Dynamik lautet auch elektrisch die Botschaft

16. Juni 2009, 17:48
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Der Elektro-Mini bleibt vor allem - ein echter BMW

Auch wenn BMW die Ökologisierung des Autofahrens kraftvoll vorantreibt - an der Grundthese hält man fest: Autofahren soll Spaß machen, Dynamik als unverrückbare Kernkompetenz. Das ist natürlich auch elektrisch möglich. Vereinfacht gesagt: Der Motor muss nur stark genug sein, die Batterien müssen groß genug sein.

Als erstes Beispiel zur Bearbeitung des Themas Elektroauto hat man den Mini gewählt. Mit seinem Frontantrieb bietet er gute Voraussetzungen zur Implementierung des elektrischen Antriebs, allerdings schrumpft der Mini durch den erheblichen Platzbedarf der Batterien zum Zweisitzer.

Das ist schon ein Knackpunkt: Um entsprechende Fahrleistungen bei akzeptabler Reichweite zu ermöglichen, geht das nicht anders. Mit 150 kW, also 204 PS, sollte er allerdings ausreichend motorisiert sein - und ist das natürlich auch. Null auf 100 km/h in 8,5 Sekunden wie am Schnürl, dem gibt es fahrdynamisch nichts mehr hinzuzufügen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 152 km/h angegeben. Die prognostizierte Reichweite von 160 km erscheint bei vernünftiger Fahrweise realistisch, allerdings schrumpft sie mit steigender Geschwindigkeit und Beladung naturgemäß.


Beim Flottenversuchsträger wird der Mini zum Zweisitzer - wegen des enormen Platzbedarfs der Batterien.

Die beeindruckenden Eckdaten resultieren unter anderem aus 260 kg Lithium-Ionen-Batterien an Bord, die eine Kapazität von 35 kWh bereithalten. Das ist ungefähr das Doppelte von dem, was in Fachkreisen als Mindestmaß für ein Serien-Elektroauto gilt (wie auch der Vergleich mit dem Mitsubishi i-MiEV mit 16 kWh zeigt). Weil die üppige Auslegung nicht nur Platzbedarf und Gewicht bedeutet, sondern auch Kosten. Als grober Richtwert gelten allgemein nämlich 1000 Euro pro kWh, derzeit liegt der Preis für Lithium-Ionen-Batterien noch irgendwo darüber, künftig muss und wird er deutlich darunter sein.

Einerseits sollten Produktionskapazitäten bereits aufgebaut werden, gleichzeitig ist aber die Batterietechnologie noch nicht dort, wo man sie gerne hätte. Auch vom Gewicht her sollte zumindest noch eine Halbierung möglich sein. Die ersten Autos werden gerade in den USA an ausgewählte Personen ausgeliefert. Auch in Großbritannien und in Deutschland läuft eine einjährige Versuchsphase an.

Dieser Mini wird allerdings, wie auch immer das Ergebnis ausfällt, nicht in Serie gehen. BMWs Prognose klingt knapp und vorsichtig, doch dadurch möglicherweise auch realistisch: E-Auto noch vor 2015. Dann gibt man sich voraussichtlich, aus Kosten- und Platzgründen, mit einer Kapazität von 20 kWh auch etwas bescheidener. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/12.6.2009)

  • Mini E: In den USA, Großbritannien und Deutschland läuft eine
Versuchsphase. Die Ergebnisse werden dann ca. 2015 in den echten
Serien-Elektro-Mini einfließen.
    foto: werk

    Mini E: In den USA, Großbritannien und Deutschland läuft eine Versuchsphase. Die Ergebnisse werden dann ca. 2015 in den echten Serien-Elektro-Mini einfließen.

  • "Getankt" wird per Kabel.
    foto: werk

    "Getankt" wird per Kabel.

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