Polen: Physikalische Gesetze in Konin und Torun

16. Juni 2009, 17:46
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Nach dem Markus Zohner der Anziehungskraft Konins ausgesetzt war, besucht er das Denkmal jenes Mannes, der das Weltbild zurechtrückte

Nach einem langen, sonnigen Wandertag (Mittagspause unter blühendem Kirschbaum) kam ich in Konin an, wo ich erwartet und mit Transparent "Welcome to Konin!" auf dem Hauptplatz empfangen wurde. Am nächsten Morgen Pressekonferenz, dann Stadtführung.. Dank seines Hauptwerkes "De Revolutionibus Orbium Coelestium" wissen wir heute, dass nicht, wie es sich eigentlich gehörte, wir der Nabel der Welt sind.

Konin ist eine Stadt mit 83.000 Einwohnern und am Kreuzungspunkt zweier großer Verkehrswege gelegen: Der Fluss Warta verbindet die Stadt mit der Ostsee, und in west-östlicher Richtung pulsiert die Bahnstrecke Berlin - Moskau durch Konin.

Eigentlich war meine Abreise für den Nachmittag desselben Tages, geplant- doch nach einem gemeinsamen Mittagessen zum Abschied mit den beiden für internationale Beziehungen zuständigen Damen, waren die beiden plötzlich der Überzeugung, ich hätte längst nicht genug gesehen von der Umgebung der Stadt, und vor allem das Kloster Binieszew, ein magischer Ort, dürfe nicht übergangen werden. Außerdem sei die Apfeltorte, die hier zum Nachtisch gereicht wird, lächerlich, sie verstünden sich auf viel bessere. "Heute abend also Essen bei mir!" rief Agata.

Flugs war das Hotel verlängert, und ich fand mich in bezaubernder Gesellschaft in Parks lustwandeln, mit einem Kamal-Dulenser Mönch das Kloster besichtigen, und am Abend mit mehreren Familien zu Abendessen. Was für ein Abend! Und die Apfeltorte: unschlagbar! (Rezept notiert). "Wir verabschieden Dich morgen nach dem Frühstück im Hotel!"

Doch statt einem "Gute Reise!" sprach Aleksandra, als ich anderntags meinen Rucksack schultern wollte: "Das ist ungerecht! Wir haben gestern bei Agata gegessen, also kommt Ihr heute alle zu mir! Kommst Du mit uns einkaufen?" und so bugsierte ich wenig später, statt auf der Landstraße zügig in Richtung Norden auszuschreiten, ungläubig grinsend und kopfschüttelnd im Supermarkt überquellende Einkaufswagen zwischen den Regalen hindurch.

Die nachmittags in Handarbeit zubereiteten Pierogi Russki (die von mir gefüllten Exemplare unterschieden sich in Form und Aussehen deutlich von denen aus Damenhänden hervorgegangenen): unschlagbar! (Rezept notiert). Ein weiterer zauberhafter Abend in so herzlicher Gesellschaft, dass ich mich plötzlich wunderte, nicht schon immer in Konin zu wohnen.

Der Abschied anderntags zog sich dann, mit gemeinsamem Mittagessen und über allerlei Gesprächen noch bis zum Nachmittag hin, sodass ich erst spät abends in Ślesin eintraf.

Einige Wandertage später Ankunft in Torun, einer der ältesten und schönsten historischen Städte Polens. Die gotische Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und Nicolaus Copernicus, der bedeutendste Bürger der Stadt, wurde 1473 in der (Ha!Ha!) Kopernikusstraße (damals St. Annenstraße) geboren

Das Wetter hier wunderbar, die Stimmung in der Stadt einmalig. Die Sonne kreiste weiter um die Erde, was wollte ich mehr. Der richtige Ort für eine kleine Pause... (Markus Zohner)

  • Das Copernicus-Denkmal in Torun.
    foto: zohner

    Das Copernicus-Denkmal in Torun.

  • Stadtansicht von Torun aus dem Jahre 1684.
    foto: wikipedia.org

    Stadtansicht von Torun aus dem Jahre 1684.

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