US-Netzwerkfirma nutzt China als Tür zur Welt

16. Juni 2009, 08:55
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3Com bringt chinesische Marke H3C nach Europa - Wiull Cisco verstärkt Konkurrenz bieten

Meist führt die Expansion von US-Konzernen über Lateinamerika, Europa und den Nahen Osten nach Asien, insbesondere China, dem größten Markt der Welt für praktisch alles. 3Com, eben 30 Jahre alt gewordener Netzwerkausrüster, geht den umgekehrten Weg: "China Out Strategy" nennt Ron Sege, Präsident und Chief Operating Officer (COO), das Konzept, aus dem Reich der Mitte heraus den Weltmarkt aufzurollen.

H3C

Vehikel dafür ist H3C, die chinesische 3Com-Marke, ursprünglich als Jointventure mit dem chinesischen Telekom-Ausrüster Huawei gegründet. Damit will 3Com vor allem auch in die Märkte des Platzhirschen Cisco, nämlich die Netzwerke großer Unternehmen, eindringen, erklärt Sege.

Fokus

3Com habe "im vergangenen Jahrzehnt" seinen Fokus verloren, räumt Sege ein: Einst besaß der Hersteller von "routers and switches" (die wenig erotischen, aber fundamental wichtigen Bausteine, die den Datenverkehr in Netzen steuern) den Smartphone-Pionier Palm und versuchte sich mit Internet-Radios und einer Art Netbook-Vorläufer, "Audrey", im Consumermarkt. Ganz so, wie es heute Cisco anstrebt, mit Produkten für ein komplett vernetztes Heim, Video und Videokonferenz-Systemen.

Effizienz

Jetzt konzentriere sich 3Com wieder auf sein Kerngeschäft, sagt Sege und will Marktanteile gewinnen. China sei der Schlüssel dazu, weil hier nur leistungsstarke, billige und energiesparende Produkte Erfolg hätten. Vor allem "Energieeffienz hat inzwischen für jeden chinesischen Manager, der eine Einkaufsentscheidung treffen muss, hohe Priorität" - nicht zuletzt durch die Ölpreisspitzen des Vorjahres diktiert. Im jüngsten Quartal sorgte China für die Hälfte von 1,3 Mrd. Dollar Gesamtumsatz, "in China ist unser Marktanteil größer als der von Cisco". Von hier soll es mit den H3C-Produkten, "die stärker als unsere bisherigen Angebote im Herz von Netzwerken platziert sind", über das andere Asien, Europa und Lateinamerika zurück in die USA gehen. (Helmut Spudich / DER STANDARD Printausgabe, 16.06.2009)

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