Aus Musik keinen Wettbewerb machen

16. Juni 2009, 13:45
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Die Newcomer-Band FAMP über ihren Erfolg beim "Local Heroes"-Contest und warum dieser ihr letzter bleiben wird

Wolkersdorf - Aus einem kleinen Kellerlokal dröhnt chaotischer Punk, vier Jungs geben ihre Songs zum Besten, und das Publikum grölt. Aller Anfang ist schwer, so auch der von FAMP, die jedoch diesen gut gemeistert haben und sich mittlerweile zu einer angesehenen Band entwickelt haben.

Die vier Wolkersdorfer - Flo, Andi, Martin und Philipp - sind derzeit in vielen Clubs Wiens zu hören. Nach dem Kennenlernen in der Schule brachten gemeinsame Interessen und eine Jam-Session die Jungs auf die Idee, eine Band zu gründen. Doch alles, was die drei Gitarristen daran hinderte, war ein fehlender Schlagzeuger sowie ein Bandname. Andi kam und mit ihm das A in FAMP.

"Somit waren wir komplett und hatten eine Band. Zwar ohne Gesang, doch wir haben seit August 2006 leichte Fortschritte gemacht", meint der zum Sänger herangewachsene Philipp bescheiden.

Inspiriert von Bands wie The Kooks, Muse, Franz Ferdinand und The Wombats entwickelte sich aus dem anfangs noch ziellosen chaotischen Punk der berühmte FAMPSound, der durch Indierock mit hohem Tanzpotenzial gekennzeichnet ist. Versorgt mit zwei eigenen und einem gecoverten Song unterhielten sie das Publikum zwanzig Minuten lang, und auch als die Zugabe aus denselben Liedern bestand, tobte dieses immer noch, beschreibt die Band ihren ersten Auftritt in einem kleinen Wolkersdorfer Club. "Aus Mitleid oder aus Gefallen, das wissen wir leider nicht", heißt es nur.

Sie feilten an den Songs und dann ging es ins Studio für die erste Demo-CD. Die drei Songs, unter anderem auch die Single Get Up, mussten an einem Tag fertig aufgenommen und gemischt werden, was die Studioerfahrung zu einer ziemlich stressigen machte.

Kein Wettbewerb aus Musik

Mit besserer Songbesetzung begaben sich FAMP zu ihrem ersten Bandcontest, der nicht ihr letzter bleiben sollte. "Wir haben mindestens acht gewonnen und jede Teilnahme war eine wertvolle Erfahrung, da wir Newcomerbands kennenlernen und ihren Umgang mit dem Publikum beobachten konnten", sagt Philipp. Der österreichweite "Local Heroes"-Bandcontest, bei dem sie nach drei Finalrunden den vierten Platz erreichten und Philipp zum besten Sänger gekürt wurde, war ihr letzter. Sie wollen aus Musik keinen Wettbewerb machen.

Mit der CD Welcome To The Nz Nz Show im Gepäck und mithilfe ihres Managers schafften sie es, als Supportband für The Virgins aufzutreten. "Wir kannten sie vorher alle nicht besonders und dachten uns, das wären so arrogante Newcomer aus New York, die kein einziges Wort mit uns reden. Es war jedoch genau das Gegenteil der Fall", meint der Bassist.

Mit dem geplanten Video zu ihrer Single Fulltime Lover wollen sich die vier von klischeeartigen Newcomerbands abheben. "Wir werden nicht weiß geschminkt, in Ledermänteln bekleidet, in einer Fabrikshalle stehen und Fulltime Lover runtergrunzen. Das Ganze soll anders sein", sagt der Sänger. Die Zusammenarbeit mit einem Wiener Produzenten enthält Discohighlights und Farberlebnisse der Extraklasse, verspricht die Band.

Dranbleiben, raten die vier aufkommenden Bands. "Ambitionen sollte man nutzen, um sich mit Willen durchzusetzen." (Selina Thaler, DER STANDARD, Printausgabe, 16.6.2009)

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