Hotelier bekräftigte in neuem Prozess Vorwürfe gegen Ernst August

16. Juni 2009, 14:14
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Hotelier: "Ich habe gedacht, das ist ein Todeskommando, und ich habe gedacht, die haben mich mit jemand anderem verwechselt"

Im neuen Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Ernst August von Hannover hat der Hauptzeuge der Anklage seinen Vorwurf bekräftigt, der Prinz habe ihn krankenhausreif geprügelt. Bei seiner Vernehmung vor dem Landgericht Hildesheim sagte der Hotelier Josef Brunlehner am Dienstag, der Prinz sei im Jahr 2000 am Strand in Kenia auf ihn zugestürmt und habe ihn mit jeweils einem Fausthieb auf den Körper zweimal zu Boden geschlagen. Danach habe sich Ernst August auf ihn gesetzt und mit einer Serie von weiteren Faustschlägen bearbeitet.

"Ich habe gedacht, das ist ein Todeskommando, und ich habe gedacht, die haben mich mit jemand anderem verwechselt", sagte der Hotelier. Ihm sei die Flucht nur gelungen, weil mehrere Begleiter den Prinzen dann festgehalten und von ihm gerissen hätten. Er selbst sei in ein am Ufer liegendes Boot geflüchtet, dabei habe ihn der Prinz noch einmal verfolgt. Brunlehners Aussage steht im völligen Gegensatz zur Aussage des Prinzen vom Vortag.

"Symbolische Ohrfeigen"

Da hatte der 55-Jährige über seinen Anwalt lediglich "zwei symbolische Ohrfeigen" eingestanden, die er dem Hotelier verabreicht habe. Die Anwälte von Ernst August wollen in dem neuen Prozess beweisen, dass Brunlehner die Auseinandersetzung unverletzt überstanden und die angeblich schweren Verletzungen später nur simuliert habe.

Der Vorsitzende Richter Andreas Schlüter geht inzwischen angesichts der entgegengesetzten Aussagen von einer sehr langwierigen Beweisaufnahme aus. "Ich halte es für wahrscheinlich, dass wir uns hier bis Ende des Jahres sehen werden", sagte Schlüter. Nach Angaben des Richter reagierten weder Anklage noch Verteidigung auf seinen Vorschlag vom Montag, das Verfahren gegen eine "erhebliche Geldstrafe" für Ernst August einzustellen.

Zahlreiche Zeugen aus Kenia geladen

Im Laufe des Prozesses sollen zahlreiche Zeugen aus Kenia geladen werden. Für den 23. Juli ist eine Vernehmung von Caroline von Monaco vorgesehen. Die Ehefrau des Angeklagten hatte mit ihrer Zeugenvernehmung im Vorfeld den Ausschlag für die Wiederaufnahme des Verfahrens gegeben. Wegen der Attacke in Kenia war Ernst August 2004 bereits zu einer Geldstrafe von 445.000 Euro verurteilt worden. Das Gericht sah damals den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung als erwiesen an. (APA/AFP)

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    Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Ernst August von Hannover.

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