Glückliches 4:3 der Seleção gegen Ägypten in letzter Minute - Ägypter hatten zuvor 1:3-Rückstand egalisiert - Italien bezwingt USA 3:1
Bloemfontein/Südafrika - Top-Star Kaka hat Brasilien vor einem bösen Erwachen beim Confederations Cup in Südafrika bewahrt. Mit einem Elfmeter-Tor in der Nachspielzeit sorgte der 65-Millionen-Einkauf von Real Madrid am Montag in Bloemfontein für den glücklichen 4:3 (3:1)-Erfolg des Rekord-Weltmeisters und Titelverteidigers gegen Ägypten und verhinderte damit den ersten Paukenschlag bei der Mini-WM.
Zuvor hatte der vor allem in der Abwehr sorglos agierende Mitfavorit in seinem Auftaktmatch eine 3:1-Führung verspielt, die vor 25.000 Zuschauern im halbvollen Free-State-Stadium Kaka (5.), Luis Fabiano (12.) und Juan (37.) herausgeschossen hatten. Für den unter Wert geschlagenen Afrika-Meister, bei dem Ahmed Al Muhammadi (90.) vor dem spielentscheidenden Elfmeter wegen Hands Rot sah, trafen der überragende Mohamed Zidan (9./55.) und Mohamed Shawky (54.).
Im Abendspiel verwandelte Weltmeister Italien Pretoria einen 0:1-Rückstand gegen zehn US-Amerikaner in der zweiten Halbzeit in ein 3:1. Giuseppe Rossi (58./94. Minute) und Daniele de Rossi (72.) sorgten für den Umschwung, der aufgrund einer Steigerung nach der Pause durchaus verdient war. Landon Donavan hatte die Amerikaner per Foulelfmeter in Führung geschossen (41.), welche nach der Roten Karte für Ricardo Clark (33.) im Loftus Versfeld-Stadion fast eine Stunde in Unterzahl spielen mussten.
Protest
Ägypten legte gegen das Resultat Protest ein. Die Offiziellen des Afrika-Meisters glauben an eine in den Statuten nicht vorgesehene Video-Auswertung der Szene, nachdem Referee Webb erst sehr spät auf den Elfmeterpunkt gezeigt und Al Muhammadi gleichzeitig wegen des Hands ausgeschlossen hatte.
Nicht die Tatsache, dass Muhammadi mit dem Oberarm auf der Linie gerettet habe, werde angefochten. Doch nach Meinung der Ägypter hatten Webb und sein Linienrichter beide einen Eckball angezeigt und ihre Meinung erst geändert, nachdem ihnen der vierte Offizielle das Hands mitgeteilt hatte. "So weit ich weiß, gibt es keine Regel, die den Videobeweis zulässt", meinte Ägyptens Coach Hassan Shehata. "Wir fechten nicht die Entscheidung des Schiedsrichters an, aber die Art und Weise, wie sie zustande kam. Oder hat jemand die Regeln geändert, ohne es uns zu sagen."
Blitzstart
Brasilien ging gleich nach der ersten glänzenden Aktion in Führung. Das künftige Real-Madrid-Ass Kaka tanzte auf Daniel Alves' Zuspiel zwei Gegenspieler aus und überwand Essam Al Hadari im ägyptischen Tor gekonnt. Nach dem erhofften frühen 1:0 agierten die Südamerikaner jedoch vor allem in der Abwehr um Bayern Münchens Lucio und Juan zu sorglos - und wurden prompt durch den präzisen Kopfball des Dortmunders Zidan bestraft.
Gegen die sich tapfer wehrenden Afrikaner, die sich viel stärker als tags zuvor Neuseeland beim 0:5 gegen Spanien präsentierten, zogen die Selecao-Stars in der Folge wieder das Tempo an, aber ohne dabei auf volle Touren zu kommen. Dafür nutzten sie bei Standardsituationen konsequent die Schwächen des sechsfachen Afrika-Champions aus: Nach ruhenden Bällen und präzisen Hereingaben von Elano bauten Fabiano und Juan mit ihren sehenswerten Kopfbällen die Führung bis zur Pause aus.
Nach dem Seitenwechsel nahm die rasante Begegnung allerdings eine völlig unerwartete Wende. Brasilien präsentierte sich nachlässig in seiner nahezu körperlos agierenden Defensive und erhielt dafür durch den Doppelschlag von Shawky und Zidan die Quittung. Und da der Außenseiter, euphorisiert durch die plötzliche Chance nun fast brasilianisch aufspielte und gegen die "Selecao" an der Sensation kratzte, war in der Arena sofort die Hölle los. Nachdem der eingewechselte Al Muhammadi einen Lucio-Schuss mit dem Oberarm auf der Linie geklärt hatte und die Rote Karte sah, ließ sich Kaka jedoch die Chance nicht nehmen. Schiedsrichter Howard Webb hatte sich mit seiner Penalty-Entscheidung allerdings lange Zeit gelassen. (APA/dpa/red)