Mehrheit der Israelis für Palästinenserstaat

16. Juni 2009, 11:06
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63 Prozent glauben nicht an Möglichkeit eines Friedensabkommens

Tel Aviv - Eine klare Mehrheit der Israelis ist nach jüngsten Meinungsumfragen für die Gründung eines entmilitarisierten Palästinenserstaats. Nach einer am Dienstag in der Zeitung "Israel Hajom" veröffentlichten Umfrage sind 61 Prozent der Befragten für die Einrichtung eines solchen Staates ohne Armee - unter der Bedingung, dass die Palästinenser Israel als jüdischen Staat anerkennen. 63 Prozent glaubten gleichzeitig nicht an die Möglichkeit eines Friedensabkommens mit den Palästinensern.

Auch die Zeitung "Haaretz" veröffentlichte am Dienstag eine Umfrage, derzufolge 71 Prozent der Befragten die in der Grundsatzrede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu deklarierten Positionen unterstützen. Der rechtsorientierte Likud-Chef hatte darin seine Zustimmung zur Gründung eines entmilitarisierten Palästinenserstaates geäußert, jedoch mehrere Auflagen genannt. 55 Prozent der Befragten glaubten, er habe sich damit dem US-Druck gebeugt. Für beide Umfragen wurde eine repräsentative Stichprobe von gut 500 Israelis befragt, die Fehlermarge betrug rund vier Prozent.

Laut der Umfrage in "Israel Hajom" sind 58 Prozent der Israelis gegen die US-Forderung nach einem vollständigen Siedlungsstopp in den Palästinensergebieten. Netanyahu hatte sich in seiner außenpolitischen Grundsatzrede lediglich dazu verpflichtet, keine neuen Siedlungen zu bauen und kein weiteres Land zu konfiszieren.

Netanjahu war mit seiner Rede auf vorsichtige Zustimmung im Westen und Ablehnung bei Palästinensern und Arabern gestoßen. Die moderate Palästinenserführung warf Netanyahu vor, er wolle die Bedingungen für einen Frieden diktieren und ignoriere Forderungen nach einem Baustopp in jüdischen Siedlungen. Die USA und Europa begrüßten die Rede hingegen als Schritt in die richtige Richtung. (APA/dpa)

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