Fit bleiben an Bord

16. Juni 2009, 15:02
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Tipps für Körper und Geist beim Flug über den Wolken

Wien - Wer als Pilot tagtäglich die Verantwortung für das Leben vieler Menschen trägt, muss vor allem eines sein: körperlich und geistig topfit. Regelmäßige Trainings und Untersuchungen sollen sicher stellen, dass ein Pilot den hohen physischen und psychischen Anforderungen genügt.

Doch wie können sich Passagiere am besten fit halten? Walter Ebm, Geschäftsführer der Wiener Privatklinik und Leiter des Aeromedical Centers, das als einzige Gesundheitseinrichtung in Wien die Fitness und Tauglichkeit von Berufs- und Linienpiloten überprüft, gibt Tipps für einfache Übungen und Verhaltensregeln, um Körper und Geist auch über den Wolken fit zu halten.

„Der erste Schritt sollte schon einige Tage vor dem Flug beginnen", erläutert Ebm. „Fliegen Sie nach Osten, legen Sie sich sukzessive früher schlafen und stehen Sie auch früher auf. Fliegen Sie nach Westen, gehen Sie hingegen später schlafen und stehen Sie später auf. Dies hilft Ihnen, den Jetlag zu verringern und sich an den Zeitrhythmus des Zielorts anzupassen."

Ein paar einfache Regeln für die Flugreise selbst

  • Wer während des Flugs aktiv bleibt, kommt in guter Kondition am Ziel an. Wer hingegen missmutig und schlaff im Sitz hängt, erreicht das Ziel müde und zerschlagen.
  • Trinken Sie viel Flüssigkeit, am besten klares Wasser ohne Kohlensäure, um das Blut wieder zu verdünnen und den Kreislauf zu entlasten. 
  • Meiden Sie, Alkohol, Kaffee und Tee, weil diese den Körper weiter entwässern. Alkohol wirkt bei geringerer Sauerstoffzufuhr stärker. 
  • Wählen Sie leichte Speisen und ersparen Sie sich unnötige Verdauungsarbeit und damit auch unnötige Kreislaufbelastung. 
  • Auf den meisten Flügen ohnehin verboten: Lassen Sie das Rauchen sein; es verengt die Gefäße und stört den Kreislauf.

Tipps für Übungen während des Fluges

  • Ziehen Sie abwechselnd die rechte und die linke Schulter zum Ohr und lassen Sie sie wieder fallen. 
  • Drücken Sie erst beide Schultern allein gegen die Rückenlehne, dann gemeinsam mit den Ellbogen - und lassen Sie los. 
  • Drücken Sie den ganzen Rücken gegen die Lehne - und entspannen Sie wieder. 
  • Drücken Sie den Kopf gegen die Lehne, während Sie gerade nach vorne schauen, und lassen Sie wieder los. 
  • Drehen Sie den Kopf langsam nach links und rechts. 
  • Spannen Sie die Gesäßmuskeln an - und lassen Sie wieder locker. 
  • Drücken Sie die Knie zusammen - und lassen Sie wieder los. 
  • Legen Sie die Hände seitlich an die Knie und drücken Sie die Knie nach außen gegen die Hände - und lassen Sie locker. 
  • Strecken Sie beide Beine, so weit es geht, nach vorne aus und bewegen Sie die Vorfüße auf und ab, das aktiviert die Venenpumpe. 
  • Stützen Sie sich mit den Händen am Sitz ab, drücken Sie das Gesäß hoch, während Sie es anspannen, und lassen Sie dann wieder locker. 
  • Diese Sequenz sollte mindestens einmal pro Flugstunde absolviert werden, um auch nach der Landung entspannt und bei Kräften zu sein.

Tipps für Hals, Nase und Ohren

Einige Maßnahmen helfen dabei, dass Hals, Nase und Ohren den Flug möglichst unbeschadet überstehen. „Wer den Jet gesund besteigt, kann, während dieser an Höhe gewinnt oder verliert, aktiven Druckausgleich betreiben, indem er die Nase zuhält und mit geschlossenem Mund auszuatmen versucht. Diese Öffnung der Tuben ist aber nicht so häufig möglich, wie vielleicht nötig. Dann hilft, vor allem auch Kindern, die Anregung des Schluckreflexes - durch viel Trinken, saure Bonbons oder Kaugummi", rät Ebm.

Die niedrige Luftfeuchtigkeit in Flugzeugen von nur zehn bis 20 Prozent - anstatt als angenehm empfundenen 60 Prozent - trocknet auch die Schleimhäute aus, senkt damit deren Abwehrkraft und erhöht das Risiko von Atemwegsinfektionen. „Vorsorgen können Sie zum Beispiel durch schleimhautpflegende Sprays, etwa solche, die Dexpanthenol enthalten", rät Ebm. Dexpanthenol wird im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt, das die Feuchthaltefähigkeit der Schleimhaut erhöht.

„Denken Sie beim Bestücken Ihres Handgepäcks an ein leichtes Halstuch, eventuell auch ein zweites Tuch zum Schutz der Stirnhöhlen", mahnt der Flugexperte. „Manchmal haben Stewardessen, freundlich gebeten, auch das Pouvoir, die Temperatur ein wenig höher zu schalten." (red)

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