Der gerettete Bläuling

15. Juni 2009, 17:49
7 Postings

Forschung bewahrt Schmetterling vor dem Aussterben

London - 1979 war der Quendel-Ameisenbläuling (Maculinea arion) in Großbritannien verschwunden. Zumindest bis auf weiteres. Die Schuld gab man den Sammlern, denn für den raren Schmetterling wurden hohe Preis gezahlt.

Nach insgesamt 40 Jahren Forschung weiß man nun, dass die Schmetterlingsjäger nicht daran schuld waren, sondern zu langes Gras bzw. eine ganz bestimmte Ameisenart. Zwar wusste man bereits, dass die kleinen Raupen von M. arion einen Duft abgeben, die diese Ameisen dazu bringen, die Raupen in ihr Nest zu tragen und sie dort zu pflegen. Bei Untersuchungen von Jeremy Thomas stellte sich heraus, dass durch fehlendes Mähen das Gras zu hoch wuchs, was den Boden so sehr abkühlte, sodass die speziellen Ameisenbestände zurückgingen.

Basierend auf diesen Erkenntnissen startete man 1983 mit dem Wiederimport von Bläulingen aus Schweden und hat heute mehr von diesen Schmetterlingen als in den 1950ern, wie "Science" anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Schmetterlingsrettung berichtet. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 16. 6. 2009)

  • Artikelbild
    foto: david simcox, centre for ecology and hydrology
Share if you care.