Bildungsbericht

Ein Schüler "kostet" durchschnittlich 7000 Euro pro Jahr

16. Juni 2009, 10:14
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    An den allgemeinbildenden Schulen sind die Pro-Kopf-Ausgaben an Volksschulen mit 4.935 Euro am geringsten.

Österreichs Schüler unter den teuersten in Europa - Volksschulen am niedrigsten mit etwa 5.000 Euro, Sonderschulen mit 25.500 Euro am höchsten

Wien - Österreichs SchülerInnen und Studierende zählen zu den teuersten in Europa. Das zeigt der erste "Nationale Bildungsbericht" (NBB), der am Dienstag von Unterrichtsministerin Claudia Schmied dem Ministerrat vorgelegt wurde. Die öffentlichen Bildungsausgaben pro Schüler oder Student in Österreich liegen in allen Bildungsebenen deutlich über dem Durchschnitt der EU-Länder.  Der Bildungsbericht ist ein "Pilotprojekt", kündigte Schmied an - er soll Zahlen, Daten, Fakten und Hintergründe zu Österreichs Bildungssystem zusammenfassen und analysieren.

Die im Bericht enthaltenen Daten seien jedoch "zum Teil völlig veraltet bzw. über weite Strecken aus zuvor veröffentlichten Studien wie PISA bekannt", moniert die APA. So würden etwa die Bildungsausgaben aus den Jahren 2005 und 2006 verwendet. In einem anderen Kapitel würden die Schulerfolgsquoten des Schuljahrs 2005/06 analysiert, obwohl von Statistik Austria seit November 2008 die entsprechenden Zahlen des Schuljahrs 2006/07 vorliegen.

IHS-Lassnigg: Unzureichender Zugang der Forschung zu Basisdaten

Einer der Autoren des Nationalen Bildungsberichts, Lorenz Lassnigg vom Institut für Höhere Studien, sieht den Grund für die Verwendung von teilweise alten Daten in der Tatsache, dass die Basisdaten der Forschung "sehr langsam und verspätet verfügbar gemacht werden". Weiters braucht der Vorgang "von der Erhebung an den Schulen (via Internet) über die Prüfung und Speicherung, die Erstellung der Bildungsdokumentations-Datenbank sowie die Umwandlung in EU-/OECD-konforme Indikatoren in der gegenwärtigen Umstellungsphase der Statistik so lange dauert, dass im Jahre 2008 erst auf die Kennzahlen von 2005/2006 zugegriffen werden konnte" so Lassnig.

Ein Hauptteil des Berichts befasst sich mit den Kosten des österreichischen Bildungssystems.

Fünf Prozent des BIP für die Schulen

Für das Schulwesen werden in Österreich erhebliche öffentliche Ressourcen aufgewendet, resümiert der Bericht: etwa acht Milliarden Euro pro Jahr, das sind zehn Prozent der gesamten Staatsausgaben oder fünf Prozent des BIP. Damit zählen Österreichs SchülerInnen zu den "teuersten" Europas. Mit Ausgaben von knapp über 8.000 Euro (kaufkraftbereinigt) pro Schüler kann nur Dänemark mithalten, Deutschland und Finnland etwa liegen mit etwas über 6.000 Euro deutlich darunter. Der EU-25-Schnitt liegt bei nicht einmal 6.000 Euro. Höher als in Österreich sind die Pro-Kopf-Ausgaben laut NBB nur in Luxemburg und den Nicht-EU-Ländern Norwegen und USA.

Große Differenzen zeigen sich im Vergleich der einzelnen Schultypen. Über alle Schulen gerechnet liegen die Pro-Kopf-Ausgaben für einen Schüler/eine Schülerin bei 7.051 Euro (2006). Differenziert nach Schultypen betrachtet zeigt sich, dass die höchsten Aufwendungen pro Schüler mit 25.582 Euro an den Sonderschulen erreicht werden. An zweiter Stelle liegen die land- und forstwirtschaftlichen BMHS, die mit 14.624 Euro doppelt so hohe Pro-Kopf-Aufwendungen haben wie kaufmännische oder Tourismus-BMHS (knapp über 7.000 Euro). Im Schnitt liegen die Aufwendungen an den BMHS pro Schüler bei 9.007 Euro, an Berufsschulen sind es 10.043 Euro.

An den allgemeinbildenden Schulen sind die Pro-Kopf-Ausgaben an Volksschulen mit 4.935 Euro am geringsten. Pro Hauptschüler werden 6.884 Euro aufgewendet, pro AHS-Schüler 7.249 Euro, wobei die Ausgaben in der AHS-Unterstufe mit 6.400 Euro deutlich niedriger sind als jene in der Oberstufe (8.300 Euro).

Immer mehr Ausgaben für Unis

"Pro Student/in sind die öffentlichen Ausgaben im Tertiärbereich zwischen 1995 und 2005 um fast 45 Prozent und damit mit Abstand am stärksten im Vergleich zu andern Bildungsbereichen angestiegen", heißt es im NBB. In Summe haben sich die öffentlichen Aufwendungen für die Hochschulen seit 1995 um ein Drittel erhöht. Mit rund 27 Prozent entfällt bereits der größte Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben auf den Tertiärbereich. An zweiter Stelle folgt der untere Sekundarbereich (Hauptschule, AHS-Unterstufe) mit 24 Prozent. Für den oberen Sekundarbereich (AHS-Oberstufe, berufsbildende mittlere und höhere Schulen, BMHS) werden 22 Prozent der Bildungsausgaben aufgewendet, auf den Primarbereich (Volksschule) 19 Prozent und den vorschulischen Elementarbereich sieben Prozent. (red, derStandard.at,  16.6.2009)

Wissen

Der NBB wurde erstmals als "Pilotversion" im Auftrag des Ministeriums vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) erstellt - künftig soll jährlich ein Bericht erscheinen. Im ersten, 200-seitigen Band finden sich Daten und Indikatoren des österreichischen Schulsystems. Der zweite, 466-seitige Band enthält Analysen und bildungspolitische Empfehlungen von österreichischen Bildungswissenschaftern zu verschiedenen Schwerpunktthemen des Schulwesens. 47 Autoren arbeitetetn mit, die Gesamtkosten betrugen 400.000 Euro. Die Berichte sind im Volltext auf der Homepage des BIFIE abrufbar.

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badlwand
01
17.6.2009, 10:27
leider ist nicht ersichtlich,

wieviel davon tatsächlich beim schüler ankommt.

warum werden die verwaltungskosten immer geheimgehalten, obwohl bisher jede reformkommision einschl. rehnungshof hier enormes sparpotential sieht.

unsere verwaltung ist auf dem selben stand wie in der türkei, und dann tut man so, als ob die schulen eh genug geld bekämen.

warum wird das ständig von seiten der politik tabuisiert.
...ah da sitzten wohl ne menge genossen auf pragmatisierten versorgungsposten.
und beim ögb sind sie wohl auch alle.
(lsr, bzr, samt tross)

verwaltung raus, junglehrer rein.

Reiman1
 
01
17.6.2009, 10:14
Simply Austria!

Die schlechtesten Schüler, die baufälligsten Schulen, die frustriertesten Lehrer, die längsten Ferien, das teuerste Schulsystem, die ratlosesten Eltern, eine Unzahl an Analphabeten und eine zahnlose Unterrichtsministerin... just simply Austria!

guzo
02
30.6.2009, 19:11
... und die meisten

Suderer.

yomellamo
00
17.6.2009, 10:11
die ausgaben fuer die "sonderschueler" sind natuerlich auch nur eine statistik-luege:

Die integrationslehrer die zb. in volksschulen mit-unterrichten zaehlen ebenfalls zum budget der sonderschulen. Die schueler der integrationslehrer sind aber volksschueler. Wenn man es ehrlich berechnen wuerde, muesste man das budget der sonderschulen fuer integrationslehrer anteilsmaessig auf die volksschulen umrechnen.

Ausserdem:
Sonderschulen sind typischerweise kleinere schulen, die klassenschuelerhoechstzahl ist kleiner (um die kinder besser foerdern zu koennen), die Lehrer haben oft zusaetzliche spezialisierungen.

Die Frage ist:
Wollen wir uns die spezielle foerderung fuer Kinder mit Lernschwaechen leisten oder nicht?

GoodieGoodie
00
10.7.2009, 08:13

Die vermehrten Kosten in den Sonderschulen liegen nicht an den teuren Integrations- oder Sonderschullehrern, sondern an den Lernbehelfen, den Kinder mit Behinderungen brauchen!
Die Allgemeinen Sonderschulen mit lernbehinderten Kindern brauchen nicht mehr Ressourcen als Volksschulen, aber die Sonderschulen für Blinde, Taubstumme, Körperbehinderte,... brauchen einfach eine kostspielige Ausstattung.
Und das völlig zu Recht!!!

macindd
03
17.6.2009, 09:21
Bissl mager.

Wie schlüsseln sich denn diese hohen Kosten auf? Wieviel ist Verwaltung, wieviel entfällt auf Lehrmittel, was kosten die Lehrer? Wo sind die Spitzen, also wo wird besonders viel ausgegeben mit besonders geringer Gegenleistung und wo ist man besonders effizient? Das wäre eine ideale Gelegenheit, einen Überblick über das Bildungsbudget zu liefern, stattdessen kommen nur Zahlen, mit denen man für sich genommen wenig anfangen kann.

klausenpown
00
17.6.2009, 09:47

Man kann sich ja nicht selber informieren.

http://www.statistik.at/web_de/st... 30824.html

schweinebucht
01
17.6.2009, 18:54

leider wird hier nicht aufgeführt wie viele aktive (in der klasse stehenden) lehrer unter personalaufwand zu finden sind. besonders in solch internationalen vergleichen, die man dem österreicher präsentiert, werden gern die pensionskosten mitgezählt.

auffällig auch, das ministerium braucht mehr als die AHS!

wasweißich?
03
17.6.2009, 08:33
die Überschrift ist eine Frechheit - nicht die Schüler kosten so viel sondern der Apparat

Michael K77
01
17.6.2009, 08:26
Wo ist die Sensation?

Dass Österreichs Schulverwaltung (dank der Begehrlichkeiten der Länder und einzelner Gemeinden) übergroß ist, wussten wir.

Dass Österreichs Lehrer überdurchschnittlich alt und dank der niemals geänderten Gehaltspyramide dementsprechend teurer sind auch.

SebastianS86
01
17.6.2009, 09:50

ich glaube man versucht irgendwie im subtext einen connex zw. den hohen ausgaben und den mageren erfolgen (pisa) herzustellen... sofern das sensationell ist :-)

badlwand
03
17.6.2009, 08:19
verwaltung raus, junglehrer rein.

und nicht umgekehrt.

Al Berto
22
17.6.2009, 07:53

teuer und ineffektiv. danke, neugebauer!

die kosten für nachhilfe pro schüler, das sollte man angeben. wäre schadenersatzforderung an die vereinigte unfähige lehrerschaft und bildungsbürokratie.

Michael Christian
01
17.6.2009, 09:20
@ Al Berto

Wie dumm ist denn diese Aussage. Das wäre genauso, als würde man von jenen Eltern, die sich nicht korrekt um ihre Kinder kümmern die Beihilfen entziehen und diese per Klagsweg zurückfordern.

Miststierler
11
17.6.2009, 06:45
Im Fernsehen verkündete man (ZIP) es seien ~8000.-€ je Schüler/Jahr!

Das macht bei 25 Schülern 200000.-€ je Klasse!

Die kollektive Bereicherung in Zahlen die BürgerIn versteht.

Grokonelle werden das so lange betreiben, bis eine Mehrheit das nicht mehr akzeptiert.

So kaufen sich die Politiker einen Grundstock an Stimmen!

Jedesmal wenn ich mit meinem Miststeckerl stierle. kommen solche Scheußlichkeiten zu Tage.

Aber die Grokonellen sagen ich sei Schuld und ein Nazi!

Wieso?

o Rly?
11
17.6.2009, 07:41

für 8000€/monat könnte man sich privat einen sehr sehr sehr sehr guten Lehrer anstellen

der weise narr
01
17.6.2009, 10:19
Es sind 8000 Euro pro Jahr!

Und nicht pro Monat!! Außerdem gehts nicht ums GEHALT der Lehrer sondern Gesamtkosten: Schulmieten, Lehrmittel, Neue Bauvorhaben, Administration, etc.

yomellamo
01
17.6.2009, 09:59

mit 8000Euro/jahr geht sich dann wieder nur ein sehr sehr mittelmaessiger lehrer aus.

Toni Blaher
 
01
17.6.2009, 09:18

Also so habe ich es nicht bedacht. Eigentlich könnte man um 8000 Euro im Jahr die ganzen öffentlichen Schulen schließen und jedes Kind kriegt einen Privatlehrer.

Ähm, wie sehr können wir eigentlich noch verarscht werden? Ohne diesen Länderdreck und Freundalwirtschaft Groko müssten doch leicht 10 Mrd. Euro pro Jahr eingespart werden können.

Miststierler
00
17.6.2009, 08:08
Ich schrieb 8000.- je Jahr. Ein Lehrer war schon da!

RC83
12
17.6.2009, 06:05
Alle bitte wieder hinsetzen, wozu die Aufregung?

Pisa wurde geschaffen, um Lehrer und Schüler sinnlos unter Druck zu setzen, die Folge ist bewert- und auswertbares Versagen. Die Kostenkalkulationen, die jetzt in den Mainstreammedien europaweit gepusht werden sind dazu da, den Staat als Versager darzustellen. Als Endresultat wird die massive Forderung nach Privatisierung der Schulen werden. Gesundheitssystem, Bildungssystem - alles geht in den Corporate Bereich und dann guckt ganz Europa blöd aus der Wäsche. Es geht um Faschismus.

Toni Blaher
 
00
17.6.2009, 09:19

Was ist eigentlich der Staat? Das Volk kann es ja wohl kaums ein wenn sich einige wenige Bereichern, alle zahlen müssen und die breite Masse mittels Verwaltungsapperat und Justiz mundtot gehalten wird.

Sebastian Auinger
12
17.6.2009, 08:14

So ein Nonsens! Die Pisa Studie wurde geschaffen, um Bildungssysteme zu vergleichen und zu optimieren.

Es ist österr. Dummheit, dem schlechten Abschneiden mit mehr Leistungsdruck zu begegnen, da dies völlig kontraproduktiv ist bzw. nie eine Pisa-Forderung war und ist.

Im Gegenteil wäre es Zeit für echte, ernsthafte Reformen, nur dazu scheint weder der Staat, noch die Bevölkerung bereit - daher wohl auch der Schrei nach der Privatisierung.

Vaclav Vlc
00
17.6.2009, 03:56
wer hat da gerechnet?

25 Schüler x 7.000 euro = 175.000 euro oder ats 2,4 mio pro klasse!

das gschichtl kann mir niemand reindrucken.

Schlapsi
00
17.6.2009, 09:55

Ja, auch wenn Sie es nicht fassen können oder wollen, ist es so.

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