ElBaradei hofft auf Gespräche zwischen Washington und Teheran

15. Juni 2009, 20:04
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Scheidender IAEO-Chef "tief besorgt"

Wien - Der Chef der internationalen Atomenergie-Organisation IAEO (IAEA), Mohammed ElBaradei, hofft auf einen baldigen politischen Dialog zwischen dem Iran und den USA. Ohne direkt auf die Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad einzugehen, sagte ElBaradei am Montag vor dem IAEO-Gouverneursrat in Wien, er hoffe, dass "ein wirklicher Dialog zu einer umfassenden Lösung vieler Probleme aus den Bereichen Sicherheit, Politik und Wirtschaft führen werde, die über die vergangenen 50 Jahre entstanden sind".

In Hinblick auf die jüngste Entwicklung in Nordkorea zeigte sich der scheidende IAEO-Chef "tief besorgt". Der jüngste Atomtest Pjöngjangs habe eine "Atmosphäre der Konfrontation" geschaffen, sagte der IAEO-Chef vor dem wichtigsten politischen Gremium der UNO-Atombehörde. "Ich bedaure dies zutiefst; vor allem zu einem Zeitpunkt, wo die Aussichten für Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung besser sind als jemals zuvor."

Auflagen ignoriert

ElBaradei bedauerte gleichzeitig, dass der Iran in den vergangenen drei Monaten sämtliche Auflagen des UN-Sicherheitsrats im Hinblick auf Irans Atomprogramm ignoriert und nichts zur Aufklärung offener Fragen zu seinem jahrzehntelang geheim gehaltenen Atomprogramm getan habe. der iranische Präsident Ahmadinejad hatte vor seiner Wiederwahl angekündigt, dass er nicht länger mit den ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrats und Deutschlands über die Aussetzung des iranischen Atomprogramms sprechen werde.

Nach Ermittlungen der IAEO-Inspektoren haben iranische Techniker in den vergangenen Monaten die Zahl der Gaszentrifugen im Uran- Anreicherungszentrum Natans auf über 7000 erhöht und die umstrittene Anreicherung von Uran weiter beschleunigt.

Die 35 Mitglieder des IAEO-Gouverneursrats werden sich bis Freitag neben dem iranischen Atomprogramm auch mit möglichen Verstößen Syriens gegen seine Verträge mit der IAEO sowie mit dem Atomprogramm Nordkoreas befassen. Die bisher zweimal gescheiterte Wahl eines Nachfolgers für ElBaradei steht nicht auf der Tagesordnung. (APA/dpa)

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