Sparen in den Ferien und bei Lokalbesuchen

16. Juni 2009, 17:39
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Angesichts der Krise werden vorwiegend Urlaubs-Schnäppchen gebucht - Wiener konsumieren weniger Getränke

Wien - Österreichs Urlauber entpuppen sich heuer als Schnäppchenjäger - Buchungen und Umsätze sind rückläufig. Bei den Nächtigungen steht gegenüber dem Vorjahr ein Minus von einem bis 4,6 Prozent ins Haus, in Wien sind es bis zu zehn Prozent, geht aus Umfragen hervor. Schlimmstenfalls verbucht Wien heuer um eine Mio. Nächtigungen weniger, so Michael Kövesi vom Unternehmensberater Deloitte.

"Der Ausblick auf die kommenden Monate ist ernüchternd, aber nicht aussichtslos" , sagte der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Peter Peer.

80 Prozent der Urlauber aus Deutschland und Österreich wollen zwar weiterhin reisen, 60 Prozent legen dabei aber ein anderes Preisbewusstsein an den Tag, resümierte Meinungsforscherin Sophie Karmasin. "Preisvergleiche sind das Credo - das ist natürlich in den Umsätzen zu sehen" , so Karmasin.

Die Reiselust sei aber ungebrochen. Nur 18 Prozent der befragten Österreicher wollen kürzer urlauben oder ganz auf ihre Reise verzichten.

Ein weiteres Indiz, dass wegen der Wirtschaftskrise der Gürtel enger geschnallt wird: Die Wienerinnen und Wiener sparen auch bei Lokalbesuchen. "Die Leute sparen weniger beim Essen, aber bei den Getränken" , berichtete Josef Bitzinger, Spartenobmann in der Wiener Wirtschaftskammer Montagabend. Laut einer Umfrage der Touristik- und Freizeitsparte der Kammer geben die Wiener im Schnitt 57 Euro im Monat für Getränke, und 72 Euro für Speisen aus - 2007 wurden allerdings noch 65 Euro in Getränke investiert. 42 Prozent kündigen überdies an, für Lokalbesuche heuer weniger als im Vorjahr ausgeben zu wollen.

Bitzinger fordert in diesem Zusammenhang vehement eine Novellierung des seit Anfang 2008 geltenden Antikorruptionsgesetzes. Denn wegen der darin festgelegten Geringfügigkeitsgrenze von 100 Euro würden Firmen und Manager ihre Gastronomieausgaben deutlich einschränken. (frei, pfb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.6.2009)

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