Frankreich will Hinterbliebenen Entschädigung zahlen

15. Juni 2009, 21:00
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Air France hat alle Pitot-Sensoren ausgetauscht

Paris/Genf - Frankreich will den Hinterbliebenen des Air-France-Absturzes nach brasilianischen Angaben eine Entschädigung zahlen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy habe ihm gesagt, sein Land werde diese Verantwortung übernehmen, erklärte der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva am Montag in Genf. Die Entschädigung werde sowohl an die Angehörigen der französischen Opfer als auch an jene anderer Nationen gezahlt. Bei dem Absturz kamen 228 Menschen ums Leben.

Die Fluggesellschaft Air France hat nach dem Unglück vor der Küste Brasiliens in seiner Airbus-Flotte nun alle sogenannten Pitot-Sensoren ausgetauscht. Die Maßnahme beziehe sich auf sämtliche Maschinen vom Typ A330 und A340, teilte die Pilotengewerkschaft SNPL am Montag mit. Air France hatte den Austausch bis spätestens Ende dieses Monats zugesagt, nachdem Probleme mit diesen Geschwindigkeitsmessern bekanntgeworden waren - so auch bei der Maschine, die in der Nacht auf 1. Juni auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris abstürzte.

Ob fehlerhafte oder vereiste Pitot-Sensoren tatsächlich für die Katastrophe verantwortlich waren, ist weiterhin unklar. Airbus hatte allerdings schon im vergangenen Oktober den Austausch dieser Geräte an der Außenhülle von Flugzeugen empfohlen. Eine konkrete Anordnung erging jedoch nicht.

Die Suche nach dem Flugschreiber und dem Stimmenrekorder des Flugzeugs wurde unterdessen im Unglücksgebiet fortgesetzt. Ein französisches Atom-U-Boot erhielt am Montag Unterstützung von einem niederländischen Schiff mit einer US-Ortungsboje. Es sollte zunächst eine Fläche von mehr als 5.000 Quadratkilometern auf Signale der Black Box absuchen. Ein weiteres niederländisches Schiff mit einer US-Ortungsboje wurde noch am Montag in dem Gebiet erwartet. Die Suche steht unter Zeitdruck, da die Black Box nur für etwa 30 Tage nach einem Absturz Signale aussendet. (APA/AP)

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