange nicht. Bislang wurden 20.000 Stück produziert, heuer sollen es 50.000 für den heimischen und den Schweizer Markt werden. Made in Austria (genauer gesagt in Niederösterreich) ist das Produkt nicht etwa aus Patriotismus-Gründen. "Nach China kann man die Produktion nicht auslagern, denn die einzigartige Erfindung für den ‚Helm für das Auge' ist der ganz besondere Verfahrensprozess", sagt Egger.

Kluges Material

Notwendig ist die dem Betriebsgeheimnis unterliegende Prozedur, damit sich das hochelastische Material namens g-flex (eine Kunststoffmischung) seine Ausgangsform "merkt" und selbige nach der Einwirkung des Drucks wieder annimmt. Ähnliche Materialien werden laut Egger im militärischen Bereich, etwa bei den Apache-Hubschraubern eingesetzt. Einige Verfahrenstechniker hätten für ihn eine Menge an Hirnschmalz investiert, vier Jahre hat es gedauert bis zur Serienproduktion, beschreibt der Tiroler den langen Weg zum Erfolg. Entwickelt wurde im Labor in Tirol. Acht Mitarbeiter beschäftigen sich mit der "gloryfy-Brille" derzeit. Vier Modelle sind ab einem Preis von 100 Euro zu haben, 2010 soll die optische Ausführung dazukommen.

An den Mann/die Frau bringen will der Marketing-Experte sein Produkt via Sport- und Optikhandel und unter Zuhilfenahme der Vorbildwirkung von "Heroes" wie Snowboarder Michi Albin oder Boxer Henry Maske: "Die schwören auf die Brille." (Regina Bruckner)

 

  • Brillenerfinder Christoph Egger mit seinem Produkt.
    foto: gloryfy

    Brillenerfinder Christoph Egger mit seinem Produkt.

  • Wer es gerne weniger sportlich hat: Voilà
    foto: gloryfy

    Wer es gerne weniger sportlich hat: Voilà

Share if you care.