Pharma, Nahrung und IT entkommen Krise

16. Juni 2009, 13:26
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Die Prisma-Kreditversicherung rechnet für 2009 mit einem weltweiten Produktionsrückgang, dem sich nur einige wenige Branchen entziehen können

Wien - Die Prisma-Kreditversicherung rechnet für 2009 mit einem weltweiten Produktionsrückgang, dem sich nur einige wenige Branchen entziehen können. Nur die Lebensmittelhersteller, die Pharmafirmen und die IT- und Telekommunikationsdienstleister werden sich nach Meinung der Kreditversicherungs-Experten auf weltweiter Ebene einigermaßen halten können. In Asien dürfte die Fracht- und Transportbranche heuer noch mit einem blauen Auge davonkommen.

Zweimal im Jahr stellt der Kreditversicherer Euler-Hermes die wichtigsten Branchen auf den Prüfstand. Prisma gehört zu 49 Prozent der zur Allianz gehörenden Euler Hermes-Gruppe, die Weltmarktführer in der Kreditversicherung ist.

Besonders schlecht sind die Aussichten für die Auto- und Zulieferindustrie, in der es nur in Asien und Osteuropa vereinzelte Lichtblicke gibt. "Vom weltweiten Produktionsrückgang ist vor allem die US-Industrie betroffen. Ich gehe davon aus, dass sie bis Ende des Jahres einen historischen Einbruch auf das Niveau von 1998 erleidet", sagt Bettina Selden, Vorstand bei der Prisma Kreditversicherung. Besonderes schlecht sind die Aussichten auch für die Bauwirtschaft - am vergleichsweise besten sieht noch der Tiefbau aus, der weitgehend von der öffentlichen Hand finanziert wird.

"Abrupter Stillstand" bei Stahlindustrie

Die Stahlindustrie sei zu einem "abruptem Stillstand" gekommen, die Chemieindustrie befinde sich "auf dem Weg zum Tiefpunkt", in der Elektronikindustrie sei das "Ende des Wachstums" erreicht, schreibt Euler Hermes.

Auch die Lebensmittelbranche habe die Krise beim Absatz zu spüren bekommen - die Preise landwirtschaftlicher Rohstoffe würden aber eher steigen, die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln zunehmen: "Zukünftig könnte es schwierig werden, hohe Margen zu erzielen. Die Aussichten für einfache, leistbare Produkte sind (aber) besser als je zuvor."

Für die Pharmaindustrie rechnen die Experten für das heurige Jahr sogar mit einem Wachstum von fünf bis sechs Prozent. Software- und IT-Dienstleistungen bekommen zwar weltweit Ausgabenkürzungen zu spüren, Euler Hermes rechnet für 2009 aber mit einem Branchenumsatz von 702 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 0,9 Prozent. "Wir glauben, dass gerade diese Branche schneller einen Ausgang aus der Krise finden wird", sagt Selden. (APA)

 

 

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