"Blauer Himmel"-Bildungspolitik

16. Juni 2009, 10:51
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Die SPÖ beantragte im Parlament eine aktuelle Stunde zur Schulpolitik - Bundesministerin Schmied verteidigte ihr Programm

Wien - Die Schulentwicklung im Schuljahr 2009/2010 war das - von der SPÖ eingebrachte - Thema in der "Aktuellen Stunde" des Nationalrats am Dienstag. SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer frohlockte ob der Arbeit von Bundesministerin Claudia Schmied: ""Die Gewitterwolken, die während der Budgetverhandlungen aufgezogen sind, sind zum Glück wieder verflogen. Mittlerweile herrscht ein strahlend blauer Himmel für die Bildung in diesem Lande", so Mayer.

Schmied betonte in ihrer Rede, dass auch nach dem Budgetbeschluss die Schulreform weiter geht. Sie wolle zwischen Regierungs- und Schulpartnern ein Vertrauen schaffen, um die Bildungspolitik weiterzuführen. Drei Hauptziele müssten der Bildungsreform zugrunde liegen: Für alle Kinder müsse die beste Bildung ermöglicht werden, ohne Begabungen außer acht zu lassen; Es solle mehr Chancengerechtigkeit geschaffen und der Anschluss an das internationale Spitzenfeld erzielt werden.

Schmied betonte, dass die Stundung der Schulmieten der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) nur eine "Überbrückung des Liquiditätsdefizitäts" sei und "harte Budgetverhandlungen" beim nächsten Budget bevor stünden. Beim Budget 2009/20010 wurden die Budgetmittel von 6,8 auf 7,2 Milliarden aufgestockt. Der Großteil der zusätzlichen Budgetmittel werde für mehr Lehrpersonal verwendet. Mehr Geld soll auch für Renovierung und den Bau von Schulen zur Verfügung stehen.

Zehn Punkte für 2009/2010

Die Bildungsreform zeigt sich im Schuljahr 2009/2010 - so Bildungsministerin Schmied - anhand von zehn Punkten:

Verkleinerung der Klassen und vermehrte Kleingruppenarbeit

Senkung der Drop-Out-Quote (v.a. in der 9. Schulstufe)

Sprachförderung

"Neue Mittelschulen": An über 240 Schul-Standorten nehmen über 20.000 SchülerInnen an diesem Schulversuch teil.

Ausbau der Tagesbetreuung: Einführung eines Gütesiegels, dass an Schulen für zwei Jahre vergeben wird und den Standard für eine Moderne Betreuung festlegen sollen

Einführung von Managementstrukturen an Schulen

Verstärkte Gewaltprävention

Ausbau des Projektes "Lehre und Matura"

Förderung der Privatschulen

Ausbau der Berufsberatung

Zusätzlich zu diesen praktischen Punkten soll im strategischen Bereich mittelfristig ein neues Dienstrecht für alle LehrerInnen geschaffen, die Verwaltungsreform angegangen und eine einheitliche Ausbildung von Lehrkräften eingeführt werden.

Reaktionen der anderen Parteien

Der Bildungssprecher der ÖVP, Werner Amon begrüßte, "dass die neue Mittelschule erprobt wird". Er sei froh darüber, dass die Entscheidung erst 2013 nach der Evaluierung erfolgen wird. Die "neue Mittelschule" dürfe jedoch nicht dogmatisch behandelt werden. Vor Ende des Prozesses solle man nicht von einer gemeinsamen Schule sprechen, so Amon.

Eva Glawischnig (Grüne) kritisierte, dass Schmied von ihren Regierungskollegen im Finanzressort "im Regen stehen gelassen" wurde. Nun können sie nur mit "Fesseln" an der Bildungsreform arbeiten. Die wirklichen budgetären Mittel fehlen. (seb, derStandard.at, 16.6.2009)

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    Claudia Schmied und die Bildungspolitik: "Die Wolken haben sich verzogen, es ist ein klarer Himmel zu sehen".

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