Fleischhacker: "Presse am Sonntag hilft in der Krise"

16. Juni 2009, 14:18
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Anzeigenerlöse am Wochenende liegen laut dem Chefredakteur dank Sonntagsprodukt 31 Prozent über den Einnahmen des Vorjahres

100 Tage nach dem Stapellauf der "Presse am Sonntag" sind "Presse"-Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer und Chefredakteur Michael Fleischhacker mit der Entscheidung für die siebente Ausgabe mehr als zufrieden. Die Anzeigenerlöse am Wochenende liegen dank Sonntagsprodukt 31 Prozent über den Einnahmen des Vorjahres, wenn auch die Werbeeinnahmen unter der Woche - wie in der gesamten Branche - rückläufig sind. "Der Sonntag hilft uns massiv in der Krise", so Fleischhacker am Dienstag bei einem Pressegespräch.

30.000 neue Testleser und Abonnenten

Nicht nur die Werbebranche sondern auch die Leser haben die Sonntags-Presse gut angenommen, so Gmeinbauer. Innerhalb von drei Monaten habe die "Presse am Sonntag" 30.000 neue Testleser und Abonnenten gewonnen - dieses Ziel hatte man sich ursprünglich erst für September gesetzt. Die Befürchtungen, der Sonntag könnte die Samstagsausgabe der Zeitung "kanibalisieren", habe sich nicht bewahrheitet. Zwar sei die verbreitete Auflage am Samstag von 160.000 auf 107.000 zurückgegangen, dafür sei der Sonntag mit 126.000 verbreiteten Ausgaben vom Fleck weg der stärkste Lesetag geworden. So ist die verbreitete Auflage der "Presse" am Wochenende mit der Sonntagsnummer laut Gmeinbauer im Vergleich zum Vorjahresschnitt um 45 Prozent gestiegen.

Zufrieden sind die Verantwortlichen auch mit der Akzeptanz in den Bundesländern. Vor allem dort, wo die regionalen Platzhirschen kein Sonntags-Produkt auf den Markt bringen, sei die "Presse am Sonntag" sehr gefragt. In einer Umfrage unter 591 Österreichern betonten 65 Prozent, dass die Marke "Presse" durch die siebente Ausgabe noch attraktiver geworden sei und knapp 83 Prozent bewerteten den Sonntag mit "sehr gut" oder "gut".

"Sehr schwierige Zeit für die Verlage"

Daraus, dass die aktuelle Finanzkrise, die der gesamten Medienbranche zu schaffen macht, auch die "Presse" trifft, machten Gmeinbauer und Fleischhacker keinen Hehl. Es sei eine "sehr schwierige Zeit für die Verlage", dennoch gehe man derzeit davon aus, dass das Budget für die Sonntagsausgabe, das "in niedriger zweistelliger Millionenhöhe" liegt, nicht überschritten wird.

Dafür, dass die "Presse am Sonntag" ohne zusätzliches Personal auskommt und von den Redakteuren der Tageszeitung mitbetreut wird, sprachen Geschäftsführer und Chefredakteur ihrem Team Lob und Dank aus. Gmeinbauer betonte aber auch, dass die Mannschaft ohne den Sonntag "nicht in dieser Größe" erhalten geblieben wäre. Fleischhacker fügte hinzu, dass der Nettoumfang der Zeitungen ohnehin geschrumpft sei und der Mehraufwand des Sonntags durch den allgemeinen Rückgang in der Krise "einigermaßen aufgefangen" werde. Die Einstellung einer oder mehreren Ausgaben der "Presse", wie in der Branche spekuliert wurde, schloss Gmeinbauer aus. "Die Presse erscheint von Montag bis Sonntag und das wird auch so bleiben."

Extrabeilage

Am Sonntag, 21. Juni, gibt es sogar noch eine Extrabeilage. Nach einem Jahr Pause erscheint dann die zweite Ausgabe des Magazins "Das Interview", das von der Journalismus-FH Wien produziert wird. Hier kommen unter anderem der ehemalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky, Hans Krankl und andere zu Wort. Im Zentrum der zweiten "Interview"-Ausgabe steht ein Special zum Thema "Krise? Welche Krise?". (APA)

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