Nach Pleite drohen Folgeinsolvenzen

16. Juni 2009, 13:52
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Die Zahl der bis jetzt betroffenen 43.000 Mitarbeiter könnte sich in Kürze deutlich erhöhen

Essen - Nach der Pleite des deutschen Handels- und Touristikriesen Arcandor stehen einem Zeitungsbericht zufolge gleich mehrere Folgeinsolvenzen bevor. Die Zahl der bisher 43.000 betroffenen Mitarbeiter werde sich daher in Kürze deutlich erhöhen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (SZ; Dienstag-Ausgabe) unter Berufung auf Insider. Ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters wollte nicht ausschließen, dass es weitere Anträge geben werde.

Während von der Versandsparte Primondo derzeit lediglich die Dachgesellschaft Primondo GmbH und das Versandhaus Quelle von der Insolvenz betroffen seien, werde möglicherweise bereits an diesem Dienstag die komplette Service-Gruppe von Primondo folgen, berichtete die Zeitung. Diese zähle allein 6.000 Beschäftigte. Auch für den technischen Kundendienst Profectis sowie Foto Quelle seien "die Insolvenzanträge vorbereitet". Sie müssten lediglich noch bei den Gerichten eingereicht werden.

Weiterhin nicht von Insolvenzen betroffen seien der Online-Shop HSE 24 sowie die insgesamt 18 Spezialversender im Primondo-Verbund. Dem Sprecher zufolge muss sich im Fall des Online-Fachmarkt MyBy noch der 50-Prozent-Partner zur Lage äußern. Dort sei auch noch kein Antrag gestellt. Myby ist derzeit vom Netz.

 

Die Tochter Quelle habe einen Finanzierungsbedarf von rund 50 Mio. Euro, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Geprüft werde, ob ein Kredit oder eine Bürgschaft ein geeignetes Instrument für die Finanzierung des Versenders sei.

Die Warenhaustochter Karstadt komme derzeit ohne einen Massekredit über die Runden, hieß es in den Kreisen. Dies könne sich aber ändern, wenn in größerem Umfang Waren geordert werden müssten.

"Wir prüfen weiter und werden in Kürze Bescheid geben, ob wir uns um einen Massekredit bemühen werden, in welcher Größe und mit welchen Banken", sagte ein Arcandor-Sprecher. "Es ist noch nichts entschieden", betonte er. (APA/dpa)

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