EAG sucht Standorte für Wasserkraftwerke

16. Juni 2009, 13:31
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Auch Machbarkeit neuer Wärmekraftwerke wird geprüft - Neues Gas- und Dampf-Kraftwerk Timelkam steigert Eigenerzeugungsquote von 50 auf 73 Prozent

Linz - Die Energie AG Oberösterreich (EAG) will im kommenden Geschäftsjahr zusätzliche Standorte für Wasserkraftwerke suchen. Vor allem bei den Speicherkraftwerken sieht Generaldirektor Leo Windtner Nachholbedarf, wie er in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz sagte. Namen von möglichen Standorten gab er vorerst nicht bekannt. Auch die Machbarkeit von neuen Wärmekraftwerken wird unternehmensintern geprüft.

Derzeit hat die EAG in Oberösterreich und in Salzburg insgesamt vier Wasserkraftprojekte in Vorbereitung, die insgesamt den Jahresstrombedarf von rund 20.000 Haushalten decken könnten: Stadl-Paura, Bad Goisern, Oflek (Großarl Tal) und Kleinarl. In Oberösterreich sieht Windtner trotz des bereits hohen Ausbaugrades noch weitere "ökologisch vertretbare und wirtschaftlich sinnvolle" Standorte. Denn trotz aller Bemühungen zur Steigerung der Energieeffizienz stehe fest: "Wir brauchen 100-prozentig neue Kraftwerke."

Alternative Energie

Der stetige Ausbau von alternativen Energieformen wie Windkraft und Sonnenenergie bringe eine witterungsbedingt schwankende Erzeugungsleistung mit sich. Zur Abdeckung der Spitzen eignen sich Speicher- bzw. Pumpspeicherkraftwerke, aus denen bei Bedarf Wasser entnommen werden kann, erklärte Windtner. Derzeit betreibt das Unternehmen in Ranna und Partenstein Speicherkraftwerke mit einer Leistung von mehr als 55 Megawatt (MW) und weitere an der Gosaukette und im Land Salzburg.

Mit dem kürzlich eröffneten Gas- und Dampf-Kraftwerk Timelkam steigere die EAG ihre Eigenerzeugungsquote von 50 auf 73 Prozent, erklärte Windtner. Die 400-MW-Anlage kann pro Jahr 2.500 Gigawattstunden elektrische Energie erzeugen, das entspricht dem Jahresstrombedarf von mehr als 700.000 Haushalten. Nächstes Jahr soll das Photovoltaik-Kraftwerk an der Westautobahn bei Eberstalzell - mit 1 MW Leistung das bisher größte Österreichs - in Betrieb gehen. In den kommenden 20 Jahren werde eine Verschiebung hin zu erneuerbaren Energieträgern stattfinden, so Windtner, aber eine totale Unabhängigkeit von kalorischen Kraftwerken bis dahin zweifle er an. (APA)

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