Die nächste Jagdgesellschaft

15. Juni 2009, 17:33
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Trainingsstart in der Bundesliga - Vorstand Georg Pangl kann die ÖFB-Idee einer Aufstockung der zweiten Leistungsstufe nichts anfangen

Salzburg/Wien - Sieben der zehn Bundesligaklubs haben am Montag den Betrieb aufgenommen, lediglich Rapid und Ried sind noch faul gewesen. Aber auch das ändert sich dieser Tage. Aufsteiger Wiener Neustadt ist der Klassenstreber, er trainiert seit Donnerstag.

Meister Salzburg und der LASK präsentierten neue Trainer, den Niederländer Huub Stevens beziehungsweise den Deutsche Matthias Hamann. Mehr Tamtam wurde um Stevens gemacht. Aber auch Hamann sieht in seinem neuen Job "ein große Herausforderung" . Sechs TV-Teams waren in Taxham erschienen, Stevens leitete seine erste Übungseinheit auf Kunstrasen unfallfrei, er hatte immerhin sechs Kicker zur Verfügung. Sechs Teamspieler haben noch Urlaub, der Rest des Kaders unterzog sich in Thalgau Leistungs- und Bluttests. Stevens sagte: "Ich kenne meinen Auftrag. Die Spieler müssen immer 120 Prozent geben. Denn wir sind die Gejagten."

Die Jagdgesellschaft, also die Meisterschaft, eröffnet am 18. Juli. Ohne Rapid, die vergleicht sich lieber am 19. Juli mit Liverpool. Georg Pangl, der Vorstand der Bundesliga, ist darüber nicht glücklich. "Das wird es künftig nicht mehr geben. Aber die Manager der anderen Klubs haben es gestattet." Nicht minder ungewöhnlich ist, dass die Austria aus Wien und auch jene aus Kärnten in den ersten vier Runden keine Heimspiele bestreiten können. In ihren Stadien werden Rasenheizungen installiert. Pangl: "Da überwiegt die Freude. Weil es Zukunftsinvestitionen sind." Die Auslosung wird trotzdem nicht manipuliert, der hauseigene Computer ist nämlich kein Trottel. Man gibt den Begriff "Stadionverbote" ein, und schon hat er kapiert, dass in Wien-Favoriten und in Klagenfurt umgegraben wird.

Ein für die fernere Zukunft des österreichischen Fußballs nicht unwesentlicher Termin ist die Außerordentliche Hauptversammlung der Bundesliga am 25. Juni in Wien. Da wird über den Vorschlag des ÖFB abgestimmt, der ab der Saison 2010/11 eine Ausweitung der zweiten Liga (Adeg Erste Liga) auf 16 Vereine vorsieht - und später die Abschaffung der drei Regionalligen (stattdessen neun Landesligen). Die Bundesliga selbst hatte ursprünglich eine Reduktion der zweiten Leistungsstufe von derzeit zwölf auf zehn Klubs beschlossen (Regionalliga bleibt). Um sich selbst zu widerlegen, bedarf es einer Zweidrittelmehrheit. Wahlberechtigt sind die zehn Vereine der tipp3-Bundesliga (bekommen 50 Stimmen) und sieben Klubs aus der Adeg Erste Liga (Aufsteiger und Absteiger dürfen nicht entscheiden, es geht um 30 Stimmen).

Pangl kann die ÖFB-Idee kaum nachvollziehen. "Das passt nicht zusammen, weder sportlich noch wirtschaftlich. Man sagt, dass man sich nicht einmal 20 Profiklubs leisten kann. Jetzt erhöht man auf 26. Das Fernsehen hat signalisiert, eine 16er-Liga nicht zu zeigen. Der Aufwand wäre zu groß." (hac - DER STANDARD PRINTAUSGABE 16.6. 2009)

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